Jan Mitręga
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Jan Karol Mitręga (* 21. April 1917 in Michałkowice, Oberschlesien; † 8. November 2007 in Katowice) war ein Diplomat und Politiker der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR), der unter anderem zwischen 1959 und 1974 Minister für Bergbau und Energie, von 1970 bis 1975 Stellvertretender Ministerpräsident der Volksrepublik Polen sowie außerdem zwischen 1975 und 1982 Botschafter in der Tschechoslowakischen Republik war.

Leben
Jan Karol Mitręga, Sohn von Karol Mitręga und dessen Ehefrau Maria, trat 1935 dem Verband der Sozialistischen Jugend ZMS (Związku Młodzieży Socjalistycznej) und 1936 dem Kommunistischen Verband der Polnischen Jugend KZMP (Komunistyczny Związek Młodzieży Polski) bei. Er war ferner seit 1935 ein langjähriges Mitglied des Polnischen Pfadfinderverbandes ZHP (Związek Harcerstwa Polskiego). Er begann seine berufliche Tätigkeit 1937 als Bergmann im Steinkohlenbergwerk Michał (Kopalnia Węgla Kamiennego Michał) in Siemianowice Śląskie im oberschlesischen Industriegebiet. Während des Zweiten Weltkrieges war er Mitorganisator eines Streiks gegen die deutsche Besatzungsmacht und protestierte gegen das Zehnstundensystem. 1945 leitete er den geheimen Betriebsrat und sorgte dafür, dass die Deutschen das Werk nicht zerstörten.
Kurz vor Kriegsende trat Mitręga im Januar 1945 der Polnischen Arbeiterpartei PPR (Polska Partia Robotnicza) als Mitglied bei und war von 1945 bis 1970 Mitglied des Hauptvorstands der Bergarbeitergewerkschaft ZZGwP (Związek Zawodowy Górników w Polsce). Er fungierte von 1947 bis 1952 als Betriebsratsvorsitzender des Steinkohlenbergwerks Michał und wurde am 15. Dezember 1948 Mitglied der neu gegründeten Mitglied der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei PZPR (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza). Während dieser Zeit begann er auch ein Studium im Fach Montanwissenschaften an der AGH Wissenschaftlich-Technischen Universität Krakau, das er 1952 als Bergbauingenieur beendete. Er wurde daraufhin 1952 zum Staatssekretär (Podsekretarz Stanu) im Bergbauministerium (Juni 1952 bis April 1955), im Ministerium für Kohlebergbau (April 1955 bis März 1957) beziehungsweise ab März 1957 im Ministerium für Bergbau und Energie ernannt und war als solcher bis 1959 Vertreter der damaligen Minister Ryszard Nieszporek (1952 bis 1954),[1] Piotr Jaroszewicz (1954 bis 1956) und [2] Franciszek Waniołka (1956 bis 1959)[3] Daneben war er von 1955 bis 1975 Präsident des Hauptvorstands des Ingenieur- und Technikerverbandes SITG (Stowarzyszenie Inżynierów i Techników Górnictwa).

Als Nachfolger von Franciszek Waniołka übernahm Jan Mitręga, dem das Abzeichen „Verdienter Bergmann der Volksrepublik Polen“ verliehen worden war, am 27. Juli 1959 selbst den Posten des Ministers für Bergbau und Energie (Minister górnictwa i energetyki)[4] und bekleidete diesen in den Regierungen der Ministerpräsidenten Józef Cyrankiewicz[5] und Piotr Jaroszewicz bis zum 24. September 1974.[6][7][8][9][10][11][12][13][14][15][16][17] Er fungierte zeitweise auch als Vorsitzender der Ständigen Kommission für Bergbau des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW).[18][19][20]
Er wurde ferner am 15. Mai 1961 für die PZPR zudem Mitglied des Parlaments Sejm und gehörte diesem bis zum 10. Februar 1976 an, wobei er in der dritten Legislaturperiode (1961 bis 1965) den Wahlbezirk „Nr. 28 Sosnowiec“, in der vierten Wahlperiode (1965 bis 1969) den Wahlbezirk „Nr. 26 Rybnik“, in der fünften Legislaturperiode (1969 bis 1972) den Wahlbezirk „27 Sosnowiec“ sowie in der den sechsten Legislaturperiode (1972 bis 1976) wieder den Wahlbezirk „Nr. 26 Rybnik“ vertrat.
Auf dem IV. Parteitag (15. –20. Juni 1964) wurde Mitręga Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der PZPR und gehörte diesem Parteigremium bis zum VII. Parteitag (8. –12. Dezember 1975) an. In der ersten Regierung Jaroszewicz wurde er des Weiteren am 23. Dezember 1970 stellvertretender Ministerpräsident der Volksrepublik Polen (Wiceprezes Rady Ministrów) und bekleidete dieses Amt bis zum 21. Februar 1975 auch in der zweiten Regierung Jaroszewicz.[21][22][23][24][25][26][27][28][29] Er war zeitweilig auch Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses Polen/DDR und wurde für seine Verdienste am 7. Oktober 1973 anlässlich des 24. Jahrestages der Deutschen Demokratischen Republik mit der Ehrennadel in Gold der Liga für Völkerfreundschaft ausgezeichnet.[30] Er erhielt 1972 die Ehrendoktorwürde der Wirtschaftsuniversität Kattowitz und löste nach seinem Ausscheiden aus der Regierung am 29. April 1975 Lucjan Motyka[31] als Botschafter in der Tschechoslowakischen Republik ab. Er verblieb auf diesem diplomatischen Posten in Prag bis zum 1981, woraufhin Andrzej Jedynak[32] am 29. November 1982 neuer Botschafter wurde.
Für seine Verdienste in der Volksrepublik Polen wurde Jan Mitręga mehrfach ausgezeichnet und erhielt unter anderem den Orden Erbauer Volkspolens, zwei Mal den Orden des Banners der Arbeit Erster Klasse, das Offiziers-, Komtur- und Komturkreuz mit Stern des Ordens Polonia Restituta sowie Verdienstkreuz in Gold und Silber. Für seine Verdienste als Botschafter in der Tschechoslowakischen Republik wurde er des Weiteren mit dem Orden des Weißen Löwen geehrt.
Später fungierte er zwischen 1988 und 2006 als Vorsitzender der Stiftung „Helden des Fallschirmturms“ (Fundacji Nagród i Wyróżnień), die benachteiligte Jugendliche fördert. Er engagierte sich ferner im Katowiceer Ortsverband des Verbandes der Veteranen der Republik Polen und ehemaligen politischen Gefangenen ZKRPiBWP (Związek Kombatantów Rzeczypospolitej Polskiej i Byłych Więźniów Politycznych). Er war mit Maria Mitręga, geb. Kot (1923–2009) verheiratet und wurde nach seinem Tode wurde er auf dem Friedhof in der Francuska-Straße in Katowice beigesetzt.
Weblinks
- Mitręga Jan (1917-2007). Sejm (polnisch).
- Jan Mitręga. Instytutu Pamięci Narodowej (IPN) Biuletyn Informacji Publicznej (polnisch).
- Mitrega, Jan (Karol). rulers.org (englisch).