Jeanne Loriod
französische Interpretin des Ondes Martenot
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Jeanne Blanche Armande Loriod (13. Juli 1928 – 3. August 2001) war eine französische Musikerin, die als weltweit führende Interpretin des Ondes Martenot, eines frühen elektronischen Instruments, galt.
Leben
Sie wurde in Houilles im Département Yvelines geboren und war die jüngere Schwester von Yvonne Loriod, der Pianistin und zweiten Ehefrau von Olivier Messiaen. Sie studierte Klavier bei Lazare Lévy am Pariser Konservatorium. 1947 trat sie dort einer neuen Klasse bei, in der sie die Ondes Martenot kennenlernte.
Später unterrichtete sie am Conservatoire, außerdem an der Ecole Normale und an der Schola Cantorum. Eine große Zahl Werken für ihr Instrument wurden von ihr in Auftrag gegeben, bzw. war sie deren Uraufführungsinterpretin. Unter diesen Kompositionen befanden sich Werke von Charles Koechlin, Henri Dutilleux, Sylvano Bussotti und Tristan Murail.[1]
Sie spielte alle Werke Messiaens für Ondes Martenot, insbesondere die Turangalîla-Symphonie, die sie sechs Mal aufnahm. Das Werk war jedoch nicht für sie geschrieben worden, sondern für Ginette Martenot, die Schwester seines Erfinders Maurice Martenot.
Loriods enormes Repertoire umfasste vierzehn Konzerte, etwa dreihundert Werke mit konzertanten Parts für Ondes und weitere 250 Kammermusikwerke. Sie spielte auch in zahlreichen Filmmusiken. Außerdem veröffentlichte sie ein Standardwerk über das Instrument, die dreibändige Abhandlung Technique de l’onde electronique type Martenot.
Im August 2001 erlitt sie einen Schlaganfall und ertrank beim Schwimmen in der Nähe von Antibes an der französischen Riviera.
Veröffentlichungen
- Technique de l'Onde electronique type Martenot Vol I Jeanne Loriod. ISBN 979-0-04-626275-3. 1993
- Technique de l'Onde electronique type Martenot Vol II Jeanne Loroid. ISBN 979-0-04-628901-9. 1993
- Repertoire De L'Oeuvre Ecrite Pour L'onde Electronique Vol III Jeanne Loroid. ISBN 979-0-04-629252-1. 1999