Johannes Eisenberg
deutscher Rechtsanwalt
From Wikipedia, the free encyclopedia
Johannes „Jony“ Ernst Eisenberg (* 27. Oktober 1955 in Kassel) ist ein deutscher Rechtsanwalt, der sich auf Straf- und Medienrecht spezialisiert hat. Er ist insbesondere als Strafverteidiger vieler Prominenter bekannt geworden.
Nach Studium und erstem Staatsexamen absolvierte Eisenberg sein Rechtsreferendariat, u. a. in der Kanzlei von Hans-Christian Ströbele.[1] Seit 1984 ist er als Rechtsanwalt zugelassen und betrieb seit 1987 mit Stefan König eine Kanzlei in Berlin-Kreuzberg. Seit 2009 war Stefanie Schork weitere Partnerin in der Kanzlei, die auch mit Ströbeles Kanzlei zusammenarbeitete.[2] 2024 gründeten Eisenberg, König und Schork mit dem weiteren Rechtsanwalt Kai Kempgens die Kanzlei EISENBERG KÖNIG SCHORK KEMPGENS PartG mbB.[3] Eisenberg gehört wie Ströbele zu den Gründern der taz[4] und ist als Justiziar sowie Berater der Geschäftsführung und Anwalt der Zeitung tätig.[5]
Eisenberg hat für seine Mandanten in gut einem Dutzend Fällen in erster Instanz medienrechtliche Prozesse gegen den Publizisten Jürgen Roth, das ZDF, Focus, Stern und die B.Z. gewonnen. Letztere hatten – fast ausnahmslos - jüdische Mandanten als angebliche Mitglieder oder Paten der Russenmafia bezeichnet. Dafür wurden einigen der so Verunglimpften Schmerzensgelder bis zu 30.000 Deutsche Mark zugesprochen.[6]
Eisenberg war Anwalt für seinen Kollegen Ströbele sowie für Julian Assange im Prozess gegen Daniel Domscheit-Berg,[7] für die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue,[8] für den Journalisten Igal Avidan,[9] für Volker Beck, den Boxer Jürgen Brähmer, den SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Hartmann,[10][11] den Pfarrer Lothar König, für Gesine Lötzsch sowie Erich Mielke, für den Historiker Helmut Müller-Enbergs, für Uwe Ochsenknecht, Til Schweiger sowie Jürgen Trittin, für den Chaos Computer Club im Prozess um einen Polizeiübergriff auf der Freiheit-statt-Angst-Demonstration 2009 sowie die Gewerkschaft ver.di.[4] Durch den Rechtsstreit um die angebliche Penisverlängerung von Kai Diekmann, bei dem er die taz vertrat, geriet er in die Schlagzeilen.[12] Außerdem vertrat er im NSA-Untersuchungsausschuss viele der BND-Zeugen.[13] Im Kontext des Kachelmann-Prozesses, zu dem er sich bereits 2010 medial geäußert hatte,[14] wurde er 2015 von Felix Stephan für Die Zeit interviewt.[15] 2020 vertrat er Julian Hessenthaler, der maßgeblich an der Produktion des Videos mitgewirkt hatte, das die so genannte Ibiza-Affäre auslöste, als deren Folge der österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache zurücktreten musste und es in Österreich zu Neuwahlen kam.[16] Eisenberg sei, so Alexander Müller in der Ostsee-Zeitung, „wegen seines cholerischen Temperaments und seines zum Teil respektlosen Umgangstons gefürchtet“.[17][18] Seit Dezember 2023 verteidigt Eisenberg Carsten L., einen wegen besonders schweren Landesverrats angeklagten BND-Angehörigen vor dem Kammergericht.[19] Dort soll er unzählige Anträge stellen, was das Verfahren in die Länge zieht.[20]
Publikationen
- Zusammen mit Lea Voigt und Manuel Vogel, Herausgeber der 2014 im Laika-Verlag erschienenen Publikation Antifaschismus als Feindbild: Der Prozess gegen den Pfarrer Lothar König.