Johann Gapp
österreichischer Biologe, Volkskundler, Lehrer und bildender Künstler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Johann Gapp (* 22. Juli 1947 in Oberhofen im Inntal) ist ein österreichischer Biologe, Volkskundler, Lehrer und bildender Künstler.
Leben und Wirken
Johann Gapp, allgemein bekannt als Hans Gapp, lebt seit den 1970er-Jahren in der Tiroler Marktgemeinde Telfs. Nach einer Ausbildung zum Lehrer studierte er Volkskunde und Biologie, später promovierte er mit der Arbeit Die Bedeutung der Pflanzen im Brauchtum von Telfs zum Dr. phil.[1]
Gapp war als Hauptschul- und Volksschullehrer tätig und verfasste zahlreiche volkskundliche sowie naturwissenschaftliche Beiträge. Besonders bekannt wurde er durch seine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Telfer Fasnacht, dem Telfer Schleicherlaufen. Ihm gelang es unter anderem nachzuweisen, dass dieser Brauch eine eigenständige Fasnachtstradition ist und historisch bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Seine umfangreichen Publikationen sicherten dieses regionale Brauchtum wissenschaftlich und dokumentierten sein kulturelles Erbe. Durch sein zielstrebiges Engagement erreichte Gapp schließlich die Aufnahme des Telfer Schleicherlaufens in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich im Jahr 2010.[2]
2013 übernahm Gapp auf eine Bitte des Telfer Dekans Peter Scheiring hin die Schriftleitung und Erstellung des Prachtbandes Die Pfarren von Telfs – Kirchen, Kapellen und Bildstöcke, der anlässlich des 900-jährigen Telfer Kirchenjubiläums erschien. Er gewann zahlreiche Autoren für das 152-seitige, reich illustrierte Werk und verfasste selbst die Kapitel zur Pfarrkirche Peter und Paul sowie zur Herz-Jesu-Notkirche.[3] Sein Beitrag über die Telfer Pfarrkirche erschien einige Jahre später als eigenständiger Kirchenführer.
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist Gapp als Maler und bildender Künstler aktiv. Seine Werke umfassen Aquarelle, Mosaike und Landschaftsbilder, die oft die Natur, die Heimat und traditionelle Themen Tirols darstellen. Er hat seine Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen im Tiroler Raum präsentiert.
Zudem beeinflusste Gapp durch seine Werke die künstlerische Darstellung regionaler Traditionen.[4][5][6]
Johann Gapp lebt und arbeitet in Telfs im Bundesland Tirol. Er ist mit Elisabeth Gapp (geb. Orsingher) verheiratet, mit der er vier Kinder hat.
Ehrung
2007 wurde Johann Gapp nach Beschluss des Gemeinderats mit dem Ehrenzeichen der Marktgemeinde Telfs geehrt. Es wird an Personen verliehen, die das Wohl und Ansehen der Gemeinde durch ihr bisheriges öffentliches oder privates Wirken maßgeblich gefördert haben.[7]
Publikationen
- Ergänzende Veröffentlichungen zum Schleicherlaufen in Telfs. Mit Holzschnitten von Prof. Sepp Schwarz. (Veröffentlicht im Jänner 1985 als Teil der Dissertation von Hans Gapp zum Thema "Die Bedeutung der Pflanzen im Brauchtum von Telfs"). Telfs. Marktgemeinde und Fasnacht Telfs, 1985. 114 Seiten.[1]
- Hans Gapp (Hrsg.): Die großen Fasnachten Tirols. Edition Löwenzahn, Innsbruck 1996, ISBN 978-3-7066-2135-9.
- Telfer Fasnachtbrunnen am Wallnöferplatz. Kunstführer, Illustrationen von Martin Gundolf, Marktgemeinde Telfs, Telfs 2000, 50 Seiten (Werk in der DNB)
- Pfarren von Telfs. Kirchen, Kapellen und Bildstöcke. Aufsatzsammlung, Schriftleitung Hans Gapp. Herausgegeben von Peter Scheiring für die Marktgemeinde Telfs, Telfs 2013, ISBN 978-3-9503218-1-4.
- Hans Gapp: Pfarrkirche Peter und Paul Telfs. Kirchenführer. Verlag Seelsorgeraum Telfs, Telfs 2018, 40 Seiten (Auszug aus: Pfarren von Telfs. Kirchen, Kapellen und Bildstöcke, Inhaltsverzeichnis auf d-nb.info)
Weblinks
- Johann Gapp „Mein Zuhause“ bei Kunst-Werk-Raum
- Artikel über Johann Gapp in der Tiroler Tageszeitung
- Beiträge zu Johann Gapp auf Mein Bezirk