Joe Parkinson
englischer Fußballspieler
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Joseph Simon „Joe“ Parkinson (* 11. Juni 1971 in Eccles) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler. Als Mittelfeldspieler war er vor allem für seine Zeit beim Erstligisten FC Everton bekannt. Größter Erfolg war der Gewinn des FA Cups im Jahr 1995 mit den „Toffees“. Bereits im November 1999 musste er als 28-Jähriger die aktive Profikarriere verletzungsbedingt beenden.
| Joe Parkinson | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Joseph Simon Parkinson | |
| Geburtstag | 11. Juni 1971 | |
| Geburtsort | Eccles, England | |
| Größe | 183 cm | |
| Position | Mittelfeld (zentral) | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| Wigan Athletic | ||
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1988–1993 | Wigan Athletic | 119 (6) |
| 1993–1994 | AFC Bournemouth | 30 (1) |
| 1994–1999 | FC Everton | 90 (3) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Sportlicher Werdegang
Parkinson begann seine aktive Fußballerlaufbahn als Trainee bei Wigan Athletic und unterschrieb im April 1989 bei dem damaligen Drittligisten einen Profivertrag. Zuvor hatte er schon in der Reservemannschaft auf sich aufmerksam gemacht und am 30. September 1988 beim 2:1-Sieg im heimischen Springfield Park gegen den FC Blackpool per Einwechslung für Mark Hilditch in der ersten Mannschaft debütiert. Am 14. Januar 1989 folgte sein Einstand in der Startelf und beim 1:0-Sieg auswärts im Field Mill gegen Mansfield Town schoss er das „Tor des Tages“. Insgesamt absolvierte er 14 Pflichtspiele in seiner ersten Saison 1988/89. In den folgenden vier Jahren war Parkinson als zweikampfstarker Mittelfeldspieler eine wichtige Konstante und bestritt in der Zeit weitere 133 Partien für die „Latics“. Nach dem Abstieg blieb er mit seinem Wechsel Anfang Juli 1993 zum AFC Bournemouth der dritten Liga erhalten; die Ablösesumme in Höhe von 35.000 Pfund wurde von einem Sportgericht festgelegt. Die Vereinsführung von Wigan Athletic protestierte gegen diese Entscheidung und weiteres Unleid folgte, denn bereits im März 1994 zog Parkinson weiter in die Premier League zum FC Everton – nunmehr für eine anfängliche von Summe 250.000 Pfund, die sich später auf 800.000 Pfund erhöhte.[1][2]
Sein Wechsel am „Deadline Day“ ging in der Öffentlichkeit etwas unter, da am selben Tag der schwedische Nationalspieler Anders Limpar vom FC Arsenal verpflichtet worden war. Eingesetzt wurde Parkinson bei den „Toffees“ zunächst als Verteidiger, bestritt dann jedoch den Großteil der Spielzeiten 1994/95 und 1995/96 im zentralen Mittelfeld. Unter Trainer Joe Royle war er Teil eines körperbetont agierenden Zentrums, deren Akteure als „Dogs of War“ (deutsch in etwa: „Kettenhunde“) bekannt wurden. Parkinson bildete mit John Ebbrell und Barry Horne die Mittelfeldzentrale, die in der Saison 1994/95 ihre Defensivstärke mit einer Serie von sieben Spielen ohne Gegentor unter Beweis stellte. Damit stand Everton nicht für einen „schönen Fußball“, stoppte aber damit die vormals oft ineffektive Herangehensweise unter Royles Vorgänger Mike Walker. Sein erstes Tor für Everton schoss Parkinson in der fünften Runde des FA Cups beim 5:0-Kantersieg gegen Norwich City. Die Spielzeit 1994/95 hatte ihren Höhepunkt letztlich mit dem Gewinn des englischen Pokals und Parkinson, als einziger Spieler im Kader von Everton, der zu jener Zeit noch kein Länderspiel im Junioren- oder Serienbereich absolviert hatte, stand in der Startelf der Mannschaft, die den Favoriten Manchester United im Finale mit 1:0 besiegte. Wie wichtig Parkinson als „Wasserträger“ mit oft unspektakulären Leistungen war, zeigte sich in der Spielzeit 1996/97, als er aufgrund einer Knöchelverletzung sechs Spiele verpasste und Everton in dieser Zeit sieglos blieb. Nach seiner Rückkehr war er gerade dabei, seine Position im Team wieder zu festigen, als er sich zum Jahresende am Knie verletzte. Einen Monat später kehrte er zwar zurück, war jedoch offensichtlich noch nicht wieder voll einsatzfähig und wurde zeitweise mithilfe schmerzstillender Spritzen behandelt. Sein Knie wurde dadurch noch stärker in Mitleidenschaft gezogen, bevor es im Heimspiel gegen Leicester City im April 1997 endgültig versagte. Drei Operationen und viele Monate später begannen die Gerüchte zu kursieren, dass Parkinson womöglich nie wieder würde spielen können. In der Kritik standen auch der Vereinsphysiotherapeut und der Trainer, denn der Praxis, mithilfe schmerzstillender Spritzen „durch die Schmerzgrenze hindurchzuspielen“, war vor Parkinson bereits Ebbrell zum Opfer gefallen. Im September 1997 gab Parkinson bekannt, dass ihn seine anhaltende Verletzungsprobleme in eine Depression gestürzt hatten. Auch eine neue Behandlungsmethode zum Wiederaufbau seines Knies in Schweden brachte keine Verbesserung; so verpasste er die komplette Saison 1997/98, in der Everton nur knapp den Klassenerhalt realisierte. Im April 1999 erhielt Parkinson nach weiteren längeren Behandlungszeiten schließlich grünes Licht für die Wiederaufnahme eines leichten Trainings und bereits im August desselben Jahres strebte er an, wieder ins Mannschaftstraining der Profimannschaft einzusteigen. Aber bereits im November 1999 musste er sich das unumstößliche Karriereende eingestehen und verkündete seinen Rücktritt als Spieler.[3][4]
Nach der Fußballerkarriere
Nach einer längeren Zeit außerhalb des Fußballs kehrte Parkinson im Jahr 2012 zu seinem Ex-Klub Wigan Athletic als Trainer für die Jugendakademie und die Nachwuchsmannschaften zurück. Im folgenden Jahr wurde er dann Co-Trainer unter Uwe Rösler. Nach der Ernennung von Gary Caldwell zum neuen Cheftrainer im April 2015 fungierte Parkinson als dessen Assistent und gemeinsam gelang in der Saison 2015/16 als Drittliga-Meister der Rückkehr in die Zweitklassigkeit. Nächste Station war ab Dezember 2017 der Drittligist FC Bury als Assistent des neuen Trainers Chris Lucketti.[5] Sein Engagement war jedoch nur von kurzer Dauer, da sowohl er als auch Lucketti Mitte Januar 2018 entlassen wurden – eine Folge einer anhaltenden Negativserie, die Bury auf den letzten Tabellenplatz abrutschen ließ.[6] Danach heuerte er im April 2018 beim fünftklassigen AFC Flyde als leitender Akademietrainer (Lead Academy Coach) an, bevor er im Juli 2019 in den Trainerstab des Drittligisten Shrewsbury Town wechselte, diesen jedoch auch bereits im November 2019 wieder verließ. Daraufhin wurde er Assistenztrainer beim Fünftligisten Hartlepool United unter Cheftrainer Dave Challinor, mit dem er bereits zuvor beim AFC Fylde zusammengearbeitet hatte.[7] Gemeinsam gelang dort in der Saison 2020/21 der Aufstieg in die League Two über einen Sieg im Play-off-Finale gegen Torquay United im Elfmeterschießen. Im August 2021 kehrte Parkinson dem Verein aus gesundheitlichen und familiären Gründen den Rücken.[8]
Im Dezember 2021 wurde Joe Parkinson zum „Head of Football“ (Leiter des Fußballbereichs) am Everton Football College ernannt – einer Bildungseinrichtung für Jugendliche ab 16 Jahren, die Fußballtraining mit akademischen Studien für angehende Spieler und Trainer verknüpft. Parkinson betreut dabei insbesondere die U17-Mannschaft des Colleges. Zu den Erfolgen und Aktivitäten unter Parkinsons Leitung zählen die Organisation von Sichtungstrainingseinheiten auf dem Trainingsgelände „Finch Farm“ des FC Everton sowie die Vorbereitung der Mannschaften auf internationale Turniere – wie etwa den renommierten Dallas Cup (ein reines Einladungsturnier), bei dem die U18-Mannschaft des Colleges im Jahr 2022 das Finale erreichte.[9]
Titel/Auszeichnungen
- Englischer Pokal (1): 1994/95
- Englischer Superpokal (1): 1995
Weblinks
- Joe Parkinson in der Datenbank von soccerbase.com (englisch)
- Joe Parkinson in der Datenbank von weltfussball.de