Josef Schitter
(1911-1991)
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Leben und Wirken
Josef Schitter wuchs am Suppangut in Pichl auf und absolvierte die Volksschule in Mariapfarr, danach das Erzbischöfliche Gymnasium Borromäum in Salzburg. Die seelsorgerische Ausbildung erfolgte am Priesterseminar Salzburg. 1939 wurde er zum Priester geweiht.[1] Er war zunächst Kooperator in der Pfarre Goldegg im Pongau. Während der Zeit des Nationalsozialismus galt Schitter als nonkonformer Priester, der sich für einen unabhängigen Religionsunterricht einsetzte. Er geriet in Konflikte mit dem NS-Regime, sodass ihm bereits 1941 die Befugnis für den Religionsunterricht im gesamten Reichsgau Salzburg entzogen wurde.[1] Von 1942 bis 1945 wirkte er als Kooperator in Mariapfarr im Lungau, fügte sich jedoch weiterhin nicht der nationalsozialistischen Ideologie. Nach einer kritischen Festpredigt in der Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg wurde Schitter wegen staatsfeindlicher Äußerungen im Juli 1944 verhaftet und ins KZ Dachau verschleppt.[2][3] Seine Mutter wurde von der Gestapo verhaftet, da sie ausländische Radiosender gehört haben soll; weiters existierten Pläne, den Hof der Familie zu enteignen und in ein Heim der Hitlerjugend umzugestalten.[1]
Schitter wurde kurz vor Kriegsende aus der KZ-Haft entlassen und wurde Kooperator in Eugendorf,[3][2] später in Saalfelden. Zuletzt war er zwanzig Jahre lang als Seelsorger in Hallein tätig. Zusätzlich widmete er sich der Heimatgeschichte seiner Herkunftsregion und publizierte umfangreiche Werke über Mariapfarr und Umgebung. Ab 1989 wohnte er im Herz-Jesu-Asyl in Salzburg-Stadt.[1]
Auszeichnung
- 1982: Berufstitel Professor[1]
Gedenken
Im Jahre 2026 wurden dem Geistlichen – im Rahmen des Projekts Orte des Gedenkens – zwei großflächige Wandmalereien in Mariapfarr und Tamsweg gewidmet.[3] Geleitet wurde die Veranstaltungsreihe Orte des Gedenkens von der Kunsthistorikerin Hildegard Fraueneder und den Historikern Albert Lichtblau und Robert Obermair.[2] Gestaltet wurden die Wandmalereien von Johanna Kandl und ihrem Ehemann, Helmut Kandl. Der Titel der beiden Gemälde Torn/Garment bezieht sich auf zerrissene Kleidung, konkret hier auf Priestergewänder.
Publikationen
- Heimat Mariapfarr im Lungau. Eigenverlag, Mariapfarr 1975.
- Mariapfarr II – Streiflichter aus der Ortsgeschichte. Aufsatzsammlung 1983 bis 1988, Eigenverlag, Mariapfarr 1989.