Josef Pöck
Fabrikbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus
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Josef Pöck, ab 1885 auch Josef Pöck Edler von Frauenkirch (* 31. Dezember 1826 in Wiener Neustadt[1]; † 22. Juli 1886 ebenda[2]) war Fabrikbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]
Leben
Josef Pöck war Sohn des Tuchmachers Johann Böck (Pöck) († 1889). Er besuchte eine Hauptschule in Wiener Neustadt und hatte auch Privatunterricht. Ab 1851 war er Textilfabrikant (Maschinen-Watta-Fabrik) und ab 1861 auch Drahtstiftfabrikant in Wiener Neustadt, er stellte allerdings um 1865 die Textilproduktion ein. Nach 1865 kaufte er die Gebäude der ehemaligen Kolonialzuckerraffinerie. Im Jahr 1872 wurde er Gründungsmitglied des Fortschrittsvereins für Wiener Neustadt.
Es wurde ihm im Jahr 1872 das Ehrenbürgerrecht von Wiener Neustadt verliehen und 1879 wurde er mit dem Ritterkreuz des Franz-Josephs-Ordens ausgezeichnet.[4] Im Jahr 1885 wurde er in den erblichen Adelsstand erhoben.[5] Nach ihm wurde in Wiener Neustadt auch die Pöckgasse (⊙) benannt.
Er starb am 22. Juli 1886 im Alter von 59 Jahren in Wiener Neustadt laut Sterbebuch an „Gehirnlähmung“.
Er war römisch-katholisch und ab 1853 verheiratet mit Karoline Anna Hebenstreit, mit der er eine Tochter und drei Söhne hatte. Nach 1853 erfolgte die offizielle Änderung des Familiennamens von Böck zu Pöck.
Josef Pöck war von 1884 bis zu seinem Tod am 22. Juli 1886 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (V. Wahlperiode), als liberaler Abgeordneter der Städte (Wr. Neustadt). Im Jahr 1870 war er in der Gemeindevertretung, 1871 Stadtrat und von 1874 bis zu seinem Tod im Jahr 1886 Bürgermeister von Wiener Neustadt.
Politische Funktionen
Josef Pöck war vom 7. Oktober 1879 bis zum 23. April 1885 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (VI. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Städte 14 (Wiener Neustadt, Neunkirchen, Pottendorf, Ebenfurth) zuständig. Sein Nachfolger war Engelbert Pernerstorfer.[6]
Klubmitgliedschaften
Josef Pöck war ab 1879 Mitglied im Klub der Vereinigten Fortschrittspartei und ab dem 19. November 1881 bei den Vereinigten Linken.
Literatur
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 152
- Wahlresultate – Herzogthum Oesterreich unter der Enns. In: Das Vaterland, 11. Juli 1879, S. 2 links unten (online bei ANNO).
- Parlamentarisches – Club der vereinigten Fortschrittspartei. In: Salzburger Volksblatt, 21. Oktober 1879, S. 1 rechts unten (online bei ANNO).
- Kleine Chronik – † Bürgermeister Joseph Pöck. In: Neue Freie Presse (Morgenblatt), 23. Juli 1886, S. 4 Mitte (online bei ANNO).
- Kleine Chronik – Joseph Pöck Edler von Frauenkirch †. In: Wiener Zeitung (Wiener Abendpost), 23. Juli 1886, S. 3 links oben (online bei ANNO).
- Pöck Josef In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0009, IX. Session, S. 315–316 (online bei ANNO).
Weblinks
- Pöck, Josef Edler von Frauenkirch (1885), Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments