Jasleen Kaur

schottische Künstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Jasleen Kaur (* 1986 in Glasgow) ist eine schottische Künstlerin, die 2024 den Turner Prize für ihre Installation Alter Altar erhielt.[1] Ihre Kunst verbindet Alltagsobjekte, Skulptur und Klang mit Bezügen zur Sikh-Gemeinde Glasgows und wurde von der Jury für die Zusammenführung persönlicher, politischer und spiritueller Elemente gelobt.[2] In ihrer Dankesrede vor der Tate Britain unterstützte sie Proteste, rief zu einem Waffenstillstand in Gaza auf und forderte die Loslösung der Tate von Geldgebern mit Israel-Verbindungen.[3]

Leben

Kaur wurde 1986 in Glasgow geboren und wuchs im Stadtteil Pollokshields in einer Sikh-Familie auf.[4] Sie studierte Silberschmieden und Schmuck an der Glasgow School of Art und schloss dort 2008 ab.[5] Anschließend setzte sie ihre Ausbildung am Royal College of Art in London fort.[6]

Wirken

Kaurs Arbeiten thematisieren, wie kulturelles Gedächtnis in Dingen und Ritualen eingeschrieben ist, und nutzen Improvisation sowie politische Mystik, um Traditionen und überlieferte Mythen zu hinterfragen.[4] Die für den Preis maßgebliche Einzelausstellung Alter Altar wurde 2023 im Tramway in Glasgow gezeigt und 2024 im Rahmen der Turner-Prize-Schau in der Tate Britain neu eingerichtet.[2] Zentral sind ein roter Ford Escort, der mit einer übergroßen Häkeldecke bedeckt ist, ein großflächiger Teppich, ein Himmel aus Acryl mit Alltagsobjekten sowie Klangspuren mit Handglocken, Sufi-Gesängen, Harmonium und Popmusik.[7] Die Jury würdigte die bedachte Art, in der Kaur das Persönliche, Politische und Spirituelle verwebt, und sprach von einer visuellen wie akustischen Erfahrung, die Solidarität und Freude nahelege.[2] Der Turner Prize war 2024 mit 25.000 Pfund dotiert, das Preisjahr war der 40. Geburtstag der Auszeichnung; neben Kaur waren Claudette Johnson, Pio Abad und Delaine Le Bas nominiert.[1] Kommentare betonten sowohl das Ineinandergreifen von Persönlichem, Politischem und Spirituellem als auch die große Aufmerksamkeit für Kaurs Stellungnahmen zu Gaza; zugleich wurde die Entscheidung als respektabel, aber wenig provokant eingeordnet.[8][9] In ihrer Rede sowie in Anknüpfung an einen offenen Brief forderte Kaur die Tate auf, Verbindungen zu Geldgebern mit Israel-Bezügen zu beenden und einen sofortigen Waffenstillstand zu unterstützen.[3][2] Zeitgleich berichteten Medien von pro-palästinensischen Protesten vor der Tate Britain und einer starken Polizeipräsenz, der Kaur öffentlich ihre Solidarität aussprach.[10]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI