Joanna Mucha
polnische Politikerin, Ministerin für Sport und Touristik
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Joanna Mucha (* 12. April 1976 in Płońsk) ist eine polnische Politikerin (UW, PO, Polska 2050). Sie war von 2011 bis 2013 Ministerin für Sport und Touristik. Seit 2007 gehört sie dem Sejm in dessen VI., VII., VIII., IX. und X. Wahlperiode an. Von 2023 bis 2025 war sie Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Wissenschaft.

Leben und Beruf
Im Jahr 2001 schloss Joanna Mucha ihr Betriebswirtschaftsstudium an der Universität Warschau mit einem Magister ab.[1][2] Nach ihrem Studium war sie von 2002 bis 2010 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholischen Universität Lublin tätig. Im Jahr 2006 schloss sie ein Aufbaustudium zu Gesundheitsökonomie an der Universität Warschau ab.[1] Am 20. September 2007 wurde sie mit der Arbeit Rationalisierung im öffentlichen Gesundheitswesen in Polen durch ein System der Zuzahlungen durch Patienten[3] an der Katholischen Universität Lublin promoviert.[4][2]
Joanna Mucha ist seit Juli 2011 geschieden. Ihre beiden Söhne leben beim Vater in Lublin.[5]
Politik
Zunächst engagierte Mucha sich in der Unia Wolności (UW).[6] Bei den Selbstverwaltungswahlen 1998 kandidierte sie erfolglos für die UW zum Stadtrat von Płońsk. Im Jahr 2002[1] oder 2003[2] wurde Joanna Mucha Mitglied der 2001 neu gegründeten Platforma Obywatelska (PO).[1] Bei den Parlamentswahlen 2007 kandidierte sie im Wahlkreis 6 Lublin und konnte mit 21.028 Stimmen ein Mandat für den Sejm erringen.[7] Auch bei den Wahlen 2011 konnte Joanna Mucha im selben Wahlkreis mit 45.568 Stimmen erneut einen Sitz im Sejm erringen.[8] Am 18. November 2011 wurde sie als Ministerin für Sport und Touristik im Kabinett von Donald Tusk vereidigt.[9] Sie übte dieses Amt bis zum 27. November 2013 aus.[10] Bei der Parlamentswahl 2015 wurde sie wiederum für die PO in den Sejm gewählt.[11] Bei der Europawahl 2019 kandidierte sie für die Koalicja Europejska, das Wahlbündnis der pro-europäischen Kräfte, an dem sich die PO beteiligt hatte, wurde aber nicht gewählt.[12] Stattdessen wurde sie bei der Sejmwahl im selben Jahr für die PO auf der Liste des Wahlbündnisses Koalicja Obywatelska wiedergewählt.[13]
Im Dezember 2019 kündigte Mucha an, für den Parteivorsitz der PO zu kandidieren.[14] Sie zog schließlich ihre Kandidatur zurück und unterstütze Borys Budka.[15] Im Januar 2021 trat sie aus der PO aus und schloss sich der Polska 2050 von Szymon Hołownia an.[16] Bei der Parlamentswahl 2023 wurde sie für Polska 2050 auf der Liste des Wahlbündnisses Trzecia Droga erneut wiedergewählt.[17] Im Dezember 2023 wurde sie zur Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Wissenschaft ernannt.[18] Im Juni 2025 trat sie von diesem Amt zurück.[19] Im Oktober 2025 äußerte sie die Auffassung, dass es Donald Tusk nicht gelingen werde, die Koalicja Obywatelska bei der Bei der Parlamentswahl 2027 erneut zum Wahlsieg zu führen. Sie reagierte damit auf Umfragen, nach denen die Mehrheit der Polen einen Rücktritt Tusks befürworte.[20] Im Januar 2026 bewarb sie sich um die Nachfolge von Szymon Hołownia als Vorsitzender von Polska 2050, belegte aber im ersten Wahlgang mit 119 von 656 abgegebenen Stimmen nur den dritten Platz unter fünf Kandidaten.[21] Im Februar 2026 trat sie aus der Polska 2050 und deren Parlamentsfraktion aus.[22] Sie kündigte im März 2026 an, sich mit Ablauf der Wahlperiode 2027 wahrscheinlich aus der aktiven Politik zurückzuziehen. Es gebe derzeit keine Partei, der sie beitreten wolle und die Gründung einer weiteren zentristischen Initiative halte sie nicht für sinnvoll.[23]
Weblinks
- Biogram auf der Seite des Sejm
- Website von Joanna Mucha ( vom 17. Januar 2021 im Internet Archive) (polnisch)
- P. Krull, A. Wojcieszak: Die schönste Witzfigur der EM. In: Welt am Sonntag vom 20. Mai 2012