Johann Eibl
österreichischer Chemiker, Impfexperte
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Johann Maria Eibl (* 20. Februar 1926 in Wien; † 29. Jänner 2023 ebenda) war ein österreichischer Unternehmer, Erfinder, Biochemiker und Alpinist.[1]
Leben
Eibl wurde 1926 als Sohn des Johann Eibl und seiner Frau Emma in Wien geboren. Von 1932 besuchte er vier Klassen der Volksschule in Traunstein, Niederösterreich, und dann die vierklassige Hauptschule in Wien 14, Reinlgasse 19. 1940 trat er in die staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für chemische Industrie, Wien 17, Rosensteingasse 79 ein. 1942 bestieg er, zusammen mit Karl Trambauer, den Großglockner, vermutlich im August. Nach abgelegter Reifeprüfung begann er im Wintersemester 1945 mit dem Chemiestudium an der Universität Wien und arbeitete seit 1948 am II. Chemischen Laboratorium der Universität Wien bei Fritz Wessely an seiner Dissertation.[2] Diese führte er auch begleitend am Serotherapeutisches_Institut serotherapeutischen Institut in Wien durch und arbeitete dort mit Michael Eisler-Terramare zusammen. Am Institut arbeiteten vorwiegend Tierärzte, es waren ca. 50 Mitarbeiter und ca. 13 Pferde, und es bestand wenig Wissen im Fachbereich Chemie/Biochemie. Es wurden Fällungsverfahren für Pferdeplasma entwickelt, erste Versuche am menschlichen Blutplasma waren sehr vielversprechend, es verhielt sich dabei ähnlich wie Pferdeplasma. Johann Eibl schloss seine Dissertation erfolgreich ab und wurde am 9. Mai 1952 zum Doktor der Philosophie promoviert. Er gründete 1953, als Gesellschafter zusammen mit Wilhelm Auerswald und anderen, das Österreichische Institut für Hämoderivate (ÖIH) in Wien. Er wurde zunächst Produktionsleiter und ab 1956 Geschäftsführer des ÖIH. In diesem Jahr trat auch Otto Felix Schwarz in das ÖIH ein. In der Zeit, von 1953 bis 1960, kam es im ÖIH zu ersten Ergebnissen bei der Herstellung von Impfstoffen und Blutprodukten, die auch in USA großes Interesse fanden. Johann Eibl heiratete 1958 Martha Sebestyen in Greenport auf Long Island, New York. Er gründete im Jahr 1960 die Immuno AG in Wien, mit ihm und Otto Schwarz als Vorstände. Die Immuno AG[3] entwickelte sich in den Folgejahren zu einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich Impfstoffe und Serotherapeutika. Er schied 1996 aus der Immuno aus, nachdem diese an Baxter veräußert werden sollte, und gründete die Biomedizinische Forschung & Bio-Produkte AG.
Die erfinderische Tätigkeit von Johann Eibl führte zu einigen Patentschriften, die für ÖIH und Immuno wesentliche Verfahrenspatente darstellten für u. a. Poliomyelitis Vaccine (ÖIH), Immunglubuline, Faktor VIII Gerinnungsfaktoren (FEIBA), FSME-Impfstoff, Fibrinkleber (alle Immuno). Die Immuno AG hatte im Jahr 1996 ca. 3500 Mitarbeiter.
Johann Eibl war seit 1958 mit Martha Eibl, geb. Sebestyen, verheiratet und hatte vier Kinder.