John Fothergill (Mediziner)
englischer Mediziner, Botaniker, Quäker und Philanthrop (1712–1780)
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John Fothergill (* 8. März 1712 im Weiler Carr End der Gemeinde Bainbridge in Yorkshire; † 26. Dezember 1780 in London) war ein englischer Mediziner. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Foth.“.

Leben und Wirken
Fothergill war der zweite Sohn von seines gleichnamigen Vaters John Fothergill (1676–1745) und dessen erster Frau Margaret Hough (1677–1719). Er erhielt seine frühe Ausbildung an Frodsham in Cheshire und an der Sedbergh School in Sedbergh in Cumbria. Etwa um das Jahr 1727–1728 herum wurde er Lehrling bei einem Apotheker namens Benjamin Bartlett in Bradfield in South Yorkshire. Nach Ablauf der Lehrzeit ging er nach Edinburgh und studierte Medizin. Er besuchte die Vorlesungen von Alexander Monro I., Charles Alston, John Rutherford, Andrew Sinclair (1726–1757) und Andrew Plummer, alles Schüler aus der Schule von Herman Boerhaave.[1]
Am 14. August 1736 wurde Fothergill in Edinburgh mit dem Thema De emeticorum usu in variis morbis tractandis zum Doktor der Medizin promoviert. Es folgte eine weitere Ausbildung am St Thomas’ Hospital in London. Nach dem Besuch des kontinentalen Europas, so Flandern und Holland im Jahre 1740, ließ er sich erneut in London nieder, wo er eine Praxis eröffnete. So soll er während der Influenza-Epidemien während der Jahre 1775 und 1776 bis zu 60 Patienten täglich behandelt haben.
Er war ein Freund von Benjamin Franklin, mit dem er im Jahre 1774 an einem Plan für eine britische Versöhnung mit den amerikanischen Kolonien nachdachte. Sie trafen sich, als die Pennsylvania General Assembly, das Landesparlament des US-Bundesstaates von Pennsylvania, Franklin im Jahre 1757 nach London schickte. Bei seiner Ankunft in London erkrankte Franklin und wurde dadurch Fothergills Patient.[2]
1745 hielt Fothergill an der Royal Society einen kurzen Vortrag über das Werk des schottischen Chirurgen William Tossach (1700?–1771), einer der ersten bekannten Vorträge über die Praxis der Mund-zu-Mund-Beatmung. Er war einer der ersten, denen 1773 die Identifizierung und Beschreibung der Trigeminusneuralgie[3] gelang, und zählt zu den Ersten, die einen direkten Zusammenhang zwischen der Verhärtung von Herzkranzgefäßen und Angina pectoris sahen.[4]
1764 finanzierte er den Druck der englischen Bibelübersetzung des Quäkers Anthony Purver.
Als Pflanzensammler und Botaniker legte er in Upton nahe Stratford-upon-Avon einen botanischen Garten mit seltenen Pflanzen aus aller Welt an.[5]
Ehrungen
Am 23. Juni 1763 wurde Fothergill als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt.[6] 1770 wurde er zum Mitglied der American Philosophical Society gewählt.[7]
Die von der Medical Society of London erstmals 1787 verliehene Fothergillian Medal wurde ursprünglich ihm zu Ehren herausgegeben.[8]
Die Pflanzengattung Fothergilla aus der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae) wurde nach ihm benannt.[9]
Schriften (Auswahl)
Bücher
- De emeticorum usu in variis morbis tractandis. Edinburgh 1736 (Digitalisat).
- Some anecdotes of the late Peter Collinson. London 1785.
Zeitschriftenbeiträge
- Observations on the Manna persicum. In: Philosophical Transactions. Band 43, 1744, Nr. 472, S. 86–94 (doi:10.1098/rstl.1744.0028, JSTOR:104415).
- Essay upon the origin of amber. In: Philosophical Transactions. Band 43, 1744, Nr. 473, S. 21–25 (doi:10.1098/rstl.1744.0009, JSTOR:104406).
- Observations on a case published in the last volume of the medical essays, &c. of recovering a man dead in appearance, by distending the lungs with air. Printed at Edinburgh, 1744. In: Philosophical Transactions. Band 43, 1745, Nr. 475, S. 275–281 (doi:10.1098/rstl.1744.0061, JSTOR:104465).
- An account of the magnetical machine contrived by the late Dr. Gowin Knight, F.R.S. In: Philosophical Transactions of the Royal Society. Band 66, 1776, S. 591–599 (doi:10.1098/rstl.1744.0028, JSTOR:106305).
- Remarks on that complaint commonly known under the name of sick-headach. In: Medical observations and inquiries. Band 6, 1784, S. 103–137 (Digitalisat).
Gesammelte Schriften
- John Elliot (Hrsg.): A complete collection of the medical and philosophical works of John Fothergill […] With an account of his life; and occasional notes. John Walker, London 1781 (Digitalisat).
- John Coakley Lettsom (Hrsg.): The works of John Fothergill, M.D. […] With some account of his life. 3 Bände, Charles Dilley, London 1783–1784 (Band 1, Band 2, Band 3).
Literatur
- Margaret DeLacy: Fothergill, John (1712–1780). In: Henry Colin Gray Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X; doi:10.1093/ref:odnb/9979 (Lizenz erforderlich), Stand: 4. Oktober 2007.