Jonas Zipf

deutscher Regisseur, Dramaturg, Publizist und Kulturpolitiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Jonas Zipf (* 21. Juli 1982 in Seeheim-Jugenheim) ist ein deutscher Regisseur, Dramaturg, Publizist, Kulturmanager und Kulturpolitiker. Er ist Kaufmännischer Geschäftsführer von Kampnagel in Hamburg.[1]

Jonas Zipf (2018)

Leben

Im Jahr 2001 legte Jonas Zipf das Abitur an der Bertolt-Brecht-Schule Darmstadt ab. Nach dem Zivildienst studierte er bis zum Vordiplom 2004 Psychologie an der FU Berlin, von 2004 bis 2005 Theaterwissenschaft in Paris-St.Denis und Angewandte Theaterwissenschaft an der JLU Gießen. 2005 nahm er an der HMT / Bayerischen Theaterakademie München das Studium der Sprech- und Musiktheaterregie auf, das er mit dem Diplom 2009 abschloss.

Von 2009 bis 2011 war er Regieassistent am Thalia Theater Hamburg,[2] 2011 bis 2014 Leitender Dramaturg/Künstlerischer Leiter und Gesellschafter am Theaterhaus Jena.[3] In der Spielzeit 2014/2015 war Zipf Schauspieldirektor am Staatstheater Darmstadt.[4][5] Von 2015 bis 2018 war er Künstlerischer Berater der Kuratoren der Wiesbaden Biennale[6] 2016 wurde er Werkleiter von JenaKultur, einem Eigenbetrieb der Stadt Jena für Kultur, Stadtmarketing und Tourismus.[7] Er wurde 2020 ehrenamtlicher Präsident des Kulturrats Thüringen.[8]

Daneben war Zipf ab 2002 Freier Journalist, unter anderem bei der taz[9] und Süddeutsche Zeitung.

Ermittlungsverfahren

Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen Jonas Zipf wegen Untreue.[10] Hintergrund ist ein umstrittenes Kunst-Projekt des Schweizer Künstlers Christoph Büchel. Zipf soll die Verträge zu einem Zeitpunkt unterschrieben haben, als die Finanzierung noch nicht geklärt war. Es geht um eine Summe von 299.000 Euro.[11]

Publikationen

  • mit Onur Norbega, Matthias Quent (Hrsg.): Rassismus. Macht. Vergessen. Von München über den NSU bis Hanau: Symbolische und materielle Kämpfe entlang rechten Terrors. transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8376-5863-7.
  • mit Kerem Halbrecht, Gilly Karjesky (Hrsg.): Die Gefühletaktik / The Love Tactic (zweisprachig). Arch+, Berlin 2021, ISBN 978-3-931435-65-3.
  • mit Marcus Lobbes, Juliane Zellner (Hrsg.): transformers - digitalität inklusion nachhaltigkeit. Theater der Zeit, Berlin 2021, ISBN 978-3-95749-364-4.
  • mit Michael Dissmeier (Hrsg.): O Fortuna! 50 Jahre Philharmonischer Chor Jena. JenaKultur, Jena 2020.
  • mit Aleida Assmann, Ayşe Gülec, Klaus Dörre, Volkhard Knigge, Stephan Lessenich, Bernhard Maaz, Thomas Oberender, Hartmut Rosa, sowie Birgit Liebold (Hrsg.): Inne halten: Chronik einer Krise. Jenaer Corona-Gespräche. Theater der Zeit, Berlin 2020, ISBN 978-3-95749-317-0.
  • mit Verena Krieger (Hrsg.): Erkundungsbohrungen. Ein dezentrales Denkmal für Eduard Rosenthal. VDG, Weimar 2020, ISBN 978-3-89739-943-3.
  • mit Julia Hauck (Hrsg.): Hoffnung - Syrische Geflüchtete erzählen von Abschied und Ankommen. JenaKultur, Jena 2020.
  • Von Grillen und Ameisen. Freischaffendes Theater in Darmstadt seit 2015. In: Peter Benz, Peter Engels, Klaus-Dieter Grunwald (Hrsg.): Ein Jahrhundert Darmstadt. Justus-von-Liebig-Verlag. Darmstadt 2020, ISBN 978-3-87390-432-3.
  • Die Welt von morgen. In: Gudrun Luck, Jonas Zipf (Hrsg.): 100 Jahre Volkshochschule Jena. JenaKultur, Jena 2019, ISBN 978-3-9819754-2-0.
  • Jena und Schiller. Ein Spannungsverhältnis. In: Helmut Hühn (Hrsg.): Friedrich Schiller & Wilhelm von Humboldt. Schillerverein Weimar-Jena e. V., Weimar, 2019, ISBN 978-3-00-063950-0.
  • mit Eva Göbel: Business Angel oder Angel Dust? Möglichkeiten und Beschränkungen der Drittmittelakquise im Kulturbetrieb. In: KulturBetrieb 2/18, SchmittART, Leipzig 2018. ISSN 2194-3648
  • mit Joachim Bauer und Christopher Spehr (Hrsg.): Orte der Reformation – Jena. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, ISBN 978-3-374-04415-3.
  • Der Traum der Luxoplis. In: Rüdiger Stutz, Mathias Mieth (Hrsg.): Lexikon zur Jenaer Stadtgeschichte. Tümmel Verlag, Berching 2018, ISBN 978-3-9819706-0-9.
  • mit Elmar Altvatter, Silke Helfrich, Ilko-Sascha Kowalczuk, Gerd Koenen, Christina Morina, Jürgen Neffe, Hartmut Rosa, Albrecht Schröter, Erik Olin Wright (u. a.), sowie Gösta Gantner (Hrsg.): Von Gespenstern und geteilten Himmeln. Ideen einer gerechten Gesellschaft nach Marx. Eine Materialsammlung. JenaKultur, Jena 2018.
  • mit Birgit Liebold: Neue Veranstaltungsformate 2017 in Jena: Propaganda und Bewegtes Land. In: Annette Seemann, Thomas Seidel, Thomas Wurzel: Die Reformationsdekade »Luther 2017« in Thüringen. Wartburg Verlag - c/o Evangelisches Medienhaus, Leipzig 2018, ISBN 978-3-86160-560-7.
  • Kein richtiges Leben im falschen. Macht, Strukturen und alternative Steuerungsmodelle im Kulturbetrieb In: Dorothea Hartmann (Hrsg.): Tischlerei-Zeitung (Heft 9) der Deutschen Oper Berlin (Lokal-Beilage der taz), Berlin 2018.
  • mit Samuel Hof, Markus Niessner (Hrsg.): o-team. team odradek. die ersten zehn bis zwölf jahre. Niessnerdesign, Stuttgart 2017.
  • mit Juliane Zellner: Ein Wurmloch wider populäre Harmlosigkeit. In: Michaela Rotsch, Juliane Zellner (Hrsg.): Glaspaläste - Interaktive Raumstruktur zwischen Kunst und Wissenschaft. Eigenverlag, Wittenberg 2017, ISBN 978-3-9818924-2-0.
  • Shakespeare oder kein Ende in Sicht. In: Stefan Schneckenburger (Hrsg.): Garten = Theater - Pflanzen in Shakespeares Welt. Freie Universität Berlin/Verband Botanischer Gärten, Berlin/Osnabrück 2017.
  • mit Daniel Boyarin, Monster Truck, Nikolaus Müller-Schöll, Albrecht Schröter, Laura de Weck, Oliver Zahn (u. a.), sowie Boris Nikitin (Hrsg.): Martin Luther PROPAGANDA Symposium. Eine Dokumentation. JenaKultur, Jena 2017.
  • mit Stephanie Graeve: Arbeit und Struktur. Zur Krise des Intendantensystems. In: nachtkritik, Berlin 2017.
  • Wissen ohne Charakter. In Martin Schneider: Sieben Todsünden nach Ghandi. Predigten in der Gegenwart. Freshup Publishing, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-938023-85-3.
  • mit Holger Bergmann, Amelie Deuflhard, Matthias Lilienthal, Luk Perceval, Carena Schlewitt, Johan Simmons, Franziska Wener (u. a.), sowie Harald Müller (Hrsg.): Das Herz der Kunst lässt sich nicht beziffern. Warum der Kulturinfarkt eine Fehldiagnose ist. Theater der Zeit, Berlin 2012.
  • mit Till Briegleb, Christian Holtzhauer, Rebekka Kricheldorf, Annemarie Matzke, Thomas Schweigen, Annemie Vanackere (u. a.), sowie Christin Bahnert und Armin Kerber (Hrsg.): Einfachheit & Lust & Freiheit. Theater zwischen freier Wildbahn und städtischer Institution. Theater der Zeit, Berlin 2011, ISBN 978-3-942449-30-4
  • mit Samuel Hof: Lichtung. Geräuschtheater von und mit Martin Heidegger. Niessnerdesign, Stuttgart 2014.
  • mit Katharina Raffalt: Frankenstein. Bearbeitung nach Mary Shelley. Theaterhaus Jena, Jena 2012.
  • mit Steffen Klewar: Betaville. Dunkeltheater nach Philipp K. Dicks Blade Runner. Strohlinka, Berlin 2011.
  • mit Samuel Hof: Der Krieger erwacht. Bearbeitung nach Frank Herberts Dune. Niessnerdesign, Stuttgart 2010.
  • mit Gregor Siber: KirschGärten. Bearbeitung nach Anton Tschechow. Niessnerdesign, Stuttgart 2009.
  • mit Hanno Hener: Odysee08. Bearbeitung nach Homer. Albrecht Haag, Darmstadt 2008.
  • mit Dorna Safaian: HermannSchlachten. Bearbeitung nach Heinrich von Kleist. Niessnerdesign, Stuttgart 2007.
  • mit Aron Kitzig: Solaris. Dunkeltheater nach Stanislaw Lem. Strohlinka, Berlin 2005.

Auszeichnungen

Stipendien

  • Internationales Forum beim Theatertreffen 2011
  • Studienstiftung des Deutschen Volkes 2002–2009
  • Akademie Musiktheater Heute der Deutschen Bank 2007–2009
  • Gabriele-Boehnisch-Stiftung 2007–2009
  • Erasmus 2004/2005

Preise

  • Power of Arts der Philipp-Morris-Stiftung für KEIN SCHLUSSSTRICH![12]
  • Thüringer Theaterpreis und Publikumspreis des Avant-Art-Festivals für Fall Out Girl 2012
  • Integrationspreis des Flüchtlingsrats Thüringen für My Heart Will Go On 2012
  • Förderpreise der Deutsche-Bank-Stiftung für Whaletracking 2008 sowie KirschGärten 2009

Einzelnachweise

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