Jesuitenkolleg (Brno)
Kolleg der Jesuiten in Tschechien
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Das Jesuitenkolleg in Brünn war das drittälteste böhmische Kolleg der Jesuiten, das von 1582 bis 1773 bestand.[1] Der Gebäudekomplex wurde im Jahr 1904 abgerissen, wobei nur die ehemalige Ordenskirche und das barocke Portal vom Abriss verschont blieben. Beide Objekte werden seit dem 3. Mai 1958 als tschechisches Kulturdenkmal mit einer gemeinsamen Denkmalschutz-Nummer geführt.[2]

Geschichte
1578 kamen die Jesuiten nach Brünn, wo sie 1582 mit dem Bau ihres Kollegs begannen. Die Fertigstellung dauerte mehr als fünfzig Jahre. Der Neubau der Kirche mit dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt nahm nur vier Jahre in Anspruch. Sie wurde am 22. September 1602 geweiht.[1]
Nach der Aufhebung des Jesuitenordens in der Habsburgermonarchie| 1773 mussten die Jesuiten Brünn verlassen. Der Gebäudekomplex diente noch kurzzeitig der Akademie von Olmütz, anschließend der Militärverwaltung als Kaserne.[1] In die sogenannte „Jesuitenkaserne“ ging Robert Musil 1901/02 regelmäßig zum Fechtsport.[3]
Baubeschreibung

Vom 1904 abgerissenen Kollegiumsgebäude ist nur noch das von Jan Křtitel Erna und Jan Kašpar Pröbstl geschaffene Barockportal in der Mozartova-Straße erhalten.[4]
Persönlichkeiten
- Martin Stredonius (1587–1649), Rektor des Kollegs und erwarb sich 1645 große Verdienste um die Verteidigung der Stadt Brünn im Dreißigjährigen Krieg gegen die Schweden.
- Bohuslav Balbín (1621–1688), war der bekannteste Professor des Kollegs.
- Johann Kraus (1649–1732), Lehrer der Grammatik, Professor der Rhetorik
- Anton Ludwig Hüttl (1732–?), Missionar in Mexiko, trat 1754 bei den Jesuiten in Brünn ein.
- Constantin Franz Florian Anton von Kauz (1735–1797), Historiker, Schüler am Kolleg
- Josef Dobrovský (1753–1829), Historiker und Begründer der Slawistik, trat 1772 bei den Jesuiten in Brünn ein.
Siehe auch
- Jesuitenschule
- Von der Kirche Mariä Himmelfahrt ist die Basilika Mariä Himmelfahrt in Brünn zu unterscheiden.
Weblinks
- Historie české provincie. In: jesuit.cz. Abgerufen am 19. April 2020 (kurze Geschichte des Jesuitenordens in Tschechien mit einer Liste aller, auch ehemaliger Niederlassungen).