Johann Ludwig Völter

1809 bis 1888 Beruf/Funktion Schulmann Konfession evangelisch? Namensvarianten Völter, Johann Ludwig Voelter, Johann Ludwig Völter, Ludwig From Wikipedia, the free encyclopedia

Johann Ludwig Völter (* 16. Februar 1809 in Metzingen; † 27. August 1888 in Stuttgart) war ein württembergischer evangelischer Pfarrer und Pädagoge.[1]

Leben und Wirken

Johann Ludwig Völter studierte Evangelische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Nach seiner ersten theologischen Dienstprüfung war er zunächst von 1830 bis 1839 Vikar der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und zwar in Dürrmenz und Winnenden. Anschließend arbeitete er als Schulinspektor bzw. Armenschullehrer im ehemaligen Kloster Lichtenstern bei Löwenstein (Kinderrettungsanstalt). Von 1850 bis 1880 amtierte er dann als evangelischer Pfarrer in Stuttgart-Zuffenhausen. 1876 wurde Völter als Mitglied in die Landessynode seiner Kirche gewählt und wurde mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des württembergischen Friedrichsordens ausgezeichnet. Er arbeitete von 1842 bis 1871 als Redakteur des „Süddeutschen Schulboten“ und gehörte zu den Mitbegründern des Altpietistischen Gemeinschaftsverbandes in Württemberg. Außerdem veröffentlichte er mehrere Bücher zur Geographie Württembergs und zur Pädagogik.

Johann Ludwig Völter war der Bruder des Geographen Daniel Völter. Der Schriftsteller Philipp Jakob Völter war sein Großonkel, der Mathematiker Christian Zeller sein Schwiegersohn.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Geographische Beschreibung von Württemberg, hinsichtlich der Gestalt seiner Oberfläche, seiner Erzeugnisse und Bewohner, als Grundlage des ersten geographischen Unterrichts, sowie zur Selbstbelehrung. Metzler, Stuttgart 1836 (Volltext).
  • Württemberg. Sein Land und seine Geschichte. Ein Lese- und Lehrbuch für Volk und Jugend. Metzler, Stuttgart 1839 (2. verbesserte u. vermehrte Aufl. 1847) (Volltext).
  • Der Unterricht in der Erdkunde. Andeutungen zur organischen Gestaltung desselben auf christlich-wissenschaftlichem Standpunkte. Mäcken, Reutlingen 1839.
  • (Hrsg.): Lichtenstern. Ein Gedenkbüchlein für die Kinder der hiesigen Rettungs-Anstalten und zum besten der letzteren. Lichtenstern 1840.
  • Geschichte und Statistik der Rettungs-Anstalten für arme verwahrloste Kinder in Württemberg. Mit Erörterungen und Vorschlägen. Ein Beitrag zur Lösung der Frage des Pauperismus. Steinkopf, Stuttgart 1845 (Volltext).
  • Beiträge zu einer christlichen Pädagogik. Drechsler, Heilbronn 1846 (Volltext).
  • Die kirchlichen Fragen der Gegenwart. Heilbronn 1847 (Volltext).
  • Beiträge zur christlichen Pädagogik und Didaktik. Steinkopf, Stuttgart 1852 (Volltext).
  • Das Heilige Land und das Land der israelitischen Wanderung. Für Bibelfreunde geschildert. Mit einer Charte von Palästina und vom Peträischen Arabien. Steinkopf, Stuttgart 1855 (2. vermehrte Aufl. 1864) (Volltext).
  • Was geht uns das Concordat an? Zur Belehrung des evangelischen Volks im Auftrag eines Vereins von Geistlichen. Greiner, Stuttgart 1860.
  • Pädagogische Früchte. Zwei Bände. Steinkopf, Stuttgart 1872 (Volltext, Bd. 1; Volltext, Bd. 2).

Literatur

  • Rolf Bidlingmaier: Ludwig Völter. Pfarrer, Pädagoge und Redakteur des Süddeutschen Schulboten. In: Dieter A. Bloedt/Hermann Ehmer/Wolfgang Schöllkopf (Hrsg.): Uracher Köpfe (= Uracher Geschichtsblätter, Bd. 2). Stadtarchiv Bad Urach 2009, S. 65–70.
  • Albrecht Gühring (Hrsg.): Zuffenhausen. Dorf, Stadt, Stadtbezirk. Stuttgart-Zuffenhausen 2004, bes. S. 302 u. S. 406f., ISBN 3-00-013395-X.
  • Thomas Hörnig: "Die Mehrzahl der in den Rettungsanstalten erzogenen Zöglinge sind als für's Leben gerettet zu betrachten" (Ludwig Völter). Die württembergischen Rettungshäuser. Wichern und die Idee der "Rettung". In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, Bd. 114 (2014), S. 237–282.

Einzelnachweise

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