Jeanne Fery

französische Dominikanernonne From Wikipedia, the free encyclopedia

Jeanne Fery (fl. 1584/1585) war eine französische Dominikanernonne im Kloster der Soeurs noires (Schwarzen Schwestern) in Mons im Hennegau. Sie ist bekannt dafür, dass sie in den Jahren 1584 und 1585 durch böse Geister besessen worden sein soll. Sie schrieb ihren eigenen Bericht über ihre Teufelsaustreibung und war Gegenstand der Histoire admirable et veritable des choses advenues à l’endroict d’une religieuse.[1] Eine deutsche Übersetzung war bereits 1589 erschien.[2]

Onno van der Hart und Kollegen analysierten den Fall von Besessenheit und Exorzismus aus dem 16. Jahrhundert als dissoziative Identitätsstörung (DIS) und betrachteten ihn als vielleicht frühesten historischen Fall, bei dem die DIS retrospektiv mit Sicherheit diagnostiziert werden könne.[3]

Literarisches Nachleben

Carlos Fuentes erwähnt Jeanne Fery in seinem Roman Hautwechsel.[4]

Literatur

  • (Jeanne Fery): La possession de Jeanne Fery, religieuse professe du couvent des soeurs noires de la ville de Mons[5] (1584). Préf. de Bourneville. Texte de l’éd. de Paris, 1586. Paris 1886 Bibliothèque diabolique (Collection Bourneville) Digitalisat
    • deutsche Ausgabe: Warhafft vnd gründtlicher Bericht, sehr wunderlich vnnd gleichsam vnerhörter Geschichten, so sich vnlangst zu Bergen in Henogau, Ertzbisthumbs Cambrai, mit einer besessenen, vnd hernach wider erledigten Closterfrawen verloffen. Auß Frantzösischer Sprach, in Hochteutsch gebracht. Berg, München 1589 Digitalisat
  • Onno van der Hart, Ruth Lierens, Jean Goodwin: Jeanne Fery: A Sixteen Century Case of Dissociative Identity Disorder. In: The Journal of Psychohistory. 24 (1), 1996, S. 1–12, PDF (abgerufen am 29. April 2022). – Abstract

Einzelnachweise und Fußnoten

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