Janaki Mandir
hinduistischer Tempel in Janakpur, Nepal
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Janaki Mandir (Nepali: जानकी मन्दिर) ist ein hinduistischer Tempel (mandir) in der Großstadt Janakpur in der Provinz Madhesh in Nepal. Er ist der Göttin Sita gewidmet und soll an der Stelle ihrer Geburt errichtet worden sein. Jedes Jahr besuchen Tausende von Pilgern aus Nepal, Indien, Sri Lanka und anderen Ländern den Tempel, um Rama und Sita zu verehren.



Das Heiligtum befindet sich seit dem Jahr 2008 auf der Tentativliste für eine Nominierung als UNESCO-Welterbe.[1]
Mythologie
Laut Legenden und Epen regierte König Janaka dieses Gebiet (Videha genannt) während der Ramayana-Periode. Seine Tochter Janaki (= Sita) hatte Rama als ihren Ehemann gewählt und wurde die Königin von Ayodhya. Ihre Hochzeitszeremonie soll im nahe gelegenen Tempel stattgefunden haben, der auch vivaha mandap genannt wird.
Geschichte
Im Jahr 1657 soll an dieser Stelle eine goldene Statue der Göttin Sita gefunden worden sein, und Sita soll dort gelebt haben. Die Legende besagt, dass der Tempel auf der heiligen Stätte gebaut wurde, wo Sannyasi Shurkishordas ein Bildnis der Göttin Sita gefunden hatte. In der Tat war Shurkishordas der Gründer des modernen Janakpur und der große Heilige und Dichter, der über die Sita Upasana (auch Sita Upanishad genannt) Philosophie predigte. Die Legende besagt, dass König Janaka an diesem Ort die Anbetung von Shiva-Dhanus (Shiva mit seinem Bogen) durchführte.
Der heutige Tempelbau wurde im Jahr 1874 begonnen und im Jahr 1910 fertiggestellt. Bei dem Erdbeben in Nepal im April 2015 wurde der Tempel beschädigt, doch bald darauf restauriert.
Architektur
Die sich im Wesentlichen an der symmetrisch-repräsentativen Mogul-Architektur orientierende Bauweise des Tempels ist einzigartig in Nepal. Vollständig in strahlendem Weiß und auf einer Fläche von 4860 Quadratmetern in einem Stilgemisch aus Mogul- (Portalzone mit bengalischem Dach) und europäischen Elementen (Gesimse, Kuppellaternen etc.) erbaut, ist es ein dreistöckiges Bauwerk, welches – im Kern aus Ziegelsteinen – außen meist verputzt und innen komplett mit weißem Marmor verkleidet ist. Viele Teile des Bauwerks sind bunt bemalt. Alle 60 Räume sind mit der nepalesischen Flagge, farbigem Glas, Gravuren und Gemälden verziert; einige sind überdies mit Gitterfenstern (jalis) und Türmchen versehen.