José Aldo

brasilianischer Mixed-Martial-Arts-Kämpfer From Wikipedia, the free encyclopedia

José Aldo da Silva Oliveira Júnior (* 9. September 1986 in Manaus, Amazonas) ist ein ehemaliger brasilianischer MMA-Kämpfer, der seine Profikarriere von 2004 bis 2025 bestritt. Seit 2011 kämpfte er in der Ultimate Fighting Championship (UFC), war deren erster Champion im Federgewicht und gewann insgesamt acht Kämpfe um den Gürtel, womit er den Rekord für die meisten gewonnenen Titelkämpfe in der UFC-Geschichte des Federgewichts hält (Stand: November 2025).[1][2] 2020 war er zudem UFC-Titelherausforderer im Bantamgewicht[3] und fand 2023 Aufnahme in die UFC Hall of Fame.[4]

KampfnameJunior
Größe1,70 m
NationalitätBrasilien Brasilien
Schnelle Fakten Daten, Kampfname ...
José Aldo
José Aldo (2015)
José Aldo (2015)
Daten
Kampfname Junior
Größe 1,70 m
Gewicht Federgewicht
Nationalität Brasilien Brasilien
Geburtsdatum 9. September 1986
Geburtsort Manaus
Team Nova União in Rio de Janeiro
Kampfstil Kickboxen/BJJ
MMA-Statistik
Siege 32
K. o. 17
Aufgabe 1
Punkte 14
Niederlagen 10
K. o. 4
Aufgabe 1
Punkte 5
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Aldo, der einige Erfolge auf der Weltbühne des Brazilian Jiu-Jitsu erzielen konnte, kämpfte anfangs in weniger bekannten MMA-Promotions, ehe er 2008 zu World Extreme Cagefighting (WEC) wechselte. Dort blieb er bis zur Eingliederung der Organisation in die UFC ungeschlagen und war 2009 deren letzter Champion im Federgewicht, wobei er 2010 bei den World MMA Awards zum Kämpfer des Jahres gewählt wurde.[5]

Eine in der Kindheit entstandene Brandverletzung an seiner linken Wange wurde zu einem seiner Markenzeichen und brachte ihm zwischenzeitlich den Spitznamen „Scarface“ ein.[6][7]

Kampfsportkarriere

Aldo begann seine Kampfsportkarriere mit Capoeira und etwas später mit Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ), wo er unter André Pederneiras trainierte und den schwarzen Gürtel erreichte. Als Blaugurt gewann er Bronze bei der IBJJF-Weltmeisterschaft 2001[8] und als Braungurt Gold beim Weltcup 2004 des brasilianischen Verbandes CBJJO.[9][10] Als Vorbereitung auf seine MMA-Karriere begann er mit dem Training im Kickboxen.[11]

Von 2004 bis 2007 kämpfte er in den kleineren Promotions Eco Fight Championship (EFC), Shooto Brasil (SB), Rio MMA Challenge (RMMAC), Meca World Vale Tudo (MWVT), Fight UK MMA (FUK), Freestyle Fighting Federation (FX3), Jungle Fight Championship (JFC), Gold Fighters Championship (GFC), Top Fighting Championship (TFC) und Pancrase, wobei er eine Bilanz von 10 Siegen und nur einer Niederlage erreichte (10-1), wobei er sieben seiner Siege vorzeitig in Runde 1 entscheiden konnte.

Er wurde anschließend bei der nordamerikanischen Organisation World Extreme Cagefighting (WEC) verpflichtet und gewann sein Debüt im Federgewicht am 1. Juni 2008 durch TKO in Runde 2 gegen den ehemaligen Shooto-Champion Alexandre Nogueira.[12] Anschließend erzielte er weitere vorzeitige Siege gegen Jonathan Brookins (späterer Gewinner des UFC-Turniers The Ultimate Fighter 12)[13], die beiden WEC-Debütanten Rolando Perez[14] und Chris Mickle[15], sowie den späteren UFC-Kämpfer Cub Swanson,[16] wobei er Swanson nach nur acht Sekunden der ersten Runde durch TKO bezwang und dadurch auch den mit 10.000 US-Dollar dotierten „Knockout of the Night“-Bonus erhielt.[17] Durch diese Erfolge qualifizierte er sich für den WEC-Titelkampf im Federgewicht gegen Mike Brown, ein ehemaliger AFC-Champion, der den Titel gegen Urijah Faber (später aufgenommen in die UFC Hall of Fame) gewonnen und bisher zweimal verteidigt hatte, darunter in einem Rückkampf gegen Faber. Aldo gewann den Kampf am 18. November 2009 in Las Vegas durch TKO in Runde 2[18] und erhielt für den Sieg eine Kampfbörse von 26.000 US-Dollar, sowie erneut den Bonus für den „Knockout of the Night“.[19]

Anschließend verteidigte er den Titel einstimmig nach Punkten gegen Urijah Faber[20] und durch KO gegen Manny Gamburyan (ehemaliger Finalist des UFC-Turniers The Ultimate Fighter 5).[21]

Ultimate Fighting Championship (UFC)

Im Januar 2011 wurde die WEC in die UFC eingegliedert, wobei nahezu sämtliche Kämpfer der Organisation, darunter Aldo, übernommen wurden.[22] Als ungeschlagener WEC-Champion wurde Aldo noch im November 2010 kampflos zum ersten UFC-Titelträger in der Federgewichtsklasse ernannt, nachdem mit der Eingliederung der WEC diese Gewichtsklasse übernommen worden war.[23] Sein Debüt bestritt er im Alter von 24 Jahren am 30. April 2011 bei UFC 129 in Toronto und gewann seine gleichzeitig erste Titelverteidigung durch einstimmige Entscheidung gegen Mark Hominick, der in seinen letzten fünf Kämpfen ungeschlagen geblieben war.[24] Anschließend gewann er sechs weitere Titelverteidigungen gegen Kenny Florian (ehemaliger, zweifacher UFC-Titelherausforderer)[25], den in elf Kämpfen ungeschlagenen Chad Mendes[26], den ehemaligen UFC-Leichtgewichts-Champion Frankie Edgar[27], die in der UFC ungeschlagenen Jung Chan-sung[28] und Ricardo Lamas[29], sowie in einem Rückkampf gegen Chad Mendes.[30] Aldo wurde inzwischen als bester Kämpfer der UFC, ungeachtet der Gewichtsklassen (Pound for pound) geführt und verteidigte seinen Titel als Nächstes am 12. Dezember 2015 bei UFC 194 in Las Vegas, wobei er gegen den in seinen letzten 14 Kämpfen ungeschlagenen Herausforderer Conor McGregor nach nur 13 Sekunden der ersten Runde durch KO verlor. Es handelte sich um den bis dahin kürzesten Titelkampf der UFC-Geschichte.[31]

Aldo gewann seinen nächsten Kampf am 9. Juli 2016 einstimmig nach Punkten in einem Rematch gegen Frankie Edgar, der seit ihrem ersten Aufeinandertreffen wieder fünf Siege in Folge erzielt hatte. Durch den Erfolg wurde Aldo UFC-Interims-Champion[32]. Nachdem McGregor am 12. November 2016 den UFC-Titel im Leichtgewicht erkämpft hatte, wurde sein Titel im Federgewicht besitzlos (vakant), woraufhin Aldo am 26. November 2016 wieder zum regulären UFC-Champion ernannt wurde.[33] Als solcher bestritt er seine erste Titelverteidigung am 3. Juni 2017 in Rio de Janeiro, wobei er durch TKO in Runde 3 gegen den UFC-Interims-Champion Max Holloway verlor.[34] Auch den Rückkampf gegen Holloway verlor er am 2. Dezember 2017 durch TKO in Runde 3. Mit dem inzwischen 12. Sieg in Folge erzielte Holloway die bis dahin fünftlängste Siegesserie in der Geschichte der UFC.[35]

Aldo gewann anschließend jeweils durch TKO gegen Jeremy Stephens (UFC-Bilanz: 15-13)[36] und Renato Moicano (MMA-Bilanz: 13-1)[37], ehe er am 11. Mai 2019 in Rio de Janeiro nach Punkten gegen den späteren UFC-Champion Alexander Volkanovski verlor.[38]

Anschließend wechselte Aldo in das Bantamgewicht, wo er am 14. Dezember 2019 in Las Vegas per knapper Punktentscheidung mit 1:2 (Split Decision) gegen den dort auf Rang 1 geführten Herausforderer Marlon Moraes unterlag, ein ehemaliger WSOF-Champion.[39] Trotz der Niederlage konnte er am 11. Juli 2020 bei UFC 251 in Abu Dhabi um den im Mai 2020 von Henry Cejudo niedergelegten und dadurch vakanten UFC-Titel im Bantamgewicht kämpfen, wobei er durch TKO in Runde 5 gegen den auf Rang 3 geführten Pjotr Jan (UFC-Bilanz: 6-0) verlor.[40]

Anschließend siegte Aldo jeweils einstimmig nach Punkten gegen Marlon Vera (UFC-Bilanz: 10-5, UFC #15)[41], Pedro Munhoz (UFC-Bilanz: 9-5, UFC #9)[42] und Rob Font (UFC-Bilanz: 9-3, UFC #4)[43], ehe er am 20. August 2022 bei UFC 278 in Salt Lake City nach Punkten gegen den späteren UFC-Champion Merab Dvalishvili (UFC-Bilanz: 7-2, UFC #6) unterlag.[44] Ohne einen weiteren Kampf bestritten zu haben, verkündete Aldo am 18. September 2022 das Ende seiner Karriere.[45] 2023 erfolgte seine Aufnahme in die UFC Hall of Fame.[46]

Nachdem er 2023 zwei Profiboxkämpfe mit einem Sieg und einem Unentschieden bestritten hatte,[47] gab er im Alter von 37 Jahren ein Comeback in der UFC und gewann am 4. Mai 2024 bei UFC 301 in Rio de Janeiro einen Bantamgewichtskampf einstimmig nach Punkten gegen Jonathan Martinez (UFC-Bilanz: 10-3, UFC #12).[48] Nachdem er im Oktober 2024 durch eine umstrittene Punktniederlage per Split Decision (1:2) gegen Mario Bautista (UFC-Bilanz: 8-2, UFC #11) verloren hatte[49], bestritt er seinen nächsten Kampf im Federgewicht am 10. Mai 2025 bei UFC 315 in Montreal, wobei er einstimmig gegen Aiemann Zahabi (UFC-Bilanz: 6-2) verlor.[50] Nach dem Kampf gab Aldo erneut sein Karriereende bekannt.[51]

Sonstiges

Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien 2018 unterstützte Aldo den rechtsextremen Kandidaten Jair Bolsonaro.[52]

Commons: José Aldo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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