John Verity
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Leben
Anfänge in Bradford und den USA
Verity stammt aus der nordenglischen Stadt Bradford, wo er in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs. Sein Vater Ben entging in Ingleton der typischen Arbeit in der Kohlegrube (Ingleton Coalfield), indem er Kornett in der Blaskapelle des Betriebs spielte. In Bradford war er in einer Roller-Arena tätig. Die Mutter Lilian entstammte einer Vaudeville-Familie.[1]
Als Jugendlicher bestellte Verity heimlich eine E-Gitarre von Vox auf den Namen seines Vaters und musste in der Folge die Raten durch Auftritte abarbeiten. Sein Gesang begünstigte den Besuch einer besseren Schule, die für ihren Chor bekannt war. Ein Freund war damals der etwas ältere Allan Holdsworth. Seine erste professionelle Band war 1968 Richard Kent Style aus Manchester, die bereits einige Singles veröffentlicht hatte.[2][3] Die Band war ab 1969 Hausband auf den Bahamas und anschließend in Miami, nun als Tunnel.[4] Dort spielten sie im Vorprogramm durchreisender Stars wie Jimi Hendrix[5], Janis Joplin, Canned Heat und Mountain.[6]
Erste Veröffentlichungen, Argent und Phoenix
Nachdem ein Plattenvertrag mit Atlantic Records nicht zustande gekommen war, ging Verity zurück nach England und erhielt dort einen Vertrag bei ABC Dunhill.[7] Sein erstes Album John Verity Band erschien 1974.[8] Nach einer Tour als Vorgruppe von Argent holte Rod Argent Verity als Ersatz für Russ Ballard in die Band.[7] Mit Argent nahm er die beiden Alben Circus und Counterpoints auf und gründete nach der Auflösung der Gruppe 1976 das Trio Phoenix mit dem Bassisten Jim Rodford und dem Schlagzeuger Bob Henrit.[6] Phoenix erschien 1976 und 1977 wurde das zweite Album Out of the Sun eingespielt, das erst 2021 veröffentlicht wurde. Rodford wechselte zu The Kinks und wurde für das abschließende Album In Full View durch Ray Minhinnett ersetzt.
Gastmusiker und Produzent
Ab den späten 1970er Jahren konzentrierte sich Verity auf das Produzieren anderer Künstler und war gelegentlich als Gastmusiker zu hören, so auf mehreren Alben von Colin Blunstone (vormals mit Rod Argent bei The Zombies). Im Juli 1978 arbeitete er in Kopenhagen mit Ringo Starr an einem Album, das von Russ Ballard produziert werden sollte. Das Projekt wurde jedoch schnell wieder eingestellt und die Aufnahmen mit Verity nie veröffentlicht.[9] 1979 produzierte er das erste Album von Saxon und 1981 Good Morning America von Charlie, wo er kurzzeitig auch als Gitarrist und Sänger fungierte.[6] 1982 folgte die Single Hypnotized von Brian Connolly (The Sweet). Die Studioband mit Verity, Schlagzeuger Henrit und dem Bassisten Terry Uttley (Smokie) ging Anfang 1983 als Connollys Band Encore mit Pat Benatar auf Tour.[6] Mitte 1983 nahm er mit einem mobilen Studio mehrere Konzerte von Motörhead auf, einzelne Titel wurden als B-Seiten für die Single Shine verwendet und erschienen später in Neuauflagen des Albums Another Perfect Day als Bonustitel.
Bandleader
Aus Encore wurde noch 1983 Verity, nun ohne Connolly, dafür mit dem Keyboarder Andy Clark. In dieser Besetzung wurde mit einigen Gästen (u. a. Mike Rutherford, Chris Norman, Rod Argent, Russ Ballard) das Album Interrupted Journey eingespielt[10][11], 1983 und 1984 erschienen die Singles Stay With Me Baby, Rescue Me und What About Me. Anfang 1984 war die Band mit Saxon und Battleaxe auf Tour.[12] In ähnlicher Besetzung entstand 1985 das Soloalbum Truth of the Matter, Gäste waren alle Musiker von Smokie sowie erneut Argent und Rutherford. Ein drittes Album Rock Solid, nun wieder als Verity, erschien 1989.
Nach der Valley-Parade-Feuerkatastrophe am 11. Mai 1985 in seiner Heimatstadt Bradford beteiligte sich Verity mit vielen anderen bekannten Künstlern an der Benefiz-Single You'll Never Walk Alone und ermutigte die inaktiven Smokie zu einem Benefiz-Konzert. 1988 produzierte er deren Comeback-Album All Fired Up mit dem neuen Sänger Alan Barton.
Solomusiker
Seit der Jahrtausendwende tritt Verity in wechselnden Besetzungen auf und veröffentlicht wieder regelmäßig neue Alben.
Diskografie
als Bandleader
- John Verity Band: John Verity Band (1974)
- Verity: Interrupted Journey (1983)
- John Verity: Truth of the Matter (1985)
- Verity: Rock Solid (1989)
- John Verity Band: Say Why? (2007)
- Verity: Rise Like The Phoenix (2010)
- John Verity: It's A Mean Old Scene... (2012)
- John Verity: Tone Hound on the Last Train to Corona... (2014)
- John Verity: Zep it Up! (2015)
- John Verity: My Religion (2016)
- John Verity: Blue to My Soul (2017)
- John Verity: Passion (2020)
als Bandmitglied
- Richard Kent Style: Love Will Shake the World Awake (Single, 1968)
- Richard Kent Style: A Little Bit O' Soul (Single, 1969)
- Argent: Circus (1975)
- Argent: Counterpoints (1975)
- Phoenix: Phoenix (1976)
- Phoenix: Out of the Sun (Aufnahme 1977, Veröffentlichung 2021)
- Phoenix: In Full View (1979)
- Charlie: Good Morning America (1981)
als Gastmusiker und Produzent (Auswahl)
- Saxon: Saxon (1979)
- Brian Connolly: Hypnotized (Single, 1982)
- Tank: This Means War (1983)
- Motörhead: Shine (Single, 1983)
- Baby Tuckoo: First Born (1984)
- Francie Conway: I Know (1984)
- Marseille: Touch The Night (1984)
- Black Slate: Black Slate (1985)
- Smokie: All Fired Up (1988)
- Sam Seale: Five (1988)
Bibliografie
- John Verity: This Rock & Roll Won't Last You Know. Wymer, 2024. ISBN 978-1-915246-61-5
Literatur
- Michael Buchanan: Guitar Gods in Beds. LPS Publishing, 2008. ISBN 9780955878404
- Bob Henrit: Banging On! Bank House, 2013. ISBN 978-0957305830
