Johann Heinrich Kopp
deutscher Arzt und Naturforscher
From Wikipedia, the free encyclopedia
Johann Heinrich Kopp (* 17. September 1777 in Hanau; † 28. November 1858 in Hanau) war ein deutscher Arzt und Naturforscher. Er ist der Vater des Chemikers Hermann Kopp.

Leben
Kopp studierte Medizin in Rinteln, Marburg und Jena. Im Jahre 1800 legte er dort seine Inauguraldissertationsschrift zum Thema De causis combustionis spontaneae in corpore humano factae vor.[1] Nach seiner 1801 in Rödelheim erfolgten Habilitation ließ er sich in Hanau nieder. 1802 erfolgte seine Berufung zum Landphysicus des Amtes Schwarzenfels.
Gemeinsam mit Ernst Karl Friedrich Merz und Karl Cäsar von Leonhard erarbeitete Kopp die 1806 erschienene systematisch-tabellarische Übersicht und Charakteristik der Mineralkörper.[2] 1807 wurde Kopp auf den Lehrstuhl für Chemie, Physik und Naturgeschichte des Hanauer Lyzeums berufen. Im selben Jahr beschrieb er das Mineral Bieberit. 1813 erfolgte seine Ernennung zum Medizinalrat und 1815 zum Hofrat. Von 1808 bis 1820 war er Herausgeber des Jahrbuch für Staatsarzeneikunde. Im Jahre 1832 erkannte Kopp die Homöopathie als spezifische Heilmethode an.[3]
Kopp war Leibarzt der Kurfürsten von Hessen und einer der Gründer der Wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturkunde. 1812 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.[4]
Schriften (Auswahl)
- Topographie der Stadt Hanau, in Beziehung auf den Gesundheits- und Krankheitszustand der Einwohner. Hermann, Frankfurt am Main 1807. (Digitalisat)
- Ausführliche Darstellung und Untersuchung der Selbstverbrennungen des menschlichen Körpers, in gerichtlich-medizinischer und pathologischer Hinsicht. Hermann, Frankfurt am Main 1811. (Digitalisat)
- Beobachtungen im Gebiete der ausübenden Heilkunde. Hermann, Frankfurt am Main 1821. (Digitalisat)
- Aerztliche Bemerkungen, veranlaßt durch eine Reise in Deutschland und Frankreich im Frühjahre und Sommer 1824. Hermann, Frankfurt am Main 1825. (Digitalisat)
- Denkwürdigkeiten in der ärztlichen Praxis. 5 Bände. Hermann, Frankfurt am Main 1830–1844. (Digitalisat Band 1), (Band 2), (Band 3), (Band 4), (Band 5)
Literatur
- A. Hirsch: Kopp, Johann Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 682 f.
- Karl Siebert: Hanauer Biographien aus drei Jahrhunderten. Hanauer Geschichtsverein 1844, Hanau 1919 (= Hanauer Geschichtsblätter NF 3/4), S. 108f.
Weblinks
- Kopp, Johann Heinrich. Hessische Biografie. (Stand: 15. April 2021). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).