Jean Aribaud
französischer Beamter und Präfekt
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Jean Roch Albert Aribaud (* 30. November 1943 in Carcassonne, Département Aude) ist ein französischer Beamter, der unter anderem Präfekt mehrerer Départements, zwischen 1993 und 1997 Innenminister von Monaco sowie von 1997 bis 2001 Hochkommissar von Französisch-Polynesien war.

Leben
Jean Roch Albert Aribaud absolvierte ein Studium am Institut d’études politiques de Paris, das er 1966 beendete, sowie von 1969 bis 1971 Absolvent der Nationalen Hochschule für Verwaltung ENA (École nationale d’administration), die er als Angehöriger des Jahrgangs „Promotion Thomas Morus“ abschloss. Er trat daraufhin als Beamter in den staatlichen Verwaltungsdienst und wurde am 15. Mai 1986 zum Ritter des Ordre national du Mérite ernannt. Er war als Nachfolger von Hubert Perrot[1] vom 26. Juli 1989 bis zu seiner Ablösung durch Michel Pelissier[2] am 3. Januar 1992 Präfekt des Département Lozère. Er wurde am 21. Oktober 1991 auch zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Im Anschluss löste er am 3. Januar 1992 Jean-Paul Frouin[3] als Präfekt des Département Yonne ab und bekleidete dieses Amt bis zum 2. Februar 1993, woraufhin Jean-Pierre Marquié[4] neuer Präfekt wurde. 1993 löste er Michel Éon[5] als Conseiller de gouvernement pour l’Intérieur ab und war damit bis zu seiner Ablösung durch Philippe Deslandes[6] 1997 Innenminister der Regierung von Monaco unter Staatsminister Jacques Pierre Dupont[7] beziehungsweise ab dem 2. Dezember 1994 Staatsminister Paul Dijoud.[8][9]
Aribaud übernahm am 9. Oktober 1997 von Paul Roncière[10] das Amt des Hochkommissar (Haut-commissaire de la République) von Französisch-Polynesien und bekleidete dieses bis zu seiner Ablösung durch Michel Mathieu[11] am 27. Oktober 2001.[12][13] Für seine Verdienste wurde er am 4. Mai 1995 zum Offizier des Ordre national du Mérite sowie am 1. Januar 2000 auch zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Als Nachfolger von Bernard Hagelsteen[14] übernahm er am 27. Oktober 2001 den Posten des Präfekten des Département Seine-Saint-Denis und verblieb in dieser Funktion bis zu seiner Ablösung durch Michel Sappin[15] am 19. Dezember 2002. In dieser Funktion wurde er am 11. Juli 2002 zudem Nachfolger von Bernard Hagelsteen als Mitglied des Verwaltungsrats der Nationalen Gesellschaft für gemischte Wirtschaft für das Stade de France (Société nationale d'économie mixte Stade de France) und am 6. August 2002 außerdem Mitglied des Verwaltungsrats der Aktiengesellschaft für gemischte Wirtschaft für das Großprojekt Clichy-sous-Bois-Montfermeil (Société anonyme d'économie mixte pour le grand projet urbain de Clichy-sous-Bois - Montfermeil).
Am 19. Dezember 2002 wurde Jean Aribaud als Nachfolger von Bruno Fontenaist[16] Präfekt des Département Seine-Maritime und behielt dieses Amt bis zum 9. Juli 2004, woraufhin Daniel Cadoux am 9. Juli 2004 ihn ablöste.[17] Zugleich fungierte er zwischen dem 19. Dezember 2002 und dem 9. Juli 2004 auch als Präfekt der damaligen Region Haute-Normandie. Für seine Verdienste erfolgte am 15. Mai 2002 seine Ernennung zum Kommandeur des Ordre national du Mérite. Er löste am 9. Juli 2004 Rémy Pautrat[18] als Präfekt des Département Nord ab, das noch vor Paris, das bevölkerungsreichste Département Frankreichs ist, und behielt dieses Amt bis Daniel Canepa[19] am 20. Juli 2006 seine Nachfolge antrat. Gleichzeitig fungierte er vom 9. Juli 2004 bis zum 29. Juli 2006 als Präfekt der damaligen Region Nord-Pas-de-Calais sowie als Präfekt der nördlichen Verteidigungszone (Zone de défense Nord).
Ferner löste er am 28. August 2004 Jean-Pierre Richer[20] als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Wasserbehörde Artois-Picardie (Agence de l’eau Artois-Picardie) ab, eine der sechs französischen Behörden, die für die Bekämpfung der Umweltverschmutzung und den Schutz der aquatischen Umwelt zuständig sind. Er wurde am 22. Juli 2006 vom Minister für Inneres und Raumplanung Nicolas Sarkozy[21] Präfekt mit Sonderauftrag mit der Leistungsbeurteilung der Präfekten in ihren territorialen Ämtern beauftragt. Zudem wurde er am 5. Januar 2007 Vorsitzender des Obersten Rates für staatliche Gebietsverwaltung (Conseil supérieur de l’administration territoriale de l’Etat) sowie am 2. März 2007 Mitglied des Auswahlkomitees für die Integration von Inspektoren und Generalinspektoren in das Korps der Generalinspektion für Verwaltung gemäß Artikel 8 des Dekrets Nr. 81-241 vom 12. März 1981 in der geänderten Fassung über die Sonderbestimmungen des Korps der Generalinspektion für Verwaltung IGA (Inspection générale de l’administration). Für seine Verdienste erfolgte am 31. Januar 2008 auch seine Ernennung zum Kommandeur der Ehrenlegion. Er wurde am 8. Juli 2008 Präsident des Hohen Rates der Nachrichtenagentur AFP (Agence France-Presse) und wurde am 14. Januar 2012 zum Mitglied dieses Hohen Rates gewählt sowie am 12. April 2015 wiedergewählt. Er schied zwischenzeitlich am 6. September 2009 formell aus dem staatlich Präfekturdienst und trat in den Ruhestand.
Weblinks
- Jean Aribaud. Nominations au Journal officiel de la République française, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
- Dictionnaire biographique des préfets depuis 1982: ARIBAUD, Jean. Archives nationales, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
- Aribaud, Jean (Roch Albert). rulers.org, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).