Jani Silva

kolumbianische Umwelt- und Friedensaktivistin (geb. 1962 oder 1963) From Wikipedia, the free encyclopedia

Jani Silva ist eine kolumbianische Umwelt- und Friedensaktivistin aus dem Departamento de Putumayo und Präsidentin der Asociación de Desarrollo Integral Sostenible Perla Amazónica (ADISPA), welche die Zona de Reserva Campesina „La Perla Amazónica“ vertritt.[1] Aufgrund ihres Einsatzes steht sie seit Jahren unter massiven Drohungen und wird durch die staatliche Unidad Nacional de Protección (UNP) geschützt.[1] Für ihr jahrzehntelanges Wirken wurde sie mit dem Hessischen Friedenspreis 2024 ausgezeichnet, der am 16. September 2025 im Hessischen Landtag verliehen wurde.[2]

Leben

Silva wuchs im kolumbianischen Amazonas auf und zog als Zwölfjährige mit ihrer Mutter von Leticia in den Bezirk Puerto Asís (Putumayo).[3] Seit den späten 1990er-Jahren organisierte sie sich mit ihrer Gemeinde, die im Jahr 2000 die Zona de Reserva Campesina „La Perla Amazónica“ konsolidierte.[4] Die Schutzzone wurde durch die Resolution 0069 vom 18. Dezember 2000 offiziell anerkannt.[5] Später übernahm Silva die Präsidentschaft von ADISPA, jener Organisation, welche die Reserve verwaltet.[1] Aufgrund anhaltender Morddrohungen musste sie im Oktober 2020 ihre Farm verlassen und zeitweise ins Exil gehen.[3] Besuche in die ländliche Zone unternimmt sie seither in Begleitung von Personenschützern oder der Peace Brigades International (PBI).[3] Im Jahr 2023 wurde sie auf Vorschlag von Amnesty International für den Friedensnobelpreis nominiert.[2]

Wirken

ADISPA vertritt in der Schutzzone rund 800 Familien aus 23 Ortschaften des Municipio Puerto Asís.[5] Die ZRC „Perla Amazónica“ umfasst an der Grenze zu Ecuador etwa 22.000 Hektar Regenwald.[5] Silva und ADISPA fördern als Alternativen zur Extraktivwirtschaft ökologische Landwirtschaft, Bienenzucht, Kakaoanbau und groß angelegte Wiederaufforstung.[3][5] Überdies arbeitet ADISPA in Projekten zur Wiederherstellung des Amazonas-Ökosystems mit internationalen Partnern wie dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zusammen.[4] Öffentlich kritisierte Silva die Umweltauswirkungen von Ölprojekten – unter anderem Amerisur/GeoPark im Block Platanillo –, die Verschmutzungen und Eingriffe in Gewässer verursacht hätten.[1][6] Zivilgesellschaftliche Organisationen dokumentierten wiederholt Drohungen bewaffneter Gruppen gegen sie und andere Gegner dieser Ölprojekte; das Business & Human Rights Resource Centre veröffentlichte hierzu 2021 auch eine Firmenantwort von GeoPark.[7] PBI begleitet Silva seit Jahren und verweist auf das extrem gefährliche Umfeld für die Umweltbewegung in Kolumbien sowie auf ihren Einsatz für Alternativen zu illegalen Ökonomien wie die Koka-Substitution.[8] Amnesty International startete 2021 eine weltweite Solidaritätsaktion („Letter from the World“) für ihren Schutz und hob dabei ihren Einsatz für Wiederaufforstung und die Umsetzung des Friedensabkommens von 2016 hervor.[9] Die Auszeichnung mit dem Hessischen Friedenspreis würdigt ihren jahrzehntelangen Einsatz für Menschenrechte, bäuerliche Rechte und den Schutz des Amazonas in einem von Gewalt und Drogenökonomie geprägten Kontext.[2][3]

Einzelnachweise

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