Jimmy Schneider
Schweizer Eisenplastiker und Maler
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Jimmy Schneider, Taufname Alfred Paul (* 6. August 1923 in Bern; † 12. April 1995 ebenda, heimatberechtigt in Diessbach bei Büren) war ein Schweizer Eisenplastiker, Zeichner und Maler.
Leben und Werk
Jimmy Schneider absolvierte von 1939 bis 1943 eine Schlosserlehre in den Lehrwerkstätten der Stadt Bern. Von 1950 bis 1952 besuchte er die Kunstgewerbeschule Bern. Seine Lehrer waren Gottfried Keller (Plastik) und Eugen Jordi (Entwerfen). Er war seit Jugendzeit mit Bernhard Luginbühl befreundet und half ihm 1951 beim Bau seines Atelierhauses in Moosseedorf. Zudem erlernte Luginbühl das Schweissen bei Schneider, der ihm auch bei seinen grösseren Arbeiten assistierte.

Schneider betätigte sich von 1952 bis 1960 als Maler. In den ersten Jahren schuf er farbenfrohe und stimmungsbetonte Ölgemälde. Ab 1952 orientierte er sich am Kubismus. 1960 malte er sein letztes Gemälde, die beinahe farblose Komposition Form in Weiss (Kunstmuseum Bern). Angeregt durch die inspirierende Zusammenarbeit mit Luginbühl unternahm Schneider ab 1959 erste Versuche mit Eisenblech. Als er 1960 den Förderpreis der Eidgenössischen Kunstkommission für Malerei erhielt, konnte er ein Schweissgerät mit Schraubstock erwerben. Im gleichen Jahr entstand das Erste Eisenbild, eine Skulptur in der Ebene. Er behielt die Ungegenständlichkeit seiner letzten Bilder bei und übersetzte die geometrischen Formen in die Dreidimensionalität der Plastik. Von 1960 bis 1964 entstanden kompakte Volumen, vor allem in den Serien der Kombinationen und Schränke, die mit der Spannung zwischen schweren und leichten Elementen spielen. Mitte der 1960er-Jahre öffneten sich die Plastiken, es entstanden offenere Formen und Zwischenräume. Mit dem Doppelkelch von 1972 erreichte seine Plastik monumentalen Charakter (Schule für Gestaltung Bern).
Schneider war Mitglied der Sektion Bern der GSMBA und stellte seine Werke in zahlreichen Gruppenausstellungen aus. 1962 erhielt er ein Louise-Aeschlimann und ein Fonds de Harries Stipendium. 1988 erhielt er den Bärendreck-Preis. Seine zahlreichen Arbeiten für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum belegen den Rang von Schneiders Eisenplastik in der damaligen bernischen Kunst.
Werke
| Jahr | Werk | Standort | Ortschaft/Gemeinde | EN |
|---|---|---|---|---|
| 1960 | Gemälde Form in Weiss | Kunstmuseum Bern | Bern | |
| 1972 | Eisenplastik Doppel-Kelch | Schänzlihalde 31, Schule für Gestaltung | Bern | |
| 1977 | Cortenstahlplastik Kelch-Stenge | Freiburgstrasse 8 | Bern | |
| Silo II | früher Blankweg, Ostermundigen | [1] |
Literatur
- Hans Erpf (Hrsg.): Jimmy Schneider. Eisenplastiker. Hommage zum 60. Geburtstag, 6. August 1983. Gestaltet von Urs Kohli und Gerhard Hug. Erpf, Bern 1983, ISBN 3-256-00054-1.
Weblinks
- Anita Haldemann: Jimmy Schneider. In: Sikart (Stand: 2018), abgerufen am 14. April 2026.
- Publikationen von und über Jimmy Schneider im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek
- Schneider, Jimmy In: Deutsche Biographie
- Schneider, Jimmy in der bibliografischen Datenbank WorldCat