Johann Merzenich

deutscher Architekt und preußischer Baubeamter From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Herkunft und Ausbildung

Der Katholik Johann Merzenich war ein Sohn des Gastwirts Olivier Nicolaus Joseph Merzenich und dessen Ehefrau Theresia Maria Walburga Merzenich geb. Schlösser. Nach dem Besuch des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Köln, das er im Herbst 1859 mit Ablegung der Reifeprüfung verließ[4], trat er in das Büro des damaligen zweiten Stadtbaumeisters der Stadt Köln, Julius Carl Raschdorff ein, um sein Bauelevenjahr abzulegen. Anschließend besuchte er die Berliner Bauakademie bis zur Ablegung des ersten Staatsexamens im Jahr 1863. Als Bauführer war er in der Folge bis 1869 unter Friedrich Adler und Heinrich Strack tätig. In diesem Zeitraum nahm er 1865/1866 am Schinkelwettbewerb 1866 des Architekten-Vereins zu Berlin teil. Seinen mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurf zu einer evangelischen Hauptkirche für Berlin reichte er im Jahr 1869 als Prüfungsleistung zu seinem zweiten Staatsexamen ein[5.1], das er am 20. Februar 1870 erfolgreich ablegte.[6] Nachdem Merzenich bereits 1866 am Preußisch-Österreichischen Krieg teilgenommen hatte, gehörte er als Reserveoffizier auch den am Deutsch-Französischen Krieg beteiligten Einheiten an. Nach dem Krieg übernahm er die Bauleitung bzw. Entwurfsausarbeitung für mehrere Berliner Großbauten, bevor er von 1874 bis 1876 unter Wilhelm Salzenberg im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten als Hilfsarbeiter Einsatz fand.[2]

Beruflicher Werdegang

36-jährig trat Johann Merzenich im Jahr 1876 in den Dienst der Verwaltung der Königlichen Museen. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1906 blieb er – abgesehen von der Ernennung zum Bauinspektor – in dieser Stellung. Er betreute dabei die baulichen Anlagen und führte auch wiederholt eigene Entwürfe aus.[2] Neben seiner Haupttätigkeit wirkte er zu Beginn als Assistent der Professoren Johann Eduard Jacobsthal und August Hermann Spielberg an der Bauakademie. Später dozierte er selbstständig an der Technischen Hochschule Charlottenburg[2], an der sein früherer Lehrer Raschdorff seit 1878 lehrte. Die Verleihung des Professorentitels im Jahr 1895 war eine Anerkennung seiner Lehrtätigkeit. In einem Nachruf wird Merzenich als „ein meisterhafter Zeichner und ein Meister in der Farbe“ gerühmt.[2]

Bauten und Entwürfe

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI