Jesús Martínez Rentería
mexikanischer Bühnenschauspieler und Filmschauspieler
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Jesús Martínez Rentería (* 13. April 1913[1] in Guadalajara, Jalisco; † 11. November 1994 in Mexiko-Stadt), auch bekannt unter den Spitznamen „Palillo“ und „El Rey de las Carpas“,[2] war ein mexikanischer Schauspieler, Unternehmer und Komiker.
Spitznamen
Den Spitznamen „Palillo“ erhielt Martínez durch seine Filmrollen in „Palillo Vargas Heredia“ (1945) und „¡Ay, Palillo, no te rajes!“ (1948).
Der Begriff „Carpa“ bezieht sich sowohl auf ein Theatergebäude als auch auf ein Genre des Volkstheaters, das seine Blütezeit im Mexiko der 1930er- und 1940er-Jahre hatte[3] und das vor allem in der Unterschicht populär war.[4] Aus diesen Theatern gingen eine Reihe von bekannten Komikern hervor, wie zum Beispiel der unter dem Spitznamen „Cantinflas“ bekannte Mario Moreno (1911–1993) oder der als „Tin Tan“ bekannte Germán Valdés (1915–1973). Auch Jesús Martínez „Palillo“ entstammt diesem Genre[5] und wird mit diesem (als „Rey de las Carpas“, als „König der Carpas“) in besonderer Weise in Verbindung gebracht.
Leben
Im Alter von 19 Jahren stand Martínez erstmals auf der Bühne und trat in den folgenden Jahren auf mehreren Bühnen seiner Heimatstadt Guadalajara auf. 1937 debütierte er im „Teatro Colonial“ von Mexiko-Stadt, bei dem er sieben Jahre blieb. Anschließend trat er über einen Zeitraum von elf Jahren im Folies Bergère in Paris auf.[6]
Mit seiner bissigen Satire verspottete er führende Politiker der Regierungspartei PRI und kritisierte die Korruption. Während der Amtszeit von Ernesto P. Uruchurtu, dem „eisernen Regenten“ von Mexiko-Stadt im Zeitraum zwischen 1952 und 1966, wurde Palillo mehrfach verhaftet und sein Theater mehrmals geschlossen.[7]
Trotz seiner Diskrepanzen mit dem PRI war Martínez mit dem von 1946 bis 1952 amtierenden Präsidenten Miguel Alemán Valdés befreundet, der ihm sogar Witze über sich selbst schickte, damit Martínez sie in seine Bühnenstücke integrieren konnte.[8]
„Palillo“ Martínez starb im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Lebererkrankung.[9]
Filmografie (Auswahl)
- 1941: Lo que el viento trajo
- 1945: Palillo Vargas Heredia
- 1948: ¡Ay, Palillo, no te rajes!
Auszeichnungen und Ehrungen
- 1986 wurde „Palillo“ Martínez von der mexikanischen Schauspielervereinigung ANDA (Asociación Nacional de Actores) anlässlich seines fünfzigjährigen Bühnenjubiläums mit der Eduardo-Arozamena-Medaille ausgezeichnet.[10][6]
- Das Estadio Jesús Martínez “Palillo” in Mexiko-Stadt ist nach ihm benannt.[7]
Trivia
Der in Guadalajara geborene „Palillo“ war ein großer Fan von Deportivo Guadalajara und wurde am 28. September 1986 unmittelbar vor einem Clásico Tapatío vom Vereinsvorstand nach 62-jähriger Unterstützung als „Größter Fan des Vereins“ ausgezeichnet.[11] Seine Tochter Ana Martín berichtete nach dem Tod ihres Vaters von seiner großen Fußballleidenschaft: „Wenn Guadalajara verlor, konnte man ihn nicht ansprechen, so wütend war er. Er gestattete es niemandem, schlecht über seine Chivas zu reden ... sie waren heilig für ihn. Am Abend vor seinem Tod fiel mir auf, dass er sehr besorgt, still und nachdenklich war. Ich dachte, es läge an der Operation ... aber plötzlich sagte er mir, ich solle herausfinden, ob man ihm einen Fernseher bringen könne, um den Clásico Nacional gegen den Club América zu sehen; denn das war es, was ihn am meisten beschäftigte!“[8] Das am 13. November 1994 ausgetragene Spiel erlebte Martínez nicht mehr und es hätte ihm angesichts der 3:4-Niederlage auch wenig Freude bereitet.[12]