Jeffrey Graham Jeffreys
Geistlicher, Schulgründer und Schulleiter
From Wikipedia, the free encyclopedia
Jeffrey Graham Jeffreys (* 30. April 1893 bei Adelaide, Australien; † 1977 in Bournemouth, England)[1] war ein australischer anglikanischer Geistlicher, Schullehrer und -gründer in England. Er gründete die Bryanston School in Dorset[2][3] und das Ottershaw College in Surrey.
Biographie
Frühe Jahre, Ausbildung und Erster Weltkrieg
Jeffrey besuchte das St. Peter’s College und die School of Mines, die staatliche Ausbildungsstätte für Bergbaukunde in Adelaide. Anschließend unterrichtete er zunächst an verschiedenen Schulen in Australien[1] unter anderem am Barker College in Sydney und an der Ballarat Church of England Grammar School. Am 21. August 1916 trat er der Australian Imperial Force bei. Zu dieser Zeit war er als Hilfslehrer an der Melbourne Grammar School tätig. Er gehörte zur 3. oder 6. Feldartilleriebrigade, die am 11. Mai 1917 mit dem Truppentransporter HMAT (His Majesty's Australian Transport) Shropshire nach Europa verlegt wurde. In Frankreich erlitt er einen Granatschock und wurde daraufhin für neun Monate in ein Krankenhaus in England eingeliefert. Anschließend trat er dem Australian Flying Corps bei und wurde kurz vor dem Waffenstillstand zum Leutnant befördert.
Nach seiner Entlassung kehrte er nach Australien zurück, erwarb einen Bachelor-Abschluss an der Universität Melbourne und wurde als Dozent am Scotch College in Melbourne eingestellt.
Tätigkeit in England
1921 zog Jeffreys nach England, um Chemie an der Westminster School in London zu unterrichten.[1] Der Schulleiter ermutigte ihn, ein zweites Studium am Christ Church College in Oxford aufzunehmen. Anschließend unterrichtete er an der Radley School in Berkshire südlich von Oxford. Er hegte jedoch den Wunsch, eine eigene Schule zu gründen. In Dorset boten sich zwei Möglichkeiten an: Brownsea Island im Hafen von Poole und Bryanston. Der Earl of Shaftesbury sagte finanzielle Unterstützung und den Vorsitz des Schulvorstands zu.
Jeffreys hatte 35.000 Pfund Sterling aufgebracht, um das Haus und 450 Morgen Land von William Cavendish-Scott-Bentinck, 4. Duke of Portland zu erwerben.

1928 gründete Jeffreys die Bryanston School als Schulleiter mit sieben Assistenten und 23 Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren. Er wählte das Schulwappen (eine aufgehende Sonne) und das Schulmotto „Et Nova et Vetera“ (lateinisch für „Neu und Alt“).[4]
Jeffreys führte in Bryanston den damals noch recht neuen Daltonplan ein.[1] Dieser Plan wurde ursprünglich in den 1920er-Jahren von der amerikanischen Lehrerin Helen Parkhurst an der Dalton High School in Massachusetts entwickelt. Er kombinierte traditionelle und moderne Ansätze, daher auch das Schulmotto.
Am 25. Mai 1928 besuchte der Prince of Wales die Schule.[1]
Es kam zu Spannungen mit dem Kuratorium, woraufhin Jeffreys 1931 zurücktrat. Er zog nach Surrey, um dort 1932 das Ottershaw College zu gründen.[5] Dazu erwarb die Ottershaw College Ltd. das Herrenhaus im Ottershaw Park, um dort ein Internat für Jungen einzurichten. Die Schüler und Lehrer lebten und lernten im Herrenhaus, das damals „Schulhaus“ genannt wurde. Anfangs gab es nur wenige Schüler, doch die Zahl stieg bis 1937 auf 123. In diesem Jahr äußerten sich die staatlichen Schulinspektoren recht kritisch über die Schule und waren vom Schulleiter alles andere als angetan.[1] 1934 wurde er als Diakon ordiniert und erhielt von 1934 bis 1939 die Erlaubnis, in der Diözese Guildford als Priester tätig zu sein.[1]
Die Schule war einige Zeit erfolgreich, musste aber 1937 Insolvenz anmelden. Dank der finanziellen Unterstützung von Herrn Barry Cooper, dem Vater eines der Schüler, wurde die Chertsey Public School Ltd. gegründet, und das College konnte noch zwei weitere Jahre bestehen. Reverend J. G. Jeffreys, wie er nun hieß, zog als Prediger nach Fulham, und im April 1939 wurde F. W. Manning, der zuvor seit 1933 als Hilfslehrer am College tätig gewesen war, zum neuen Schulleiter ernannt. Mit dem Ausbruch des Krieges im Jahr 1939 wurde das College endgültig geschlossen.[1]
Während seiner Zeit am Ottershaw College begann Jeffreys auf dem nahegelegenen Flugplatz wieder mit dem Fliegen. Am 20. Juli 1938 erhielt er im Brooklands Flying Club in Surrey eine Lizenz zum Fliegen der Tiger Moth/Gipsy Moth erhielt.[1]
Während des Zweiten Weltkrieges
Nach seiner ersten Zeit in Fulham wechselte Jeffreys als Pfarrer nach Nordlondon, um die Gemeinde St Mary the Virgin in Tottenham zu übernehmen. Dort wirkte er während des größten Teils des Krieges von 1939 bis Ende 1945. Seine Kirche wurde durch Feindeinwirkung beschädigt, insbesondere durch einen Beinahetreffer einer V1-Flugbombe.[1] Anscheinend diente er in der Endphase des Krieges auch als Feldgeistlicher.[6]
Späteres Leben
Jeffreys kam am 27. Oktober 1945 nach Worcestershire, um die Pfarreien Badsey mit Aldington und Wickhamford zu übernehmen. Da er an Asthma litt, bekam ihm das dortige Klima allerdings nicht.[1] Nach seiner Zeit in Wickhamford wechselte er 1947 in die Diözese Southwark und wurde zum Kurat in Richmond, Surrey (1948–1950) ernannt und war auch als Hilfskurat an der alten Pfarrkirche in Richmond tätig. Von 1950 bis 1953 wirkte in St. Margaret’s, Oxford, und wurde anschließend von 1953 bis 1959 Pfarrer in Chesterton mit Wendlebury, Oxfordshire (1953–1959). 1961 bis Mitte der 1970er Jahre war er wohl noch als Geistlicher in Old Sarum (Salisbury) tätig, dann zog er sich nach Dorset zurück, wo seine Frau Anfang 1969 im Alter von 73 Jahren in Weymouth starb. Jeffrey Graham Jeffreys starb 1977 im Alter von 84 Jahren in Bournemouth.