Johann Dauth
Bürgermeister der Stadt Magdeburg und Schöffe am Magdeburger Schöffenstuhl
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Johann Dauth (* 1581 in Ochsenfurt; † 23. Februar 1634 in Celle) war Bürgermeister der Stadt Magdeburg und Schöffe am Magdeburger Schöffenstuhl.
Leben
Dauth wurde als Sohn des Kaufmanns Hieronimus Dauth und seiner Ehefrau Christina in Ochsenfurt geboren.[1] Durch die Gegenreformation geriet die protestantische Familie in Schwierigkeiten. Im Alter von etwa neun Jahren wurde er zum erfolgreichen Juristen Johann Dauth senior, einem Bruder seines Vaters, nach Magdeburg geschickt, der ihn an Kindes statt annahm. Er studierte sieben Jahre an der Universität Leipzig, wobei er sich insbesondere auf die Rechtswissenschaften konzentrierte und dann für Dauth senior in dessen vielfältigen Angelegenheiten tätig war. Dauth senior war auch für Kurfürsten und größere Städte juristisch tätig.[2]
Etwa 1617 promovierte er und war Doktor beider Rechte. Er lebte dann wieder in Magdeburg und war bald als Assessor am Schöffenstuhl der Stadt tätig.[3] Im Juni 1617 heiratete er Anna Lutteroth, die Tochter des Bürgermeisters Ascanius Lutteroth. Aus der Ehe gingen fünf Kinder, ein Sohn und vier Töchter hervor. Er trat dann als Consiliarius in den Dienst der Stadt Magdeburg. In dieser Funktion wurde er 1619 erwähnt.
Nachdem Dauth senior 1621 gestorben war, beerbte ihn Dauth junior. Zum Erbe gehörte insbesondere eine umfangreiche Bibliothek mit theologischen, juristischen, politischen und historischen Werken.
1623, 1626 und 1629 wurde er regierender Bürgermeister der Stadt. In seine Amtszeit fielen militärische Aktionen im Umfeld der Stadt im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs. Als im März 1630 die Ratsverfassung der Stadt verändert wurde, war er noch Bürgermeister.
Die Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 traf ihn und seine Familie hart. Trotz ernster Übergriffe, dem Verlust allen Besitzes gelangt und Gefangenschaft, gelang es ihm und seiner Familie aus der Stadt zu entkommen. Er lebte mit seiner Familie im Exil zunächst in größter Armut. In einem aus Braunschweig an den Propst des Klosters Unser Lieben Frauen, J. B. Sylvius, gerichteten Schreiben, beklagte er, dass von seinen Kindern eines in Hamburg, ein anderes in Braunschweig gestorben sei. Das Dritte liege gerade todkrank in Braunschweig. Er äußerte sich verzweifelt und des Lebens überdrüssig. Er fand dann jedoch eine Anstellung als Rat des Erzbischofs von Bremen Johann Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf. Von Vörde aus schrieb er 1633 mehrfach an den Rat der Stadt Magdeburg.[4]
1634 reiste Dauth gemeinsam mit Christoph Hansen von Bulow im Auftrag des Erzbischofs zum Reichstag nach Frankfurt am Main. Während der Reise erkrankte er ernsthaft. Ein in Celle aufgesuchter Arzt konnte nicht helfen. Dauth ließ den Hofprediger zu sich rufen und verstarb am 23. Februar 1634 zwischen 18 und 19 Uhr.[5] Er wurde am 6. März 1634 in der damaligen Kirche von Vörde rechts vor dem Altar beigesetzt.[6] Die von Hofprediger Andreas Muselius gehaltene Leichenpredigt ist erhalten.
In der Stadtbibliothek Magdeburg befinden sich mehrere von Dauth verfasste Handschriften, die sich mit der Frage der Reichsfreiheit der Stadt Magdeburg befassen.[7]
Dauth war von 1616 bis 1631 Eigentümer des Hauses Zum weißen Hund (Apfelstraße 6) in der Magdeburger Altstadt.[8] Im Haus betrieb er eine „Hauskirchlein“.[9] Von 1631 bis zu seinem Tod gehörte ihm das Haus bzw. das Grundstück Zur goldenen Kutsche (Große Münzstraße 16).[10]
Literatur
- Max Dittmar, Der erste Versuch zur Wiedererrichtung des magdeburgischen Schöffenstuhls nach dem 10./20. Mai 1631 in Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg, 30. Jahrgang, Magdeburg 1895, Seite 163 f.
- Andreas Muselius, Christliche Leichpredigt Bey der Sepultur Des ... Herrn Johannis ... : Vor diesem ... Raths Regiment der Stadt ..., Heinrich Werner, Hamburg, 1634