Josef Bläser
deutscher Fußballspieler
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Josef „Jupp“ Bläser (* 11. Dezember 1952 in Düren) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der Abwehrspieler hat von 1972 bis 1974 beim 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga 21 Ligaspiele (1 Tor) bestritten und wurde 1973 mit der „Geißbockelf“ deutscher Vizemeister und war auch beim Einzug in das DFB-Pokalfinale in fünf Spielen zum Einsatz gekommen.[1]
Laufbahn
Jugend und 1. FC Köln, bis 1974
Beim SC Merzenich, einer Gemeinde nordöstlich von Düren im Rheinland zwischen Aachen und Köln gelegen, hat Bläser mit dem Fußballspiel in der D-Jugend angefangen. Durch sein Talent, was er wohl von seinem Vater vererbt bekommen hatte und seinem Ehrgeiz, durchlief er die Auswahlmannschaften der Kreis- und Mittelrheinauswahl. Er wurde im Jahr 1958 eingeschult und hat jahrelang mit Begeisterung Akkordeon gespielt. Irgendwann musste er sich aber entscheiden, ob der Fußball oder das Musizieren an die erste Stelle rücken sollte. Dass er sich für den Fußball entschied, lag vor allem an seinem prägenden Lehrer Wolfgang Odendahl, der ihn aber auch anhielt, eine Lehre zu machen und dann sein Ziel Profifußballer zu werden, tatsächlich zu erreichen.[2]
In Merzenich durchlief er eine Lehre im Malergeschäft von Johannes Ramacher als Maler und Lackierer, einem Freund seines Vaters und einem Liebhaber des Fußballs. Ramacher unterstützte in jeglicher Richtung die Ambitionen des jungen Fußballers. Nach bestandener Gesellenprüfung gab er dem Werben des 1. FC Köln nach und ging, wie auch Harald Konopka aus Düren, im letzten A-Jugendjahr in die Nachwuchsabteilung des Bundesligisten 1. FC Köln.[3] Unter der prägenden Anleitung von Trainer Jupp Röhrig und an der Seite von Mitspielern wie Harald Konopka, Rainer Nicot, Herbert Neumann, Herbert Hein, Jürgen Glowacz und Georg Bosbach wurde er 1971 Deutscher Meister der A-Jugend. Dieses erste Jahr beim 1. FC Köln, 1970/71, in der Firma Picker, bei der er als Malergeselle fest angestellt arbeitete, kam er gut zurecht. Im Nebeneinander von Beruf und Fußball verbrachte er prall gefüllte Tage. Die Zeit war von früh bis spät durchgetaktet, anderen Interessen konnte er infolge der Doppelbeschäftigung nicht nachgehen. Nach dem morgendlichen Training mit den Profis unter Trainer Ernst Ocwirk, musste er stets zurück zur Arbeitsstelle. Sportlich fühlte Bläsig sich aber erstklassig aufgehoben – Ocwirk war ein hervorragender Trainer und mehr noch ein Mensch mit pädagogischer Begabung, der die jungen Spieler gezielt förderte.[4]
Zur Saison 1971/72 wurde er wie auch Glowacz und Konopka in den Lizenzspielerkader des 1. FC Köln übernommen. Unter dem neuen Trainer Gyula Lóránt verlief sein erstes Jahr als Profi aber unbefriedigend, er kam in der Bundesliga zu keinem Einsatz. Lóránt wechselte kein Wort mit Bläser, baute keine Verbindung zu dem jungen Spieler auf. Als weiteres Hindernis für seine fehlenden Berücksichtigungen kann aber auch seine Wehrdienstzeit in Ostfriesland und Bremen sich ausgewirkt haben. Lediglich beim DFB-Pokalrückspiel in der 1. Hauptrunde am 15. Dezember 1971 gegen die Amateure des Essener FV, lief er beim 5:0-Heimerfolg in der ersten Halbzeit im Mittelfeld an der Seite von Heinz Flohe und Wolfgang Overath auf.
Erst als Rudi Schlott die Trainingsleitung beim FC zur Runde 1972/73 übernahm, besserte sich die Situation von „Jupp“ Bläser deutlich. Der studierte Diplom-Sportlehrer und vormalige Assistent von Hennes Weisweiler bei Borussia Mönchengladbach, hatte die Gabe junge Spieler zu entwickeln und sie auch zum Einsatz zu bringen. Bläser debütierte am 16. September 1972, bei einer 1:3-Auswärtsniederlage beim VfB Stuttgart in der Bundesliga. Mit Gerhard Welz, Matthias Hemmersbach, Bernhard Cullmann und Konopka bildete er dabei die FC-Defensive. Drei Tage zuvor, am 13. September, war er von Schlott bereits im UEFA-Cup beim 2:1-Heimerfolg gegen Bohemians Dublin zum Einsatz gebracht worden.
Als der FC im DFB-Pokal in das Endspiel am 23. Juni 1973 in Düsseldorf gegen Borussia Mönchengladbach einzog, hatte Bläser zuvor in den Spielen gegen Fortuna Köln (1:2/4:0 n. V.), Hamburger SV (2:2) und den zwei Spielen gegen Eintracht Braunschweig (5:0/3:2) mitgewirkt. Rückblickend bemerkt Bläser über seinen ehemaligen Trainer Schlott: „Schlott war ein wirklich guter Mensch, fast zu gut für das Fußballgeschäft“.[5]
Drei Jahre spielte der Verteidiger in der 1. Bundesliga für den 1. FC Köln. In dieser Zeit bestritt er 21 Spiele, erzielte dabei ein Tor und wurde 1973 deutscher Vizemeister und DFB-Pokal-Finalist gegen Borussia Mönchengladbach, wobei er in dieser Partie nicht zum Einsatz kam. Da er sich dort nicht als Stammspieler durchsetzen konnte, wechselte er 1974 gegen eine Ablösesumme von 100.000 DM zu Alemannia Aachen in die 2. Bundesliga. Sein letztes Bundesligaspiel absolvierte Bläser am 4. Mai 1974 bei einem 3:1-Heimerfolg gegen den FC Schalke 04. Vor Torhüter Harald Schumacher bildete er zusammen mit Konopka, Cullmann und Hein die FC-Defensive.
Aachen und Linzer ASK, 1974 bis 1982
Am Tivoli gehörte er sofort der Stammbesetzung an und war bis 1979 ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.[6] Im Debütjahr der 2. Bundesliga, 1974/75, bestritt der Neuzugang aus Köln als einziger Alemannia-Profi alle 38 Rundenspiele und erzielte zwei Tore beim Erreichen des 15. Tabellenranges. Im Debütspiel der Schwarz-Gelben am 9. August 1974 im Heimspiel gegen Fortuna Köln bildete er zusammen mit Torhüter Georg Marwig, Willi Haag, Klaus-Dieter Sieloff und Jo Montanes beim 1:1-Remis die Abwehr des Gastgebers. Der Start glückte aber mit 1:9 Punkten nicht und die Hoffnungen auf eine gute Runde waren damit schon sogleich zerstört. Mit einer 0:2-Auswärtsniederlage bei Arminia Bielefeld endete am 15. Juni 1975 die Runde und Aachen nahm mit 30:46 Punkten den enttäuschenden 15. Rang ein. Sportlich erschwerend kam aber hinzu, dass die Schwarz-Gelben mit Michael Pfeiffer, Gerd Prokop (der Assistenztrainer von Pfeiffer) und Horst Witzler drei Trainer zum Einsatz für den Klassenerhalt zum Einsatz benötigten. Trotz des sportlich enttäuschenden Abschneidens hatte der Rundenverlauf für Jupp Bläser doch ein gutes Gefühl gebracht: Er hatte alle Meisterschaftsspiele und auch die DFB-Pokalspiele über die gesamte Spielzeit bestritten und das war ein völlig neues und vor allem gutes Gefühl gewesen.
Nach Ende der Runde 1978/79, Erhard Ahmann hatte das Traineramt ausgeübt und Bläser hatte in 27 Ligaeinsätzen (1 Tor) an der Seite von Mitspielern wie Torhüter Wolfgang Dramsch, Willi Reuter, Helmut Schütt, Joaquín Montañés, Hubert Clute-Simon, Heinz-Josef Kehr und Torjäger Winfried Stradt (23 Tore) mitgewirkt, nahm er ein gutes Angebot des Linzer ASK an und wechselte nach Oberösterreich, in die Stadt an der Donau und der Linzer Torte.
148 Einsätze mit 14 Torerfolgen in fünf Jahren für die Alemannia belegen seine Wertigkeit für die Alemannia.
Mit dem 3. Rang in der Saison 1979/80 erreichte Bläser unter Trainer Adolf Blutsch und neben Mitspielern wie Dietmar Constantini, Helmut Köglberger, Eduard Krieger, Klaus Lindenberger und Kurt Nagl seine beste Platzierung mit dem Linzer ASK. Der Verein war damit für den UEFA-Cup 1980/81 qualifiziert, wo man aber gegen Radnicki Nis (1:2/1:4) bereits in der 1. Runde scheiterte. Sein letztes Ligaspiel für Graz bestritt der unermüdliche Zweikämpfer am 16. April 1982, bei einer 0:1-Auswärtsniederlage gegen Austria Salzburg.
Ausklang
Nach seiner Zeit beim LASK Linz ging Josef Bläser nach Dachau und wurde dort Repräsentant von Rank-Xerox. Er spielte Fußball für den TSV Dachau 1865 und für den ASV Dachau. Er war auch Trainer bei beiden Vereinen und von 1993 bis 1999 Präsident beim TSV 1865.
Josef Bläser lebt mit seiner Familie in Nittendorf, in der Nähe von Regensburg und ist seit 2018 in Rente.
Vereine
- bis 1971: SC Merzenich
- 1971–1974 1. FC Köln
- 1974–1978 Alemannia Aachen
- 1978–1982 LASK Linz
- TSV Dachau 1865
- TSV Bergkirchen
- ASV Dachau
Statistik
- 1. Bundesliga
- 21 Spiele; 1 Tor 1. FC Köln
- 2. Bundesliga
- 148 Spiele; 14 Tore Alemannia Aachen
- DFB-Pokal
- 7 Spiele; 1 Tor 1. FC Köln
- 10 Spiele Alemannia Aachen
- UEFA-Cup
- 8 Spiele 1. FC Köln
- 2 Spiele LASK Linz
- Österreich
- 89 Spiele; 3 Tore LASK Linz
Erfolge
- 1973 Deutscher Vize-Meister
- 1973 DFB-Pokal-Finale
- 1971 Deutscher Meister A-Jugend, 1. FC Köln
Literatur
- Jupp Bläser: Ich war dabei. Edition Steffan. Köln 2023. ISBN 978-3-923838-96-7.
- Dirk Unschuld, Frederic Latz: Mit dem Geißbock auf der Brust. Alle Spieler, alle Trainer, alle Funktionäre des 1. FC Köln. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2013, ISBN 978-3-7307-0047-1. S. 34.
- Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012, ISBN 978-3-89784-214-4. S. 58.
Weblinks
- Josef Bläser in der Datenbank von fussballdaten.de
- Bläser in der Presse zum 60. Geburtstag