Jim Self
US-amerikanischer Tubaspieler und Komponist
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James Martin „Jim“ Self (* 20. August 1943 in Franklin, Pennsylvania; † 2. November 2025[1]) war ein US-amerikanischer Tubaspieler (auch Cimbasso) und Komponist.
Leben und Wirken
Self erwarb Abschlüsse der Indiana University of Pennsylvania und der Catholic University sowie einen Doktortitel (DMA) der University of Southern California, an der er später Tuba und Kammermusik unterrichtete. Seine wichtigsten Tubalehrer waren William Becker, Harvey Phillips und Tommy Johnson.[1] Während seines Militärdienstes war er bis 1967 Mitglied der U.S. Army Band in Washington, D.C.
Self arbeitete ab 1974 in den Jazzbands und Orchestern von Don Ellis, Billy May, Quincy Jones, Marty Paich, Diane Schuur, Maynard Ferguson, Pete Christlieb, Lalo Schifrin, Brent Fischer, Vince Mendoza und Paul Cacia; außerdem gehörte er zur Los Angeles City College Jazz Band.[2] Des Weiteren war er als Sessionmusiker in den Bereichen Pop, Rock und Filmmusik beschäftigt, so an über 1500 Film-Soundtracks. Self war über 25 Jahre lang John Williams’ Lieblingstubist. Er spielte die Tuba in den Soundtracks zu Jurassic Park und Kevin – Allein zu Haus und ist vor allem in Unheimliche Begegnung der dritten Art zu hören; seine Darbietung diente als Stimme des Mutterschiffs.[1]
Unter eigenem Namen nahm Self seit 1933 mehrere Alben auf; 2004 entstand das Bigband-Album Innerplay, mit Solisten wie Gary Foster und Pete Christlieb. Auf seinem letzten Album My America 3/My Country beschäftigte sich Self mit Country-&-Western-Songs wie „Your Cheatin' Heart“, „Folsom Prison Line“ und „Sixteen Tons“, die für eine 14-köpfige Jazzgruppe arrangiert wurden.[3] Im Bereich des Jazz war er laut Tom Lord zwischen 1977 und 2025 an 44 Aufnahmesessions beteiligt, u. a. auch mit Mel Tormé, Michael Feinstein, Keely Smith, Clare Fischer und Bill Cunliffe.[2] Neben seiner Arbeit im Jazz- und Filmbereich nahm Self Alben mit klassischer Musik auf und trat mit Orchestern in Los Angeles auf.[1] Im Bereich der Klassik wirkte er als Chef der Tubisten bei der Pasadena Symphony (1975–2025), der Pacific Symphony (1986–2025), beim Hollywood Bowl Orchestra (1991–2025) sowie den Orchestern der Los Angeles Opera (1986–2025) und der Opera Pacific (1987–2008).
Self war außerdem Hochschullehrer an der University of Tennessee (1969–1975) und der University of Southern California (1976–2024); zeitweise fungierte er als Präsident der International Tuba/Euphonium Association. Zu seinen Kompositionen und Arrangements zählen Werke für Solotuba, Blechbläserquintett, Blasorchester, Orchester und weitere Kammermusik für Blech-, Holzbläser- und Streicherbesetzung.
Self sei ein Tubist im Post-Bop- und Swing-Stil, der nicht technikorientiert spielte, sondern Wert auf üppige Klangfarben statt auf Geschwindigkeit gelegt habe, schrieb Michael G. Nastos in Allmusic.[4]
Diskographische Hinweise
- Jim Self Quintet: Children at Play (Discovery, 1983), mit Ron Kalina, Jon Kurnick, Ernie McDaniel, Harold Mason, Steve Forman
- Tricky Lix (Concord Jazz, 1981), mit William Booth, Warren Luening, Gary Foster, Jon Kurnick, Joel Hamilton, Alan Estes
- Basset Hound Blues (d’Note, 1996), mit Pete Christlieb, Terry Trotter, Tom Warrington, Steve Houghton, Stanley the Basset Hound (vcl)
- Jim Self & the Tricky Lix Latin Jazz Band: ! Yo ! (2016), mit Ron Blake, Francisco Torres, Rob Hardt, Andy Langham, René Camacho, Joey De Leon, Jr., George Ortiz, Giancarlo Anderson
- Jim Self/John Chiodini Duo: Floating In Winter (2017)
- The Jim Self/John Chiodini Duo: Hangin’ Out (2022)
- My America 2 - Destinations (2022)
- Jim Self featuring the River City Brass: Tour de Force : The Brass Music of Jim Self (2023)
- The Jim Self & John Chiodini Duo: Feels So Good (2024)
- My America 3 (2025)
Weblinks
- Webpräsenz mit Biographie
- Jim Self bei Discogs
- Jim Self bei IMDb
- Jim Self. In: All About Jazz. (englisch).