Joe Dea
US-amerikanischer Regisseur, Produzent und Künstler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Joseph „Joe“ C. Dea (* 15. August 1953; † 13. April 2025 in Alameda, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Regisseur, Fernsehproduzent und Medienkünstler.[1][2]
Leben
Dea studierte an der Hartford Art School und begann seine Laufbahn unmittelbar nach dem Abschluss in der Videokunstszene von New York City mit Installationen in The Kitchen, den Anthology Film Archives sowie Global Village und später in San Francisco bei The Optic Nerve.[2]
In San Francisco war er Mitbegründer der Produktionsfirma Videowest. Dort war er zwischen 1978 und 1984 maßgeblich an der Entwicklung von Musikvideos, Comedy-Formaten und alternativen Nachrichtensendungen beteiligt. Videowest produzierte zeitweise sämtliche Musiknachrichten für MTV und prägte das Musikfernsehen der frühen 1980er-Jahre entscheidend mit.[2] Zu den bekanntesten Produktionen dieser Zeit zählen die Serien Backstage Pass, Best of Videowest, Rock On und Take Off, die auf Sendern wie ABC, BBC, Disney, MTV, Showtime, USA und PBS ausgestrahlt wurden. Deas Musikvideos für Krokus (Eat the Rich, Screaming in the Night) gehörten zu den ersten Heavy-Metal-Clips in der MTV-Rotation und brachten ihm eine Goldene Schallplatte ein. Sein Musikvideo Two Triple Cheese, Side Order of Fries für Commander Cody wurde in die ständige Sammlung des Museum of Modern Art (MoMA) in New York aufgenommen.[1][3]
Nach seinem Umzug nach Los Angeles arbeitete Dea als Regisseur für nationale Fernsehproduktionen in den Bereichen Dokumentation, Reality-TV, Comedy, Musik und historische Reenactments. Zu seinen Arbeiten zählen Prime-Time-Spezialprogrammierungen wie Masters of Illusion: The Wizards of Special Effects und The World’s Greatest Stunts für NBC und Fox. Für die TLC-Serie A Wedding Story inszenierte er den Pilotfilm und führte bei 48 weiteren Folgen Regie.[1][2]
Darüber hinaus war Dea als Storyboard-Designer tätig, unter anderem für den Spielfilm Atlas Shrugged. Seine frühen Musikvideos wurden in Rolling Stone’s Top 100 Videos und der Rolling Stone Music Video Hall of Fame gewürdigt. Dea arbeitete auch als bildender Künstler. Seine digitalen Gemälde wurden unter anderem im Museum of Neon Art und im Los Angeles Center for Digital Art ausgestellt. Er entwarf das Poster für Werner Herzogs Oscar-nominierten Dokumentarfilm Encounters at the End of the World.[2]
Er war bis zu seinem Tod mit Melissa Force verheiratet und hatte zwei Stiefkinder, Tamara and Dylan Miller. Dea starb im Alter von 71 Jahren an den Folgen eines Glioblastoms und wurde von seiner Ehefrau, seinen Stiefkindern und seinen Schwestern Elaine and Maureen überlebt.[4]
Filmografie (Auswahl)
- 1980: Beach Blanket Armageddon (Fernsehfilm)
- 1988: Scandals (Fernsehfilm)
- 1989: Three Men and a Bogey
- 1990: Live: The World’s Greatest Stunts (Fernsehspecial)
- 1991: The World’s Greatest Stunts III (Fernsehspecial)
- 1996: World’s Funniest Kids: Part 1 (Fernsehfilm)
- 1996: Walt Disney World Inside Out (Fernsehspecial)
- 1998: Extreme World Records (Fernsehfilm)
Fernsehserien
- 1984: ABC Rocks
- 1988: America’s Most Wanted
- 1988–1989: Die Unglaublichen Geschichten (Secrets and Mysteries)
- 1989–1992: Missing: Reward
- 1990–1992: Rollergames
- 1990–1991: Dracula ist wieder da (Dracula: The Series)
- 1991–1997: Sightings – Dem Unerklärlichen auf der Spur
- 1998–2000: Wild Things
- 1999–2002: Movies for Guys Who Like Movies
- 2000: AXN Action TV
- 2001–2004: The 5th Wheel
- 2001–2005: A Wedding Story
- 2002–2004: Mostly True Stories
- 2002: Worst-Case Scenario
- 2004: Fake-a-Date
- 2005: MotorSport Ranch
- 2006: Knight School with Coach Bobby Knight
- 2009: What Went Down
- 2010: Food Tech
Musikvideos
- 1980: Commander Cody and His Lost Planet Airmen: Two Triple Cheese
- 1981: Greg Kihn Band: The Breakup Song (They Don’t Write ’Em)
- 1982: Greg Kihn Band: Happy Man
- 1982: David Johansen: Animals Medley (We Gotta Get Out of This Place/Don’t Bring Me Down/It’s My Life)
- 1983: Greg Kihn Band: Jeopardy
- 1983: Shooting Star: Straight Ahead
- 1983: Krokus: Screaming in the Night
- 1983: Krokus: Eat the Rich
- 1983: Jon Butcher Axis: Life Takes a Life
- 1984: Greg Kihn Band: Reunited
- 1985: Greg Kihn Band: Boys Won’t (Leave the Girls Alone)
- 1985: Greg Kihn Band: Lucky
Pilotfilme
- 1990: Dracula ist wieder da (Dracula: The Series, Fernsehserie; Pilotfilm)
- 1995: The Magic Bus (Fernsehserie; Pilotfilm)
- 1998: Drive On (Fernsehserie; Pilotfilm)
- 2002: Fool for Love (Fernsehserie; Pilotfilm)
- 2003: Rock & Roll Hotel (Fernsehserie; Pilotfilm)
- 2004: Motor Sport Ranch (Fernsehserie; Pilotfilm)
Weblinks
- Joe Dea bei IMDb
- Joe Dea – Director: Biography. In: joedea.com. (englisch).