Joachim Grünewald

deutscher Politiker, MdB From Wikipedia, the free encyclopedia

Joachim Grünewald (* 21. November 1933 in Kirchhundem; † 5. Januar 2012 in Olpe)[1] war ein deutscher Politiker (CDU). Er war unter anderem Oberkreisdirektor vom Kreis Olpe und von 1991 bis 1994 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen.[2]

Ausbildung und Beruf

Grünewald, als Sohn von Elisabeth Grünewald, geborener Boden, und des Fabrikanten Julius Grünewald der Eigentümerfamilie der Hofolper Papierfabrik Gebr. Grünewald entstammend, studierte nach dem Besuch eines Gymnasiums und dem im Jahr 1954 abgelegten Abitur Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn und Köln. In Bonn wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Bavaria Bonn im CV. 1957 absolvierte er sein erstes juristisches Staatsexamen. 1960 wurde er an der Universität Bonn mit der Arbeit Das Eigentum und das Eigentumsrecht in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands zum Dr. iur. promoviert. Nach seinem zweiten juristischen Staatsexamen 1962 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn.

Am 1. April 1964 wurde er Kreisassessor des Kreises Olpe, 1965 erfolgte die Ernennung zum Kreisrechtsrat. Gewählt am 2. November 1967 durch den Kreistag, war Grünewald vom 1. März 1968 – nach zwischenzeitlich erfolgter Wiederwahl – bis zum 28. Januar 1987 dann Oberkreisdirektor des Kreises Olpe.[3] In seine Amtszeit fiel dabei die Umsetzung der Kommunalreform auf dem Gebiet des Kreises Olpe, in deren Vorbereitung er federführend involviert war[4] und die unter seiner Leitung erfolgte. Hierbei wirkte er erfolgreich den Plänen zur Auflösung des Kreises Olpe und Angliederung der Gemeinden an andere Kreise entgegen.

Familie

Joachim Grünewald war katholisch, nach dem Tod seiner ersten Ehefrau zum zweiten Mal verheiratet ab 1965 mit Irmgard Grünewald, geborener Zimmermann, und Vater der vier Kinder.[1] Christopher, Markus, Stephanie und Susanne. Seit seinem Dienstantritt beim Kreis Olpe war die Kreisstadt sein Wohnsitz. Sein Sohn Markus Grünewald, geboren 1963 in Bonn und aufgewachsen in Olpe, wurde Verwaltungsjurist.

Partei

Seit 1959 war er Mitglied der CDU. Seit 1968 gehörte er dem Vorstand des CDU-Kreisverbandes Olpe an und war ab 1989 Bundesschatzmeister der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU/CSU.

Abgeordneter

Grünewald gehörte von 1969 bis 1987 der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe an und war hier ab 1975 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. In dieser Zeit wurde er Vorsitzender des Finanzausschusses des Deutschen Landkreistags in Bonn und des Finanzausschusses des Landkreistags von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Von 1987 bis 1994 war Grünewald Mitglied des Deutschen Bundestages. Er zog stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Olpe – Siegen-Wittgenstein II in den Bundestag ein. Hier wirkte er insbesondere im Arbeitsbereich Finanzen.

Außerdem war er in Siegen stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd AG und Aufsichtsratsvorsitzender der Strukturförderungsgesellschaft für den Kreis Olpe mbH, Vorsitzender der Biggesee-GmbH in Olpe und Aufsichtsrat der Westfälischen Ferngas-AG in Dortmund. Er war zudem Vorstand des Ruhrtalsperrenvereins in Essen und gehörte dem Verwaltungsrat der Westdeutschen Landesbank an.

Öffentliche Ämter

Nach der Bundestagswahl 1990 wurde Grünewald am 24. Januar 1991 als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen.[5] Sein dortiger Tätigkeitsbereich erstreckte sich dabei auf die im Zusammenhang mit der Deutschen Einheit entstandenen Tätigkeitsfelder. In dieser Zeit war er Beauftragter der Bundesregierung für Angelegenheiten der Treuhandanstalt. Nach der Bundestagswahl 1994 schied er am 17. November 1994 aus dem Amt.

Von Januar 1995 bis Ende 1998 war er Vorsitzender des Verwaltungsrates der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (vormals Treuhandanstalt).[6]

Auszeichnungen

  • 1987: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland[7]
  • 1992: Verdienstkreuz I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland[7]
  • 1997: Mittelkreuz mit Stern des Verdienstordens der Republik Ungarn[8]
  • 1998: Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland[9]

Siehe auch

Literatur

  • Dr. Joachim Grünewald gestorben. In: Siegener Zeitung vom 7. Januar 2012, S. 8.
  • Michael Maiworm: Mehr Gestalter als Verwalter – zum 60. Geburtstag von Dr. Joachim Grünewald. In: Kommunalpolitische Blätter. Nr. 12, 1993, S. 1006–1007.
  • Grünewald, Joachim. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 417-

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI