Josef Keibl
tschechoslowakischer Politiker (DNP)
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Josef Keibl (* 8. Juli 1874 in Braunau, Österreich-Ungarn; † 20. November 1952 in Schorndorf, Baden-Württemberg) war ein tschechoslowakischer Politiker (Deutsche Nationalpartei). Er war von 1920 bis 1935 Abgeordneter der Nationalversammlung der Tschechoslowakei.

Leben und Wirken
Er war der Sohn eines Gastwirts und besuchte das Benediktinerstiftsgymnasium in Braunau und im Anschluss ab dem Wintersemester 1892/93 bis 1902 die Deutsche Karl-Ferdinands-Universität in Prag, wo er zum Juristen (JUDr.) promovierte. In Prag war er 1895 Stellvertreter des Schriftführers der Ortsgruppe Prag (Osten) des Bundes der Deutschen in Böhmen.[1] Nach beruflicher Tätigkeit als Gerichtsassessor in Graslitz im Erzgebirge ab 1903[2], wechselte er 1905 nach Tetschen, wo er 1908 zum Richter ernannt wurde. 1910 wurde er zum Bezirksrichter in Brüx ernannt und 1911 nach Böhmisch-Kamnitz als Gerichtsvorsteher versetzt. 1917 wurde er zum Landgerichtsrat und Bezirksgerichtsvorsteher in Böhmisch-Kamnitz ernannt.[3]
Nach Gründung der Tschechoslowakei wurde er Mitglied der Deutschen Nationalpartei und erhielt bei den Parlamentswahlen 1920 einen Sitz im Nationalrat. 1925 und 1929 wurde er wiedergewählt. Er blieb auch nach der Auflösung der Deutschen Nationalpartei 1933 als fraktionsloser Abgeordneter im Parlament, dem er bis Mai 1935 angehörte.[4]
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste er als Deutscher die wiedergegründete Tschechoslowakei verlassen. Er ließ sich in Baden-Württemberg nieder, wo er 1952 verstarb.
Literatur
- Mads Olle Balling: Von Reval bis Bukarest. Statistisch-biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1919–1945. 1991, S. 309.