Johann Heinrich Weisgerber
deutscher Erweckungsprediger
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Leben
Johann Heinrich Weisgerber, Sohn aus einer Familie mit acht Kindern, war Schuhmacher aus Trupbach bei Siegen. 1825 bis 1829 arbeitete er in der Rettungsanstalt Düsseltal für Waisenkinder, der späteren Graf Recke Stiftung, von Adalbert von der Recke-Volmerstein tätig. Nach seiner Rückkehr ins Siegerland war er ab 1832 als sogenannter „Stundenhalter“ und „Seelenpfleger“. 1838 gründete er als Laienprediger in Eisern bei Siegen eine christliche Hausgemeinschaft, eine sogenannte „Pilgerhütte“ nach dem Vorbild von Gerhard Tersteegen, die bis 1854 bestand. Seine inhaltliche Ausrichtung beruht auf der Schrift Die Nothwendigkeit der Wiedergeburt oder der sichere und untrügliche Weg zur Seligkeit nach Joh. 3,34.[1]
Neben Tillmann Siebel galt er als einer der Väter der Erweckungsbewegung im Siegerland. Seitens der kirchlichen und weltlichen Behörden in Westfalen und Nassau wurde er der „Sektiererei“ beschuldigt. Um seine Predigttätigkeit einzudämmen, war er verpflichtet, sich nicht länger als zwei Stunden an einem Ort aufzuhalten für seine Predigten.[2]
Schriften
- Die Nothwendigkeit der Wiedergeburt oder der sichere und untrügliche Weg zur Seligkeit nach Joh. 3,34, Friedrichs Buchhandlung Siegen 1834
- Silvester-Gedicht von Heinrich Weisgerber (1798–1868); in: 7NL 019, Nr. 301[3]
Literatur
- Heinrich Steitz: Geschichte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Dritter Teil: Unionen, Entwicklungen, Kirchenverfassungen. Trautvetter & Fischer, Marburg 1965, S. 365–368.
- Gustav Adolf Benrath: Die Erweckung innerhalb der deutschen Landeskirchen 1815–1888. Ein Überblick. In: Ulrich Gäbler (Hrsg.): Der Pietismus im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, S. 199 f.
- Hartmut Weyel: WEISGERBER, Johann Heinrich. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 35, Bautz, Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1, Sp. 1521–1532.