Johann Adolph von Göphardt

deutscher Ingenieur und Direktor der Ingenieurakademie in Dresden From Wikipedia, the free encyclopedia

Johann Adolph Göphardt (seit 31. Juli 1790 Johann Adolph von Göphardt; * 20. September 1758 in Naumburg an der Saale; † 29. Januar 1827) war ein deutscher Ingenieur und Direktor der Ingenieurakademie in Dresden.

Wappen derer von Göphardt

Leben

Familie und Ausbildung

Von Göphardt wurde in Naumburg an der Saale geboren, wo sein Vater als Grenadierkapitän im Kurfürstlich-Sächsischen Infanterieregiment "Prinz Xavier" diente, bevor dieser 1789 in Laucha an der Unstrut starb. Seine Mutter stammte aus der Familie des Oberstleutnants von Braun aus demselben Infanterieregiment.

Seit dem 18. Mai 1787 war von Göphardt mit Eleonore Charlotte (* 4. Januar 1765 in Dresden; † 25. November 1840 ebenda)[1], Tochter des Archidiakons an der Kreuzkirche in Dresden, Christian Gottlieb Flachs (1719–1779), verheiratet. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor; zu diesen gehörte unter anderem der spätere Oberst, und Unterkommandant der Festung Königstein Adolph Georg Wilhelm Leopold von Göphardt, der Vater des späteren Oberjustizrats Adolf Lothar von Göphardt (1826–1908)[2].

Seinen ersten Unterricht erhielt Göphardt im Elternhaus und besuchte danach die Domschule in Naumburg. Während seiner schulischen Zeit beschäftigte er sich auch mit dem Studium der Heraldik und Chronologie.

Von Göphardts Ausbildung startete 1773 an der von Jean de Bodt 1742 gegründeten Ingenieurakademie in Dresden. Er legte seinen Fokus auf Mathematik, Geodäsie und Architektur. Dabei bewies er ein Talent für grafische Arbeiten; hierbei fielen besonders seine Leistungen im technischen Zeichnen und in seinen künstlerischen Entwürfen auf.

Militärische Laufbahn

Am 4. Juni 1774 trat von Göphardt als Unteroffizier in das Kurfürstlich-Sächsische Ingenieurskorps ein und durchlief eine stetige Karriere. 1781 wurde er zum Secondelieutenant befördert, 1790 zum Premierlieutenant, 1794 zum Kapitän und schließlich 1807 zum Major.

Bereits 1778 wurde von Göphardt als Unteroffizier zu dem mobilen Korps kommandiert, welches der Generalleutnant Graf Friedrich Christoph zu Solms-Wildenfels gegen Österreich befehligte. Dort nahm ihn der sächsische Generalleutnant Graf Friedrich von Anhalt als Adjutant in seine Suite, für welchen er die Gegenden für militärische Zwecke aufnehmen und zeichnen musste.

Bereits in seiner Zeit als Unteroffizier, später als Leutnant und Kapitän, unterrichtete von Göphardt junge Männer sowohl vom Militär als auch vom Zivilstand nicht nur in der Ingenieur-Akademie, sondern auch privat in Mathematik und Ingenieurwissenschaften. Unter seinen Schülern befand sich auch der später in Kaiserlich-Österreichischen Diensten als General tätige von Karl von Stutterheim (1774–1811)[3]. Viele seiner ehemaligen Schüler stiegen später zu Stabsoffizieren auf.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er Major.[4]

Vermessungs- und Kartografische Arbeiten

Neben verschiedenen Schanz- und Festungsbauarbeiten im damals noch befestigten Dresden (siehe Dresdner Befestigungsanlagen) war von Göphardt bereits als Unteroffizier an der topografischen Vermessung von Pillnitz beteiligt. Diese im Rahmen der militärischen Vermessungsabteilung durchgeführte Arbeit gilt heute als der Ursprung der allgemeinen sächsischen Landesvermessung. Als Offizier wurde er mehrere Jahre hindurch zu der Landesvermessung im Erzgebirge und Voigtland befehligt.

Von Göphardt zählte zu den ersten sächsischen Ingenieuroffizieren, denen bewusst wurde, wie lückenhaft die alte Kartierungsmethode war, bei der man lediglich Geländekanten ohne die eigentlichen Berggipfel darstellte. Durch die Arbeit im Erzgebirge und Vogtland entwickelten diese Offiziere eine naturgetreue Darstellung des Reliefs – jene Methode, die später als „Lehmannsche Methode“ bekannt wurde. Tatsächlich hatten von Göphardt und seine Kollegen das System, das Johann Georg Lehmann später als seine Innovation präsentierte, fast identisch bereits in der Praxis angewandt. Die Geheimhaltungspflicht verhinderte jedoch, dass die sächsischen Ingenieure ihre Arbeiten damals veröffentlichen durften. Von Göphardt schätzte dessen Verdienste um die Topografie, wenn er auch dessen System selbst noch nicht für ganz vollkommen hielt. Obwohl sie fachlich nicht immer einer Meinung waren, verband von Göphardt und Lehmann eine gegenseitige Wertschätzung, die auf ihrem persönlichen Kennenlernen beruhte.

Bedeutende Bauvorhaben und Festungsarbeiten

Als Kapitän leitete von Göphardt das Nivellement der Festungswerke von Neustadt-Dresden. Von 1800 bis 1804 leitete er den Freiberger Militär- und Bergmagazinbau, während er gleichzeitig einen Reparaturbau am Militärmagazin in Zwickau überwachte. Die Umwandlung der Schlossruine Freudenstein in das Freiberger Magazin betrachtete er als das bleibende Denkmal seiner Dienstzeit.

1804 kam von Göphardt als Festungsingenieur auf die Bergfestung Königstein, wo er bis 1809 blieb. Während dieser Zeit wurde die Festung 1805 und 1809 zweimal in einen Verteidigungsstand gesetzt, wobei auch ein Brand am 8. Oktober 1806 erhebliche Reparaturmaßnahmen erforderlich machte.

Direktor der Ingenieurakademie

Anfang 1809 ernannte König Friedrich August III. von Sachsen von Göphardt zum Direktor der Ingenieurakademie (siehe Militärakademie) in Dresden. Auf diesem Posten wirkte er mit großem Nutzen, gestützt auf seine langjährigen Erfahrungen und seine frühere praktische Tätigkeit im mathematischen Lehrfach. Doch als 1809 ein österreichisches Korps in Dresden einmarschierte, wurden die Akademie und alle ähnlichen Militärschulen aufgelöst. Kaum war nach dem Friedensschluss (siehe Friede von Schönbrunn) die alte Ordnung wiederhergestellt, verlor er im November 1810 seine Stelle durch eine Umstrukturierung des Ingenieurskorps. Von Göphardt wurde jedoch nicht entlassen, sondern blieb dem Korps ohne festen Dienstposten zugeordnet.

In den Jahren 1811 und 1812 übernahm er eine verantwortungsvolle Aufgabe: Er sollte die veralteten Wittenberger Festungsanlagen genau untersuchen, die Pläne und Kostenberechnungen, für deren Rückbau erstellen und ein Gutachten verfassen. Darin sollte er darlegen, wie die alten und neuen Tore optimal genutzt bzw. angelegt werden könnten, inklusive einer Schätzung von Zeitaufwand und Budget.

Ehrungen und Auszeichnungen

Am 31. Juli 1790 wurde er, gemeinsam mit zwei Brüdern, durch Kurfürst Friedrich August von Sachsen in den Reichadelstand erhoben.[5]

Literatur

  • Johann Adolph von Göphardt. In: Neuer Nekrolog der Deutschen, 5. Jahrgang 1827, 1. Teil. Ilmenau, 1829. S. 119–123 (Digitalisat).
  • Johann Adolph von Göphardt. In: Friedrich Wilhelm Hansch: Geschichte des Königlich Sächsischen Ingenieur- und Pionier-Korps. Dresden, 1898. S. 132, 134 und 170 (Digitalisat).

Einzelnachweise

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