Johann Peter Simen
schweizerischer römisch-katholischer Theologe, Domherr und akademischer Lehrer
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Johann Peter Simen, auch Simmen, (* 8. November 1715 in Alvaneu, Kanton Graubünden, Schweiz; † 1775 in Wien, Niederösterreich, Heiliges Römisches Reich) war ein schweizerischer römisch-katholischer Theologe, Domherr und akademischer Lehrer. Er wirkte vor allem in Wien als Professor, Domkantor und Universitätskanzler. Er war zudem Mitglied kirchlicher Behörden und Zensor theologischer Literatur.
Leben
Johann Peter Simen wurde 1715 in Alvaneu im Kanton Graubünden geboren. Er studierte Theologie an der Universität Wien und wurde dort 1743 zum Dr. theol. promoviert. Er wurde 1757 Dekan der Theologischen Fakultät, 1759 Direktor der Philosophischen Fakultät und 1766 Professor der Philosophie sowie Rektor der Universität Wien.[1]
Simen war Kanonikus (1. April 1759) und später Domkantor am Stephansdom in Wien (1770–1774). 1771 wurde er zum Koadjutor des Dompropstes Franz Xaver Anton Marxer bestellt und 1774 schließlich Universitätskanzler. 1775 folgte er als Dompropst nach.[2]
Er war auch als Bücherzensor tätig und hatte Einfluss in Fragen der Religionspolitik. Ab 1770 war er Mitglied eines kirchlichen Tribunals zur Überwachung des Klerus. Zeitweise war er Beichtvater des Erzherzogs Maximilian Franz von Österreich.
Theologisch war Simen anfangs vom Jesuitenorden geprägt, später jedoch offen für jansenistische Ideen, was sich etwa in der Empfehlung des Theologen Joseph Strohmayer an den Erzherzog Maximilian widerspiegelte.
Literatur
- Simen, Johann Peter. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19. Dezember 2012, online.
- Constantin von Wurzbach: Simen, Johann Peter. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 35. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1877, S. 83.