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Johann Lurf

österreichischer Filmemacher From Wikipedia, the free encyclopedia

Johann Lurf (* 1982 in Wien) ist ein österreichischer bildender Künstler und Regisseur, der vor allem für seine experimentellen Filme bekannt ist.

Ausbildung

Von 2002 bis 2009 studierte er abstrakte Malerei und Film an der Akademie der bildenden Künste Wien unter anderem bei Walter Obholzer und Harun Farocki. 2008 absolvierte er ein Erasmus-Programm an der Slade School of Fine Art in London.[1]

Werk

Seine Arbeiten untersuchen die menschliche Wahrnehmung. Die formal gehaltenen filmischen Versuchsanordnungen beinhalten jeweils ein starkes Narrativ, das subtil Untersuchungen über Gesellschaft, Normen, Wahrnehmung, sowie die Geschichte und die Entwicklung des Kinos selbst anstellt.

Seine Medien sind vor allem Kurz- und Langfilm, analoger Film sowie Found Footage und eigens gedrehtes Material. Lurf hat auf diese Weise eine Vielzahl von filmischen Arbeiten verwirklicht, die in internationalen Film Festivals sowie Kulturinstitutionen gezeigt wurden.[2]

Ein Fokus seiner Arbeit ist die zeitliche Darstellung ausgewählter Orte. Für diese Aufnahmen werden teilweise eigene Apparaturen entwickelt und es entstanden mehrere Kurzfilme in stereoskopischem 3D[3], auf 16-mm-, bzw. 35-mm-Film sowie im 70-mm-Film-Format[4].

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Analyse filmischer Methoden mit den Mitteln des Found-Footage-Films[5]. 2017 veröffentlichte Johann Lurf seinen Film mit dem Titel ★, einen Kompilationsfilm, der ausschließlich aus den klaren Sternenhimmeln der Filmgeschichte zusammengesetzt ist. Die Ausschnitte wurden dabei nicht verändert, weder im Bild, Ton, noch in ihrer Geschwindigkeit, sondern lediglich chronologisch arrangiert. Diese Sammlung der Sternenhimmel wird jährlich erweitert, der Film wird langsam immer länger.

2022 veröffentlichte er das Buch Stargazing in Cinema[6], das den Film ★ visuell ergänzt.

Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen unter anderem im Kunsthaus Graz[7], Kunsthaus Zürich[8], dem Los Angeles County Museum of Art[9], dem MAK Center for Arts and Architecture[10] sowie der Wiener Secession[11] gezeigt.

Seine Filme hatten ihre Premieren im Berlinale Forum Expanded[12], dem Locarno Film Festival[13], dem Sundance Film Festival[14] sowie der Viennale[15]. Werkschauen gab es unter anderem bei den Anthology Film Archives in New York[16], dem Österreichischen Filmmuseum[17], dem Los Angeles Film Forum[18], mumok Kino in Wien[19] sowie der Viennale.[20]

Die filmischen Arbeiten werden von sixpackfilm in Wien[21], Light Cone in Paris[22] sowie der Chicago Film Society[23] vertrieben.

Werkliste (Auswahl)

  • Forever…Forever (2026) 21 Minuten 70 mm & 35 mm
  • Revolving Rounds (2024) mit Christina Jauernik, 11 Minuten 35 mm 3D
  • Stargazing in Cinema (2022) 208 Seiten
  • Cavalcade (2019) 5 Minuten 35 mm / 3D
  • Earth Series (2017) mit Laura Wagner, Collagen[24]
  • ★ (2017) 130 Minuten (Version 2025)
  • Capital Cuba (2015) 12 Minuten 35 mm / 3D
  • EMBARGO (2014) 10 Minuten 3D
  • Twelve Tales Told (2014) 4 Minuten 35 mm / 3D
  • Pyramid Flare (2013) 5 Minuten 35 mm Vertical Cinema[25]
  • Picture Perfect Pyramid (2013) 5 Minuten 16 mm
  • RECONNAISSANCE (2012) 5 Minuten
  • Kreis Wr.Neustadt (2011) 5 Minuten 35 mm / 3D
  • Endeavour (2010) 16 Minuten
  • Zwölf Boxkämpfer jagen Viktor Quer über den großen Sylter Deich 140 9 (2009) 3 Minuten 35 mm
  • 12 Explosionen (2008) 6 Minuten
  • VERTIGO RUSH (2007) 19 Minuten 35 mm
  • pan (2005) 2 Minuten
  • (ohne Titel) (2003) 3 Minuten

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

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