Jan Vitovec
böhmischer Söldnerführer, 15. Jahrhundert
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Jan Vitovec von Greben ({TschS|Jan Vítovec ze Hřebeňe}, {KrS|Ivan Vitovec Grebengradski}, Jan Vitovec de Gereben, Johann/Hans von Witowec/Wittowezc/Wittobecz/Witowetz, Ivan Bitovec,[1] Jan Bitovac[2], Jan Vitovec, Graf von Zagorje[3] genannt; * in Südböhmen; † um 1468 in Kroatien) war ein Söldner und Heerführer tschechischer Herkunft, der eine wichtige Position und beträchtlichen Besitz in Slawonien erlangte. Er bekleidete das Amt des slawonischen Banus und wurde von Kaiser Friedrich III. zum Grafen von Zagorje erhoben.
Leben
Jan Vítovec wurde vermutlich in Südböhmen (oder Mähren) geboren und stammt vermutlich aus einer bescheidenen böhmischen oder mährischen Edelknechtfamilie Ritter zu Vítovice und Zlín , unter denen ein gewisser Peter Roman aus Vizovice 1440 als Besitzer der Burg Zlín im Wisowitzer Bergland erwähnt wird.
Als hussitischer Krieger erlernte Jan Vítovec die Kriegskunst. Während dessen Aufenthalts in den böhmischen Ländern 1438/1439 traf der erfahrene Vítovec vermutlich den Grafen Ulrich II. von Cilli und stand fortan im Dienst des Grafen als Söldner.
Es dauerte nicht lange, bis er durch seine soldatischen Leistungen und als guter Stratege unter dem damals gefeierten Heerführer Johann Giskra von Brandeis Anerkennung fand. Für die Cilli siegte er im Jahre 1441 in der Schlacht bei Uhri, belagerte 1442 vergeblich Laibach und siegte wieder 1445 in der großen Schlacht bei Pokroc (Pongraz), wobei er ein Auge einbüßte. Auf Cilli vorrückende Magyaren schlug er 1446 bei Pettau (Ptuj).
Nach dem Tode des letzten Sprosses des Hauses Cilli, Ulrich II., begab sich dessen Witwe 1456 unter den Schutz von Vitovec, der die Interessen der Gräfin gegen Kaiser Friedrich III. wahrnahm. Nach den Cilliern diente er Kaiser Friedrich III. und wurde von diesem für seine Verdienste im Cillier Erbfolgekrieg (Frieden von Pusarnitz) mit Burg und Herrschaft Sternberg und dem Freiherrentitel belohnt. Später war er auch Vasall des Königs Matthias Corvinus von Ungarn.
Als angesehener Graf, Freiherr und Banus verstarb er in der Zeit zwischen 1468 und 1469. Er hinterließ eine Ehefrau geb. von Weißpriach, drei Söhne Georg, Wilhelm, Johann und eine Tochter, die spätere Gräfin von Montfort.
Literatur
- Franz von Krones: Witowec, Hans von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 43, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 564–568.
- Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493). Hof, Regierung, Politik (= Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Bd. 17). 3 Bände, Böhlau, Köln 1997, ISBN 3-412-15595-0 (Zugleich: Gießen, Universität, Habilitations-Schrift, 1993), Teil 1, S. 228f.
- Janez Mlinar: Vitovec, Jan. In: Josip Vidmar u. a. (Hrsg.): Enciklopedija Slovenije. Band 14: U – We. Mladinska Knjiga, Ljubljana 2000, ISBN 86-11-15365-0, S. 278.