Johannes Schneider (Widerstandskämpfer)
deutscher Arbeiter und kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
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Johannes Schneider (* 6. Juni 1906 in Coburg; † 21. März 1943 im Konzentrationslager Neuengamme) war ein deutscher Arbeiter und kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er wurde mehrfach inhaftiert, von nationalsozialistischen Gerichten verurteilt und kam nach Verbüßung seiner Haft erneut in sogenannte Schutzhaft. Er starb 1943 im KZ Neuengamme.
Leben
Johannes Schneider war das älteste von elf Kindern des Konditormeisters Florian Schneider und dessen Ehefrau Anna Johanna Kunigunde. Zwei seiner Geschwister starben bereits bei der Geburt. Die Familie lebte in Aalen.
Nach seiner Schulentlassung im Sommer 1920 begab sich Schneider auf Wanderschaft und verdiente seinen Lebensunterhalt überwiegend in der Landwirtschaft. Im Jahr 1923 kehrte er nach Aalen zurück, wo er bis 1930 ununterbrochen beschäftigt war. In den Jahren 1930 bis 1933 war er arbeitslos, anschließend arbeitete er in einer Ziegelei und bis 1937 bei der Firma Kessler in Wasseralfingen.
Johannes Schneider war verheiratet mit Katharina Schneider. Das Ehepaar lebte mit seinen beiden Kindern Gertrud und Irmgard in der Beinstraße 22 in Aalen.
Politisches Engagement
Zwischen 1926 und 1933 war Schneider Mitglied des marxistisch orientierten Arbeitergesangvereins „Lasallia“. Von 1927 bis 1932 gehörte er dem Bund Deutscher Freidenker an, von 1931 bis 1933 der Roten Hilfe. In den Jahren 1932 und 1933 war er Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) sowie des Kampfbundes gegen den Faschismus.
Verfolgung im Nationalsozialismus
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Johannes Schneider aufgrund seiner politischen Aktivitäten am 11. März 1933 gemeinsam mit sieben weiteren Personen in sogenannte Schutzhaft genommen. Wie die Kocher-Zeitung berichtete, wurde er in das Konzentrationslager Heuberg auf dem Truppenübungsplatz bei Stetten am kalten Markt eingeliefert. Seine Haft dauerte bis zum 11. Mai 1933.
Auch sein Vater Florian Schneider wurde wenige Tage später verhaftet, ebenfalls in das KZ Heuberg verschleppt und erst am 12. September 1933 entlassen.
Verurteilung durch den Volksgerichtshof
Am 20. Mai 1937 wurde Johannes Schneider erneut festgenommen. Gemeinsam mit Peter Kaspar, August Hirsch und Otto Sauter wurde er vor dem Volksgerichtshof in Berlin angeklagt. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, die verbotene KPD wiederaufgebaut und sich damit hoch- und landesverräterisch betätigt zu haben.
Am 26. Oktober 1938 verurteilte der Volksgerichtshof Johannes Schneider zu fünf Jahren Zuchthaus.
Haft und Tod
Der Strafvollzug für Johannes Schneider begann am 26. Oktober 1938. Er wurde zunächst im Zuchthaus Ludwigsburg, Zweiganstalt Hohenasperg, inhaftiert und am 11. November 1938 in das Strafgefängnis Rottenburg am Neckar verlegt.
Nach Verbüßung seiner Strafe wurde Schneider am 26. Mai 1942 auf Ersuchen der Gestapo Stuttgart zur „Prüfung der Schutzhaftfrage“ in das Polizeigefängnis II in Stuttgart überstellt. Am 2. Juni 1942 folgte die Verlegung in das Polizeigefängnis Welzheim, am 10. Juni 1942 die Überstellung in das Konzentrationslager Dachau. Am 7. August 1942 wurde er schließlich in das KZ Neuengamme bei Hamburg deportiert.
Johannes Schneider starb dort am 21. März 1943 um 6:30 Uhr im Alter von 36 Jahren. Als offizielle Todesursache wurde Versagen von Herz und Kreislauf bei Lungenentzündung angegeben.
Gedenken

Stolperstein
Zum Gedenken an Johannes Schneider widmete ihm die Stolperstein Initiative Aalen einen Stolperstein. Er wurde am 3. Juli 2019 in der Beinstrasse 22 verlegt.[1]
Quelle
- Stolpersteine in Aalen mit Lebenslauf von Johannes Schneider auf der Website der Stadt Aalen
- Flyer: 2. Verlegung (PDF; 4,1 MB) Stolpersteine in Aalen