Josef Sturm (Politiker, 1858)
österreichischer Politiker
From Wikipedia, the free encyclopedia
Josef Sturm (* 20. April 1858 in Wien[1]; † 5. Dezember 1935 ebenda) war ein akademischer Maler und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[2]

Leben
Josef Sturm war unehelicher Sohn des Staatsbahn-Offizials und späteren Wien-Gemeinderats Gregor Sturm (1826–1898) und wurde im Jahr 1862 legitimiert. Nach dem Besuch einer Oberrealschule in Wien ging er auf die Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien. Danach ging er auf die Akademie der bildenden Künste Wien und machte die Lehramtsprüfung für Zeichnen für Mittelschulen. Er wurde akademischer Maler (vor allem Landschaftsmaler) und Professor für Zeichnen. Ab 1890 unterrichtete er an der Staats-Realschule in Wien-Fünfhaus und wurde ab 1913 beurlaubt.
1908 wurde ihm der Titel eines Regierungsrates und im Jahr 1912 die doppelt große Salvatormedaille verliehen. 1912 wurde er auch mit dem Komturkreuz mit dem Stern des Franz-Joseph-Ordens ausgezeichnet. 1923 wurde er Hofrat und die Republik verlieh ihm im Jahr 1928 das Große Ehrenzeichen. Er war Ehrenbürger von Regelsbrunn und Wildungsmauer (heute Gemeinde Scharndorf).[3]
Er starb am 5. Dezember 1935 im Alter von 77 Jahren in der Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien, wurde in der Lueger-Gedächtniskirche eingesegnet und auf dem Zentralfriedhof zu Grabe getragen.
Er war römisch-katholisch und blieb zeit seines Lebens ledig.
Josef Sturm war von 1897 bis 1918 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (VII., VIII. und IX. Wahlperiode), zunächst bis 1908 als Abgeordneter der Städte (Wien V.), und danach ab 1909 als Abgeordneter der Allgemeinen Wählerklasse (Wien V.), jeweils für die CSP. Von 1908 bis 1918 war er im Landesausschuss und von 1900 bis 1912 im Gemeinderat von Wien.
Politische Funktionen
Josef Sturm war vom 28. November 1905 bis zum 30. März 1911 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (X. und XI. Legislaturperiode) und war dort während der X. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich, Städte 5 (Wien V. Bezirk (Margareten)) und während der XI. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich 11 (Stadt Wien V. Bezirk) zuständig. Er war der Nachfolger des Verstorbenen Josef Strobach. Bei den Wahlen von 1911 unterlag er dem Sozialdemokraten Franz Domes.
Klubmitgliedschaften
Josef Sturm war Mitglied bei der Christlich-sozialen Vereinigung.
Literatur
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 201
- Christlichsoziale Vereinigung. In: Österreichs Illustrierte Zeitung, 13. Mai 1906, S. 752, Bild links unten, 1. Person links hinten (online bei ANNO).
- Der neue Reichsrat – Porträts der neugewählten Reichsrats-Abgeordneten. In: Wiener Bilder, 22. Mai 1907, S. 4, Zeile 2, 4. Bild von links (online bei ANNO).
- Hofrat Professor Josef Sturm gestorben. In: Das kleine Volksblatt, 7. Dezember 1935, S. 5 rechts unten (online bei ANNO).
- Todesnachricht, In: Telegraf am Mittag, 7. Dezember 1935, S. 1 links oben mit Bild (online bei ANNO)
- Hofrat Josef Sturm †. In: Reichspost, 7. Dezember 1935, S. 7 Mitte unten (online bei ANNO).
- Sturm Josef In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0017, XVII. Session, S. 2846–2848 (online bei ANNO).
- Sturm Josef In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0018, XVIII. Session, S. 425–427 (online bei ANNO).
- Sturm Josef In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0019, XIX. Session, S. 169 (online bei ANNO).
- Sturm Josef In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0020, XX. Session, S. 283 (online bei ANNO).
Weblinks
- Sturm, Josef, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
- Sturm, Jožef auf Slovenska biografija (slowenisch)