Johann Valentin Meder
deutscher Komponist
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Leben
Johann Valentin Meder wurde als Sohn des Kantors Johann Erhard Meder geboren. Er studierte zunächst Theologie in Leipzig (1669), ohne das Studium zu beenden. Ab 1671 war er Musiker in verschiedenen beruflichen Positionen in Gotha, Kassel, Bremen, Hamburg, Kopenhagen und Lübeck. In Reval schrieb er 1680 als Gymnasialkantor das Singspiel Die beständige Argenia,[1][2] das wegen Anspielungen auf aktuelle Zeitereignisse (der Nordische Krieg zwischen Dänemark und Schweden und die Aussöhnung hatten erst kurz zuvor stattgefunden) diplomatische Verwicklungen auslöste.[3] Im Jahre 1685 gelangte er nach Riga.[4] Kurz hielt er sich 1687 und 1698 als Kapellmeister der Marienkirche in Danzig und 1698 als Domkantor in Königsberg auf. In Riga wirkte er ab 1701 bis zu seinem Tod als Domorganist.
Von ihm sind Motetten, Kantaten, eine Matthäus-Passion, sowie verschiedene Werke der Instrumentalmusik, Kirchenmusik und ein Singspiel erhalten. Wegen der Komposition zweier Opern verlor er die Unterstützung des Rates der Stadt Danzig, wo deren Aufführung nicht erlaubt wurde.
Werke
- Die beständige Argenia, Singspiel (Reval 1680)
- Nero, Oper (1695)
- Die Wiedervereheligte Coelia, Oper (1698)
- nicht bezeugt Die befreyete Andromeda, Oper (Weißenfels 1688)
- mindestens vier oratorische Passionen, von denen eine (nach Matthäus) erhalten ist.[5]
- 12 Messen
- 5 Magnificat-Vertonungen
Literatur
- Johannes Bolte: Das Stammbuch Johann Valentin Meder’s. In: Vierteljahrsschrift für Musikwissenschaft. Band 8, 1892, S. 499–506, hier: S. 502 f. (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
- Werner Braun: Meder, Johann Valentin. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 16. Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 596–597 (deutsche-biographie.de).
- Werner Braun: Meder, Johann Valentin. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 11 (Lesage – Menuhin). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2004, ISBN 3-7618-1121-7, Sp. 1444–1446 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
- Erik Kjellberg: Meder, Johann Valentin. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).
- Franz Kessler: Einleitung. In: ders. (Hrsg.): Danziger Kirchen-Musik, Vokalwerke des 16. bis 18. Jahrhunderts. Hänssler, Neuhausen–Stuttgart 1973, OCLC 20914652, S. VIII–XXXVII, hier S. XXXII.
- Johann Mattheson: Grundlage einer Ehrenpforte. Hamburg 1740, S. 218–223; Textarchiv – Internet Archive.
- Bernd Moeller, Bruno Jahn: Deutsche Biographische Enzyklopädie der Theologie und der Kirchen (DBETh). Saur, München 2005, ISBN 3-598-11666-7, S. 910; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
Weblinks
- Werke von und über Johann Valentin Meder im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Johann Valentin Meder in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Noten und Audiodateien von Johann Valentin Meder im International Music Score Library Project
- Johann Valentin Meder bei Operissimo auf der Basis des Großen Sängerlexikons
- Johann Valentin Meder bei AllMusic (englisch)
- Johann Valentin Meder bei Discogs