Jatznick

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Jatznick ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Sie wird vom Amt Uecker-Randow-Tal mit Sitz in der Stadt Pasewalk verwaltet.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Jatznick
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jatznick hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 35′ N, 13° 56′ O
Bundesland:Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Uecker-Randow-Tal
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 62,23 km²
Einwohner: 2148 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17309
Vorwahlen: 039741, 039752
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 055
Adresse der Amtsverwaltung: Haußmannstraße 85
17309 Pasewalk
Website: www.amt-uecker-randow-tal.de
Bürgermeister: Frank Schulz
Lage der Gemeinde Jatznick im Landkreis Vorpommern-Greifswald
KarteWeitenhagenKarlsburg
Karte
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Geografie

Mit etwa 2000 Einwohnern ist Jatznick die größte Gemeinde im Amt Uecker-Randow-Tal. Sie liegt am Nordostrand des Nördlichen Höhenrückens, einer Endmoräne, die sich ca. 25 Kilometer nach Westen hinzieht (höchste Erhebung in den Brohmer Bergen 153 m ü. NHN). Nördlich und östlich von Jatznick wird die Landschaft sehr flach (Ueckermünder Heide bis zum Stettiner Haff sowie Niederungsgebiet der Friedländer Großen Wiese). Bei Waldeshöhe befindet sich der Aalsee, ein etwa 0,8 Hektar großes Gewässer.

Umgeben wird Jatznick von den Nachbargemeinden Wilhelmsburg und Torgelow im Norden, Hammer a. d. Uecker im Nordosten, Viereck im Osten, Pasewalk im Südosten, Schönwalde im Süden, Uckerland und Groß Luckow im Südwesten, Strasburg (Uckermark) im Westen sowie Rothemühl im Nordwesten.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Jatznick gehören folgende Ortsteile:[2]

Wohnplätze und Wüstungen[3]
  • Albertshof
  • Am Berge
  • Ausbau
  • Herrnkamp
  • Mauseort
  • Moosbruch
  • Oslanin
  • Wärterhaus
  • Wilhelmsthal

Geschichte

1354 wurde der Ort Jatznick erstmals in einer Urkunde erwähnt. Jatznick war ursprünglich von Slawen bewohnt, die dem Ort seinen heutigen Namen gaben.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Waldeshöhe eingemeindet, am 1. Januar 2001 wurde Belling eingegliedert.[4] Am 1. Januar 2012 wurden die vormals eigenständigen Gemeinden Blumenhagen und Klein Luckow nach Jatznick eingemeindet.[5]

Bevölkerung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
19901855
19951743
20001668
20052044
20101875
20152278
JahrEinwohner
20202239
20212232
20222208
20232178
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[6]

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Jatznick besteht aus 12 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 67,4 % zu folgendem Ergebnis:[7]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[8]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Bürgerbündnis mit Kompetenz für Vorpommern56,4 %761,3 %7
AfD10,0 %117,1 %2
CDU22,1 %310,3 %1
Einzelbewerber Dietmar Kowalski04,2 %1
Einzelbewerber Eric Jürgens04,0 %1
Einzelbewerberin Sabine Hanusch03,1 %
Einzelbewerberin Waltraud Gundlaff08,0 %1
Weitere Einzelbewerber03,5 %
Insgesamt100 %12100 %12
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Bürgermeister

  • 2004–2024: Peter Fischer (Bürgerbündnis mit Kompetenz für Vorpommern)
  • seit 2024: Frank Schulz (Bürgerbündnis mit Kompetenz für Vorpommern)

Fischer wurde bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 59,4 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.[9] Bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 wurde Schulz ohne Gegenkandidat mit 87,5 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[10] Seine Amtsdauer beträgt fünf Jahre.[11]

Wappen

Wappen von Jatznick
Wappen von Jatznick
Blasonierung: „Gespalten; vorn in Silber ein blauer Eschenzweig; hinten in Blau ein Storch in natürlichen Farben mit erhobenem rechten Ständer.“[12]
Wappenbegründung: In dem Wappen steht der Eschenzweig nach dem Gestaltungsgrundsatz des pars pro toto als redendes Zeichen für den aus dem Slawischen stammenden Ortsnamen, der so viel wie Eschenwald bedeutet. Mit dem Storch soll auf die zahlreichen Nistplätze des Weißstorchs im Gemeindegebiet verwiesen werden. Die Tingierung des Wappens in Silber und Blau deutet auf die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landesteil Vorpommern hin.

Das Wappen und die Flagge wurde von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltet. Es wurde zusammen mit der Flagge am 12. Februar 2002 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 258 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Flagge

Die Flagge ist gleichmäßig und quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Weiß, Blau, Weiß und Blau gestreift. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils zwei Drittel der Länge des mittleren blauen und des mittleren weißen Streifens sowie auf zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs übergreifend, das Gemeindewappen. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.[2]

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE JATZNICK * LANDKREIS VORPOMMERN-GREIFSWALD“.[2]

Gemeindepartnerschaft

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Kirche Jatznick
  • Kirche Jatznick, entstand vermutlich im 14. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert barock überformt. Im Innern befindet sich unter anderem ein Kanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit einem Säulenaufbau sowie einem gesprengten Giebel mit dem Auge der Vorsehung. Der Kanzelkorb ist im Bodenbereich mit Akanthus verziert, ebenso die vier unteren Kassetten. Darüber sind ein Bischof sowie drei Heiligenfiguren aus der Zeit um 1500 angebracht.
  • Kirche Groß Spiegelberg, entstand im 15./16. Jahrhundert aus Feldsteinen, die anschließend verputzt wurden. Im 18. Jahrhundert erneuerten Handwerker die Südwand. Im Innenraum steht unter anderem ein Kanzelkorb aus dieser Zeit.
  • Dorfkirche in Belling von 1828, neoromanisch[13]
  • Alte Wassermühle in Belling
  • Dorfkirche in Klein Luckow, frühgotischer Feldsteinbau mit östlichem Blendengiebel, hölzernem Turm über dem Westgiebel und später veränderten Seitenfenstern[14]

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Forstsamendarre Jatznick

Die Forstsamendarre Jatznick ist eine von insgesamt acht Forstsamendarren in Deutschland. Sie umfasst ein Produktionsgebäude, eine Schaumanufaktur sowie einen dendrologischen Garten. Das Gebäude aus dem Jahr 1923 ist als technisches Denkmal eingetragen. Daneben existieren verschiedene Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe.

Verkehr

Jatznick liegt an der Bundesstraße 109 von Pasewalk nach Anklam. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Pasewalk Nord an der Ostseeautobahn A 20 (zwölf Kilometer südlich).

Der Bahnhof Jatznick an der Bahnlinie Berlin–Stralsund wird von der Regional-Express-Linie RE 3 (Falkenberg (Elster)–Berlin–Stralsund) im Zweistundentakt bedient. Seit 1884 führt zudem eine Zweigstrecke nach Ueckermünde.

Bildung

Jatznick ist Schulstandort (Grundschule).

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

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