Jenke Nordalm

deutsche Theaterregisseurin und Dramaturgin From Wikipedia, the free encyclopedia

Jenke Nordalm (* 1972) ist eine deutsche Theaterregisseurin und Dramaturgin.[1] Sie drehte überdies gemeinsam mit Michael Baumann den Dokumentarfilm Waschen und Leben (2010).[2]

Leben

Nordalm studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte in Berlin und London.[3] Im Jahr 1997 wurde sie Regieassistentin am Maxim Gorki Theater und ging 1998 für zwei Jahre an das Theater Basel.[1] 2000 gründete sie mit Daniela Kranz das Regieteam Kranz/Nordalm und war in diesem Rahmen auch an Klang, Video sowie Bühnenausstattung beteiligt.[1] Seit 2006 arbeitet sie als freie Regisseurin.[1] Sie lebt mit ihrer Familie in Mannheim.[4]

Wirken

Nordalm befasst sich insbesondere mit Erzählweisen aus einem weiblichen Blickwinkel und mit Antihelden.[3] Sie adaptiert oftmals zeitgenössische Literatur oder nähert sich Themen über Stückentwicklungen an.[3] Zu ihren Arbeitsfeldern zählen auch Stückentwicklung, Dramatisierung nichttheatraler Texte und die Inszenierung zeitgenössischer Stücke.[1] Sie inszenierte an den Sophiensälen, am Theater Freiburg, am Theater Aachen, an den Wuppertaler Bühnen und am Landestheater Tübingen.[5]

Am Landestheater Tübingen brachte sie eine Bühnenfassung von Kafkas Roman Der Process heraus und beschrieb einen (alp-)traumhaften Zugriff „Bild für Bild“ statt einer psychologisierenden Lesart.[6] Am Stadttheater Gießen inszenierte sie Der Staat gegen Fritz Bauer (Uraufführung) nach dem Film von Lars Kraume; die Premiere war am 21. April 2023.[1] Die Inszenierung verband ernste Themen mit unterhaltsamen Elementen nutzte dabei Anspielungen auf die Werbewelt der Nachkriegsjahre.[7] Das Stück lief dort bis Ende 2024.[8] In Kassandra und die Frauen Trojas in Esslingen ließ Nordalm die Titelfigur gleich zu Beginn voller Energie auf die Bühne stürzen.[9] Eine von ihr am Podium der Württembergischen Landesbühne Esslingen inszenierte Fassung von Lucy Kirkwoods Die Kinder wurde als starke Charakterstudien auf der Bühne beschrieben.[10]

Waschen und Leben porträtiert den Friseursalon „Salon Ulla“ in Stuttgart-West und wirft dabei humorvoll ein Schlaglicht auf alte Menschen, die sich mit ihrem Leben und dem Alter arrangieren.[2] An der Jungen Oper Stuttgart führte sie Regie bei Irgendwie Anders sowie Into the Little Hill – Der Rattenfänger von Hameln und war 2015/2016 für die Dramaturgie einer Neuinszenierung von Alice im Wunderland verantwortlich.[5] Am Jungen Deutschen Theater Berlin arbeitete sie mit Jugendlichen und unterrichtet regelmäßig Schauspielstudierende an der AdK Ludwigsburg.[3]

Einzelnachweise

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