Joachim Raffert

deutscher Journalist und Politiker (SPD), MdB From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben und Beruf

Joachim Raffert wurde als ältestes von drei Kindern eines durch Weiterbildung vom ungelernten Arbeiter zum Maschinisten aufgestiegenen Vaters geboren.[1] Nach dem Besuch der Mittelschule absolvierte er zunächst ein Redaktionsvolontariat. Raffert beantragte am 15. Januar 1943 die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 20. April desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.470.849).[2][3] Er schloss sich zum 15. März 1943 der Waffen-SS an. Während des letzten Kriegsjahres diente er in der 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“.[4][5] Er arbeitete 1945/46 als Hilfsarbeiter im Baugewerbe und war von 1946 bis 1948 als Puppenspieler in einem Marionettentheater tätig. Währenddessen holte er 1947 das Abitur als Externer nach.

Wirken

Raffert arbeitete seit 1948 als freier Journalist und wurde 1953 Redakteur. Er war bei Zeitungen in Einbeck, Hildesheim, Göttingen und Hannover tätig und wurde 1964 stellvertretender Ressortleiter für Politik bei der Hannoverschen Presse. Daneben trat er 1949 der IG Druck und Papier bei.

Raffert schloss sich 1949 der SPD an und wurde Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Hildesheim. Später war er Mitglied des bildungs- sowie des rundfunkpolitischen Ausschusses beim Bundesparteivorstand.

Raffert war von 1959 bis 1968 Ratsmitglied der Stadt Hildesheim. Dem Deutschen Bundestag gehörte er von 1965 bis 1972 an. Er zog 1965 über die Landesliste Niedersachsen und 1969 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hildesheim in den Bundestag ein. Im Parlament war er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kulturpolitik der SPD-Fraktion. Raffert wurde am 15. März 1972 als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung und Wissenschaft in die von Bundeskanzler Willy Brandt geführte Bundesregierung berufen. Schon am 31. August 1972 schied er wieder aus dem Amt.

Ehrungen

1972 wurde ihm die Ehrenmedaille der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft verliehen, die ihm 2025 posthum aufgrund seiner NS-Vergangenheit aberkannt wurde.[6] Raffert wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1990 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.

Siehe auch

Literatur

  • Ernst Goyke: Die 100 von Bonn. Zwischen Barzel und Wehner. 4. Auflage. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1971, ISBN 3-7857-0059-8, S. 193–198.
  • Munzinger Internationales Biographisches Archiv 22/2000 vom 22. Mai 2000 (st)

Einzelnachweise

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