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Jens Wendland (Journalist)

deutscher Journalist, Medienwissenschaftler und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Jens Wendland (* 1944 in Bad Polzin) ist ein deutscher Journalist, Medienwissenschaftler und Hochschullehrer.

Jens Wendland (2012)

Leben

Wendland wurde in einem Heim des Lebensborn im pommerschen Bad Polzin geboren. Sein leiblicher Vater war der General der Waffen-SS Hans-Adolf Prützmann, was Wendland erst im Alter von 75 Jahren erfuhr. Nach Kriegsende kam Jens Wendland in das SS-Mutterheim in Steinhöring. Sein rechtlicher Vater war SS-Offizier und später Ordonnanzoffizier des Regimentskommandeurs in Oslo. Dort lernte dieser Wendlands Mutter kennen, die nach Wendlands Geburt nach Norwegen abgeordnet wurde. Sein rechtlicher Vater machte nach dem Krieg Karriere bei der niedersächsischen Polizei.[1]

Jens Wendland studierte Rechtswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, unter anderem bei Harry Westermann. Später studierte er Medien- und Kulturwissenschaft und wurde in diesem Bereich 2011 an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Bereits während seines Jurastudiums schrieb er für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, des Spiegel und der Zeit. Ab 1968 war er Mitarbeiter bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, zunächst bei Radio Bremen, dann beim Westdeutschen Rundfunk.[2]

Von 1971 bis 1983 war er als Redakteur beim Hessischen Rundfunk tätig, von 1979 bis 1983 als Leiter des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit und Presse. Zudem war er von 1972 bis 1983 freier Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung als Theater-, Ballett- und Opernkritiker. Von 1984 bis 1989 war er Ressortleiter bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Er war dabei für den Aufbau der Tele-FAZ zuständig und war zuletzt Chefredakteur „Neue Medien“. Von 1989 bis 1991 war er Aufbau- und Programmleiter des regionalen TV-Senders Tele-West in Essen. 1991 wurde er Hauptabteilungsleiter Kultur beim Sender Freies Berlin (SFB) und Koordinator der Kulturwelle SFB 3. Ein Jahr später wurde er zum Hörfunkdirektor des SFB gewählt. Dieses Amt hatte er inne, bis der SFB 2003 mit dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg zum Rundfunk Berlin-Brandenburg fusionierte.[3]

Ab 2004 war Wendland als Nachfolger von Dietrich Ratzke deutscher Direktor des Freien Russisch-Deutschen Instituts für Publizistik an der Lomonossow-Universität Moskau, ab 2009 als Professor für Medienökonomie. Zudem war er ab 2005 Honorarprofessor für Medienwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Zudem war er für die Berliner Denkfabrik Dialogue of Civilizations Research Institute tätig.[4] Zudem hatte er Lehraufträge an den Universitäten Frankfurt am Main, Göttingen, Münster, Dortmund sowie der FU Berlin inne und war Gastdozent an der Universität Kapstadt sowie der Communication University of China in Peking.[5]

Wendland war Mitglied des Beirats des Goethe-Instituts, des Deutsch-Russischen Forums und des Petersburger Dialogs. 2015 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.[6]

Werke (Auswahl)

  • herausgegeben gemeinsam mit Mike Friedrichsen und Galina Woronenkowa: Medienwandel durch Digitalisierung und Krise: Eine vergleichende Analyse zwischen Russland und Deutschland. Nomos Verlag. Baden-Baden, 2010.
  • Eine verspielte Zukunft: Das Herausgeber-Kulturradio des NDR und des SFB von 1962 bis 1968. Nomos Verlag. Baden-Baden, 2011.
  • Wo ist der rote Faden: Abriss eines deutschen Journalisten-Lebens. (Autobiografie) Cuvillier Verlag. Göttingen, 2024.

Einzelnachweise

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