Johann Everhard Feilner
deutscher Zeichner und Fotograf
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Biografie
Feilner war zunächst in Köln als Lithograf tätig. Er folgte seinem Bruder Franz 1833 nach Bremen,[1] wo er seit ca. 1825 eine Druckerei betrieb. Im selben Jahr etablierte er sich als Porträtmaler und Zeichenlehrer. Von seinem graphischen Werk ist wenig bekannt.[2] Feilner war in Bremen einer der ersten, der sich der Photographie zugewandt hatte. Anfang November 1843 berichtete die in Hamburg erschienene Zeitung „Unparteiischer Correspondent“ über die Erfindung eines Lichtmesser durch „Eberhard Feilner aus Bremen, welcher […] sich [mit der] […] Verfertigung von Lichtbildern beschäftigte, […]“[3] Der Lichtmesser berechne „[…] die nöthige Lichtstärke und erforderliche Dauer der Sitzung, […]“ Seit 1844 besaß er in Bremen ein Atelier für Daguerreotypie, schon 1845 annoncierte er 14 Zoll große Daguerreotypien, ein ungewöhnlich großes Format. Im Adressbuch firmierte er noch lange als Porträtmaler in Miniatur und Pastell. Von August bis Oktober 1848 hielt sich Feilner in Den Haag in den Niederlanden auf, denn er schaltete Anzeigen (Überschriften: „Daguerreotypen“, „Photographie“, „Bekendmaking“ etc.) in der Zeitung Dagblad van 's Gravenhage.[4] Am 11. Mai 1849 stieg „Feilner, Kunstmaler von Bremen“ in Dresden ab.[5] Von Mitte August bis Anfang September 1851 hielt er sich ein weiteres Mal in Den Haag auf, wobei er in den Anzeigen auf seinen früheren Aufenthalt hinwies.[6] In diesen Jahren wies er in Adressbuchanzeigen[7] auch auf seine Lichtbilder auf ... Papier hin.
1868 gelang Feilner eine Porträtphotographie des knapp 35-jährigen Komponisten Johannes Brahms. Brahms hatte sich aus Anlass der Erstaufführung des Gesamtwerkes seines Deutschen Requiems am Karfreitag 1868 in Bremen aufgehalten.[8][9]
Unter den Daguerreotypien, die von Feilner erhalten sind, ist eine wegen der abgebildeten Person besonders hervorzuheben: Sie bildet Bertha Wehnert-Beckmann ab.[10] Sie war zu dieser Zeit vermutlich eine der erfolgreichsten Daguerreotypistinnen und Photographinnen.[11]
Etwa zwei Jahrzehnte lang betrieb Feilner, der sich als erster Fotograf dauerhaft in Bremen etabliert hatte, das führende Atelier. Er starb am 27. Mai 1869. Für die von Fritz Kempe geäußerte Feststellung,[12] sein Atelier sei von seinem Sohn Jean Baptiste fortgeführt worden, haben sich keine Anzeichen ergeben.
Familie
Feilner war der Sohn des Buchdruckers Matthias Feilner in Köln und dessen Frau Christine Fischer.[13] Feilner heiratete 1833 in Bremen Christine Wilhelmine Catherine, geb. Pansing,[14] die in Bremen geboren war.[15] Sie hatten mehrere Kinder:
- Tochter Gesine [Gesche] Catharine (1833 Bremen – 1922 Wien) war mit dem Theaterintendanten Karl von Bukovics verheiratet.
- Anna Christina (1834 Bremen – 1921 Ellen, Bremen-Osterholz), blieb ledig
- Hans Jürgen Matthias (1836-1849 Bremen), 10 J. 8 Mon. alt
- Franz (1837-1837 Bremen)
- Laurenz Joseph (1838-1838 Bremen), 3 Tage alt
- Franz (1840- 1846 Bremen), 6 J. 3 Mon. alt
- Margaretha Agnes (1845-1845 Bremen)
- Christine Wilhelmine Catherine (1846-1846 Bremen)[16]
Franz Feilner (1797 Köln – 16.02.1856 Bremen) ist der Bruder von vorstehendem Johann Everhard. Er war mit der Schwester seines Bruders, Anna Geneta, geb. Pansing (1803 – 31.12.1866 Bremen), verheiratet.
- Ihr Sohn Johann Everhard (21.02.1839 – 14.03.1877),[17][18] hatte 1863 seine Emigration nach Elsfleth beantragt.[19] Am 9. Juli 1863[20] heiratete er Helene Catharine Bunjes (1838–1899) in Oldenburg. Älteste Tochter aus dieser Ehe war die Photographin Anna Feilner. „J. E. Feilner“ hatte 1867(?) in Oldenburg ein photographisches Atelier in der Staustraße 8 eröffnet. Dieses Atelier wurde vermutlich von Hans Jürgen Feilner übernommen und Ende April 1874 an den Inneren Damm 12 verlegt und unter dem Namen „Feilners photographisches Institut“ mit Albert Josef Stahmer betrieben. Ab 1880 führte Stahmer unter eigenem Namen ein photographisches Atelier.
Literatur
- Joh. Focke: Feilner, Johann Everhard, Photograph und Porträtmaler. In: Historische Gesellschaft des Künstlervereins (Hrsg.): Bremische Biographie des 19. Jahrhunderts. Gustav Winter, Bremen 1912, S. 132, urn:nbn:de:gbv:46:1-1151.
- Fritz Kempe: Daguerreotypie in Deutschland. Heering, Seebruck 1979, S. 179–181.
- Harald Goergens, Alfred Löhr: Bilder für Alle. Bremer Photographie im 19. Jahrhundert. In: Rosemarie Pohl-Weber, (Hrsg.): Hefte des Focke-Museums. Band 68, 1985, S. 28–29, 30–35, 39, 108.
- Farafonava-Fejérváry. In: Saur (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon. Band 37. Verlag de Gruyter, München-Leipzig 2003, S. 543.
Weblinks
- Johann Eberhard Feilner (1802-1869): Eine vornehme Dame. In: Daguerreotype-Gallery.de. Jochen Voigt, ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 17. März 2017. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
- Bremer Adressbuch. Abgerufen am 17. März 2017.
- europeana collections, Abbildungen von div. Daguerreotypien von Johann Eberhard Feilner, abgerufen am 27. März 2017
- CdV von Gerhard Rohlfs (Afrikaforscher), Digitalisat auf Gallica, abgerufen am 27. März 2017
- Kulturelles Erbe Köln, Abbildungen von Daguerreotypien von Johann Everhard Feilner, abgerufen am 27. März 2017
- Adelgunde Gruner. In: Billedsamlingen. Danske portrætter. Det Kongelige Bibliotek, abgerufen am 22. Oktober 2018.