Josef Schramek

(1856 - 1940), Schriftsteller, Volkskundler und Lehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Josef Schramek (* 30. März 1856 in Chrudim; † 16. Oktober 1940 in Winterberg (Vimperk) im Böhmerwald) betätigte sich neben seinem Lehrberuf vor allem als Volkskundler und Schriftsteller.

Josef Schramek

Leben

Josef Schramek wurde in Chrudim geboren, wo sein Vater zu jener Zeit k. k. Katastralbeamter war. Als Schramek 1 ½ Jahre alt war, wurde sein Vater in die Bukowina und später nach Galizien versetzt, woselbst Schramek die Volksschule besuchte. Im Jahre 1868 nach Böhmen zurückgekehrt, gab Schrameks Vater seinen Sohn in die Unterrealschule nach Iglau und nach Absolvierung derselben in die fünfte Realklasse nach Prag. Von dort kam Schramek nach Königgrätz, dem damaligen Wohnort seiner Eltern, und trat daselbst in das k. k. Vermessungsamt als Praktikant ein. Ein halbes Jahr später kam Schramek an die Ingenieurschule nach Mittweida in Sachsen und nach Absolvierung dieser zu F. Ringhofer in Prag, woselbst er durch zwei Jahre als technischer Beamter verblieb. 1875 aus Arbeitsmangel entlassen, wurde Schramek Aushilfslehrer in Eisenstein, nach Ablegung einer Aufnahmeprüfung besuchte Schramek den vierten Jahrgang der Budweiser Lehrerbildungsanstalt. Nach der Absolvierung derselben wirkte er vier Jahre im Brüxer Bezirk und dann bis zu seiner Pensionierung als Lehrer, Schulleiter und Oberlehrer in Stubenbach, Großhaid und Freiung im Böhmerwald.[1]

Würdigung

Josef Schramek leistete als Heimatkundler Hervorragendes. Schon zu einer Zeit, als bei uns die Volks- und Heimatkunde ein ziemlich unbekanntes Neuland war, begann Schrameks gründliche, allseitige Forschertätigkeit und literarische Auswertung der gewonnenen Kenntnisse. Angeregt durch den Bezirksschulinspektor Ladenbauer sammelte er für den Professor Adolf Hauffen, bzw. für die „Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft und Literatur in Böhmen“, heimatkundliche Stoffe, die er durch Zeichnungen und farbige Bilder näher erläuterte, ferner für die Museen in Wien und Prag ganze Kisten voll von altem Hausrat und heimischer Tracht. Im Auftrage der genannten literarischen Vereinigung verfasste er das in technischer Hinsicht besonders wertvolle Werk „Das Böhmerwaldbauernhaus“, das im Jahre 1908 mit mehreren Textskizzen, Plänen und Autotypien in der Sammlung „Beiträge zur deutsch-böhmischen Volkskunde“ erschien. In den Jahren 1908–1912 schrieb er das umfangreiche Buch „Der Böhmerwaldbauer“, das im Jahre 1915 gleichfalls von der genannten Gesellschaft herausgegeben wurde und als grundlegendes Werk für die folgende volkskundliche Erforschung des Böhmerwaldes anzusprechen ist. Als genauer Kenner der Verhältnisse unserer Waldheimat und der Stammeseigenschaften ihrer Bewohner zeichnet er hier in trefflicher Weise die Eigenart des Wäldlers, beschreibt die Tracht und Nahrung desselben, seine Haus- und Wirtschaftsgeräte und schildert dessen Sitten, Gebräuche und Volksglauben. In einem Anhang „Der Böhmerwaldholzhauer“ entwirft der Verfasser ein anschauliches und lebendiges Bild von dem Leben und der Arbeit dieses typischen Bewohners des Böhmerwaldes. Einen großen, wohlverdienten Absatz fand sein preisgekröntes Werk „40 Wochen Heimatkunde“, in dem erstmalig in ausführlichen Studenbildern gezeigt wird, wie der heimatkundliche Unterricht mit Erfolg erteilt werden kann. Auch schrieb er ein Werk über den „Selbstunterricht und Schulunterricht in den erziehlichen Handarbeiten“.

Als vielseitiger Mensch versuchte sich Schramek auch auf literarischem Gebiet und erntete auch da von berufener Seite reichen Beifall. Er verfasste zahlreiche Erzählungen, die er in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichte. 50 dieser Geschichten gab er selbst unter dem Titel „Vom Arber bis zum Plöckenstein“ heraus. Dabei betrachtet er die Welt und die Menschen vor allem von der heiteren Seite und man könnte ihn von daher auch als den Humoristen unter den Böhmerwaldautoren sehen. Beachtenswert ist, dass er in vielen Erzählungen die Mundart der Region überliefert hat. Ebenso schrieb er auch Dialektgedichte, die sich durch eine getreue und leicht lesbare Wiedergabe der Böhmerwaldmundart, durch ein echt volkstümliches Empfinden und nicht zuletzt durch einen gesunden, frischen Humor auszeichnen.[1]

Werke (Auswahl)

  • Das Böhmerwaldbauernhaus (1908)
  • Der Böhmerwaldbauer, Anhang: Der Böhmerwaldholzhauer (1915)
  • 42 Wochen Heimatkunde in der Schule (1916)
  • Vom Arber bis zum Plöckenstein. 50 lustige Geschichten aus dem Böhmerwald (Regensburg 1928)

Erzählungen aus Zeitungen und Zeitschriften

Literatur

  • Johann Peter: Josef Schramek, der Humorist und Heimatkundler des Böhmerwaldes. In: Südböhmische Volkszeitung. 22. Jg. 21. Mai 1922.
  • Willibald Böhm: Josef Schramek: Ein Ehrenblatt zu seinem 80. Wiegenfeste. In: Südböhmische Zeitung. Nr. 13, 29. März 1936.

Einzelnachweise

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