Josef Leban
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Josef Leban (* 28. März 1927 in Kittsee, Burgenland; † 3. August 1989) war ein österreichischer römisch-katholischer Theologe und Priester. Er war seit 1966 Militärseelsorger und von 1. Jänner 1987 bis 3. August 1989 Generalvikar der Österreichischen Militärdiözese.
Leben
Jugend und Ausbildung
Josef Leban absolvierte sechs Klassen der Volksschule und vier Klassen der Hauptschule. Er wurde anschließend zum Reichsarbeitsdienst und in die Wehrmacht eingezogen. Anfang Februar 1945 in Kriegsgefangenschaft geraten, kehrte er Ende Oktober 1947 heim.
Während der Zeit seiner Gefangenschaft reifte in ihm der Entschluss, Priester zu werden. Er bereitete sich als Externist auf die Ablegung der Matura vor, die er im Juni 1951 ablegte. Anschließend trat er in das Priesterseminar ein und begann das Studium der Katholischen Theologie an der Universität Wien, das er 1955 mit dem Theologischen Absolutorium abschloss.[1]
Wirken als Priester und Militärseelsorger
Leban wurde am 29. Juni 1955 im Wiener Stephansdom durch Theodor Kardinal Innitzer zum Priester geweiht und war nachfolgend als solcher in verschiedenen Funktionen in der burgenländischen Seelsorge tätig.[1]
Nach einem Noviziat bei den Jesuiten 1965 begann er am 14. März 1966 seine Tätigkeit als Militärseelsorger des österreichischen Bundesheeres und wurde Militärkurat. Am 1. Juli 1971 wurde er als Militärpfarrer der Militärpfarre 2 beim Militärkommando Niederösterreich zum Militärsuperior ernannt. Ab Anfang Oktober 1975 war er Militärseelsorger beim Militärkommando Wien und wurde als Militärpfarrer mit 1. Jänner 1978 zum Militärdekan ernannt. Während dieser Zeit organisierte er jährlich Kinderferienaktionen für Kinder von Angehörigen der Bundesheeres und der Militärverwaltung. Im Rahmen des Österreichischen Katholikentags 1983 war er für die Präsentation der österreichischen Militärseelsorge hauptverantwortlich.[1]
Wirken als Militärgeneralvikar
Josef Leban wurde mit 1. Jänner 1987 aufgrund seiner herausragenden militärseelsorglichen Verdienste durch Militärbischof Alfred Kostelecky zum Militärgeneralvikar bestellt.[1][2][3] Das Militärgeneralvikariat ist die oberste geistliche Behörde des Militärbischofs. In der Folge wurde Leban der Titel eines Päpstlichen Ehrenprälaten verliehen.[1]
Auf Initiative Lebans wurden im Jahre 1987 unter der Schirmherrschaft von Militärbischof Kostelecky Kirche und Büroräume des Jakob Kern-Hauses (Militärpfarrkirche des Militärkommandos Wien „St. Johann Nepomuk“, 1130 Wien, Würzburggasse 8A/Objekt 5) übernommen,[4] nachdem die Militärpfarre Wien bis dahin ihren Sitz in der Maria-Theresien-Kaserne hatte. Nach verschiedenen Nutzungen wurde die Kirche 1987 der Militärpfarre Wien übertragen.[1][5]
Seit 1. Jänner 1987 ist die Invalidenhauskirche „St. Johann Nepomuk“ Militärpfarrkirche des Militärkommandos Wien.[6] In den Räumlichkeiten des ehemaligen Offizierskasinos hat die Militärpfarre Wien ihren Sitz.[7]
Das Jakob Kern-Haus steht als Bildungs- und Begegnungsstätte der katholischen Militärseelsorge im Zusammenwirken mit dem Militärkommando und der Militärpfarre Wien für kirchliche und militärische Veranstaltungen zur Verfügung und wirkt darüber hinaus in den gesellschaftlichen und öffentlichen Raum hinein. Es bietet auch Platz für kulturelle Veranstaltungen.[8]
Josef Leban war der erst zweite Militärgeneralvikar Österreichs (entspricht dem militärischen Rang eines Generalmajors),[1][2] nachdem sein Vorgänger Franz Gruber, langjähriger Militärprovikar, nur für ungefähr zwei Wochen Ende des Jahres 1986 Generalvikar gewesen war.
Leban konnte seine Funktion als Militärgeneralvikar nur etwas mehr als zweieinhalb Jahre ausüben, da er am 3. August 1989 nach langer Krankheit im 63. Lebensjahr verstarb.[1]