Johannes Klinckerfuß

württembischer Kunstschreiner From Wikipedia, the free encyclopedia

Johannes Klinckerfuß (* 8. Juni 1770 in Bad Nauheim; † 18. Oktober 1831 in Stuttgart) war ein deutscher Ebenist (Kunstschreiner) und Kabinettmacher.[1]

Leben und Wirken

Johannes Klinckerfuß, ein Sohn eines Schreinermeisters, trat um 1784 eine Schreinerlehre in der Werkstatt seines Vaters an. 1788 legte er die Gesellenprüfung ab. Auf seiner Gesellenwanderschaft kam er 1789 nach Neuwied und zwar in die Werkstatt des berühmten Kunstschreiners David Roentgen. Bei ihm lernte und arbeitete Klinckerfuß bis 1793. U.a. erlernte er bei Roentgen auch das Zeichnen und den Entwurf von Möbelstücken. Dieser vermittelte seinen Schüler an die Herzogin Dorothea Sophie von Württemberg, die zu der Zeit in Bayreuth residierte. Dort blieb und arbeitete Klinckerfuß bis 1797. In diesem Jahr wurde er von Herzog Friedrich II. von Württemberg, dem späteren württembergischen König Friedrich, nach Stuttgart berufen. Hier lebte und arbeitete er bis zu seinem Tode und zwar als Hof- bzw. Kabinettsschreiner, seit 1812 als selbständiger Ebenist. In seiner Werkstatt entwarf er eine große Zahl von Möbelstücken verschiedenster Art für mehrere württembergische Schlösser und andere meist öffentliche Gebäude. Klinckerfuß gilt als eine bedeutende Persönlichkeit der Möbelbaukunst des 19. Jahrhunderts in Württemberg. Seine zahlreichen Arbeiten gehören drei verschiedenen Stilepochen an: Bis ca. 1805 arbeitete er im Zopfstil, bis 1812 im Empirestil und anschließend im Stil des späten Empire und des Biedermeiers. Nach seinem Tod wurde die Stuttgarter Werkstatt von seinem Sohn Bernhard Klinckerfuß (1801–1859) weitergeführt.

Literatur

  • Wolfgang Wiese: Johannes Klinckerfuß. Ein württembergischer Ebenist (1770–1831). Thorbecke, Sigmaringen 1988, ISBN 3-7995-7053-5 (hier alle biografischen Daten, mit Werkverzeichnis S. 210ff.).
  • Wolfgang Wiese: Die Zeichenmappe des Ebenisten Johannes Klinckerfuß (1770–1831). Möbelzeichnungen des Empire und Biedermeier. Schnell + Steiner, Regensburg 2013, ISBN 3-7954-2690-1.

Einzelnachweise

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