Jerry Krause
US-amerikanischer Basketballtrainer
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Jerome Richard „Jerry“ Krause (* 6. April 1939 in Chicago;[1] † 21. März 2017 ebendort)[2] war ein US-amerikanischer Basketball- und Baseballfunktionär.
Werdegang
Krause spielte Baseball als Schüler und während seines Studiums an der Bradley University. Sein ursprüngliches Vorhaben, den Beruf des Sportjournalisten zu ergreifen, verwarf er, da er nach eigener Aussage nicht über die Begabung verfügte, ein guter Schreiber zu werden.[3] 1962 wurde er bei der Baseballmannschaft Chicago Cubs tätig und übernahm dort eigener Angabe nach unterschiedliche organisatorische und betreuerische Aufgaben im Mannschaftsbetrieb.[4]
1966 wurde er Manager der Baseballmannschaft Portland Beavers. Er wechselte in den Basketballsport und war als Talentsichter für NBA-Mannschaften wie die Baltimore Bullets, Phoenix Suns und die Chicago Bulls tätig. In Baltimores Diensten trug Krause dazu bei, dass sich die Mannschaft im Draftverfahren Earl Monroe und Wes Unseld sicherte.[2]
1976 war er drei Monate lang bei den Chicago Bulls als Direktor des Spielerpersonals im Amt, ehe die Zusammenarbeit nach einem Streit mit Mannschaftseigentümer Arthur Wirtz wieder endete. Krause unterstützte anschließend die Baseballmannschaft Seattle Mariners bei der Spielersuche und besaß folgend rund ein Jahrzehnt lang seine Hauptbeschäftigung im Baseballsport. Auch die Cleveland Indians und die Oakland Athletics gehörten zu seinen Arbeitgebern.[5] Er wurde von Bill Veeck für die Chicago White Sox angeheuert und half als Talentsichter dabei, mehrere Spieler nach Chicago zu lotsen, die sich als erhebliche Verstärkung der Mannschaft erwiesen, darunter Tom Seaver, Greg Luzinski und Ozzie Guillén. Nachdem Veeck die White Sox Anfang der 1980er Jahre an Jerry Reinsdorf und dessen Geschäftspartner Eddie Einhorn verkauft hatte, blieb Krause im Amt.[3]
Reinsdorf und Einhorn übernahmen 1985 auch die Chicago Bulls. Krause erhielt im selben Jahr das Manageramt bei der Basketballmannschaft.[3] Um den aufstrebenden Michael Jordan baute er eine Mannschaft auf, die 1991, 1992, 1993, 1996, 1997 und 1998 den NBA-Meistertitel errang.[3] Krause holte den späteren Meistertrainer Phil Jackson nach Chicago und beförderte diesen 1989 vom Assistenz- zum Cheftrainer. Auch die Verpflichtung von Spielern wie Scottie Pippen, Horace Grant, Toni Kukoč, Steve Kerr, Ron Harper oder Dennis Rodman, die wichtige Bestandteile der Mannschaft wurden, fiel in Krauses Verantwortungsbereich.[4] Nach dem Gewinn der sechsten NBA-Meisterschaft 1998 sank der Stern der Chicago Bulls. Krause zerstritt sich mit Phil Jackson, der die Mannschaft daraufhin verließ. Pippen wurde an die Houston Rockets abgegeben, Jordan beendete 1999 seine Laufbahn. Krause gewann mit Tyson Chandler, Ron Artest oder Elton Brand neue begabte Spieler für die Chicago Bulls, der Erfolg blieb jedoch aus. Als Krauses Amtszeit im April 2003 zu Ende ging, gehörte Chicago zu diesem Zeitpunkt zu den schlechtesten Mannschaft der NBA.[3]
Im Januar 2004 stellte die Baseballmannschaft New York Yankees Krause als Assistent mit Sonderaufgaben ein.[6] Ab 2005 arbeitete er als Talentsichter bei den New York Mets, später übernahm er diese Aufgabe wieder bei den Chicago White Sox, danach war er bei den Arizona Diamondbacks beschäftigt.[7] Er wurde nach seinem Ableben in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen.[1]
Krause war Vater von zwei Kindern.[4]