Joan Anim-Addo

grenadische Literaturwissenschaftlerin, Lyrikerin, Dramatikerin und Verlegerin sowie Professorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Joan Lilian Anim-Addo (* 1948 in St. George’s)[1] ist eine grenadische Literaturwissenschaftlerin, Lyrikerin, Dramatikerin und Verlegerin sowie emeritierte Professorin für karibische Literatur und Kultur am Goldsmiths, University of London.[2] Gemeinsam mit Deirdre Osborne gründete sie den MA Black British Literature, den weltweit ersten postgradualen Studiengang zu diesem Feld.[3]

Leben

Anim-Addo wurde 1948 auf Grenada geboren und kam 1961 als Schülerin nach London.[4] Seit 1994 ist sie am Goldsmiths tätig.[5] 2001 promovierte sie dort zum Doctor of Philosophy mit der Schrift Breaking The Silence. First-Wave Anglophone Mrican-Caribbean Women Novelists and Dynamics of History, Language and Publication.[6] Sie wurde Professorin für karibische Literatur und Kultur und übernahm die Leitung des Goldsmiths’ Centre for Caribbean Studies (seit 2015 Centre for Caribbean and Diaspora Studies).[7] Auch nach ihrer Emeritierung ist sie dort weiterhin als Direktorin tätig und befasst sich in Forschung und Lehre mit karibischer Literatur, Diaspora, Frauenliteratur und der schwarzen Präsenz in Europa.[2] 2016 wurde sie für ihre Verdienste um Literatur sowie Literatur- und Kulturwissenschaften mit dem Lifetime Achievement Award der US-Zeitschrift Callaloo ausgezeichnet.[5] Im Frühjahr 2025 war Anim-Addo als Gastwissenschaftlerin an der Lehigh University in Bethlehem, Pennsylvania, zugegen und gestaltete eine Vortrags- und Gesprächsreihe über Identität, Kultur und Repräsentation.[8]

Wirken

Im Jahr 2015 führte Anim-Addo gemeinsam mit Deirdre Osborne am Goldsmiths den Masterstudiengang MA Black British Literature ein.[9] Die Hochschule beschreibt den Studiengang als weltweit ersten seiner Art.[3] Nach öffentlicher Kritik an Streichungsplänen entschied sich das Goldsmiths im Mai 2024 zur Fortführung des Studiengangs um mindestens zwei weitere Jahre.[10] Anim-Addo veröffentlichte das Libretto Imoinda: Or She Who Will Lose Her Name – eine Neuverfassung von Aphra Behns Oroonoko – das sie in Forschungs- und Vermittlungsprojekten am Goldsmiths weiterentwickelte.[11] Zu ihren weiteren Veröffentlichungen zählen Janie: Cricketing Lady, Touching the Body: History, Language and African-Caribbean Women’s Writing sowie Longest Journey: A History of Black Lewisham.[12] Im Jahr 2021 kuratierte sie gemeinsam mit Deirdre Osborne und Kadija Sesay die Auswahl This is the Canon: Decolonize Your Bookshelves in 50 Books, die eine alternative Literaturliste jenseits des traditionellen Kanons vorstellt.[13] 2020 wurde sie in der von Nicola Rollock kuratierten Fotoausstellung Phenomenal Women: Portraits of UK Black Female Professors porträtiert.[14]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Longest Journey: A History of Black Lewisham. Deptford Forum, London 1995, ISBN 1-898536-21-X.
  • Sugar, Spices And Human Cargo: An Early Black History of Greenwich. Leisure Services, Greenwich 1996, ISBN 0-904399-21-4.
  • Haunted by History: Poetry. Mango, London 2004, ISBN 1-902294-03-3.
  • Janie: Cricketing Lady: a Journey Poem (1920s–2004). With Carnival and Hurricane Poems. Mango, London 2006, ISBN 1-902294-26-2.
  • Touching the Body: History, Language and African Caribbean Women’s Writing. Mango, London 2007, ISBN 1-902294-23-8.
  • Imoinda, or She Who Will Lose Her Name: A Play for Twelve Voices in Three Acts. Mango, London 2008, ISBN 1-902294-39-4.
  • mit Deirdre Osborne und Kadija Sesay: This is the Canon: Decolonize Your Bookshelves in 50 Books. Greenfinch, London 2021, ISBN 978-1-5294-1459-2.

Einzelnachweise

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