Josef Wagnes
österreichischer Komponist, Violoncellist und Lehrer
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Josef Wagnes (* 4. Oktober 1891 in Voitsberg; † 16. Dezember 1979 in Graz) war ein österreichischer Komponist, Violoncellist und Lehrer. Er gehörte derselben, weit verzweigten Musikerfamilie an wie sein Onkel Eduard Wagnes.


Während Josef (Joseph) Wagnes als Lehrer für Buchhaltung an der Grazer Handelsakademie und parallel dazu als Kammermusiker und Solist bekannt und geschätzt war, behielt er seine Kompositionen im engsten Familienkreis und zum Teil ganz für sich. Das vermutlich einzige von ihm komponierte Stück, das zu seinen Lebzeiten öffentlich aufgeführt wurde, ist das mit seiner Ehefrau Elfriede Wagnes gemeinsam geschriebene Weihnachtslied "Christlied".
Künstlerische Aktivitäten im Nationalsozialismus
Am 17. Juli 1941 beantragte Wagnes die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.671.061).[1][2] Zwischen 1938 und 1945 war Josef Wagnes ein im Rundfunk[3] sowie im steirischen Konzertleben präsenter Künstler. Wiederholt trat er im Rahmen von NSDAP-Veranstaltungen und -Konzerten auf, etwa zusammen mit dem Streichquartett des NS-Lehrerbundes,[4] bei einer von der Hitlerjugend organisierten Dichterlesung von Franz Karl Ginzkey (NSDAP-Mitgliedsnummer 8.751.771),[5] oder in von der nationalsozialistischen Massenorganisation Kraft durch Freude veranstalteten Konzerten.[6]
Zeit nach 1945
Von 1942 bis 1967 war Josef Wagnes auch Lehrbeauftragter für verschiedene betriebswirtschaftliche Fächer an der Universität Graz.[7] Als Cellist war er in den 1950er Jahren vor allem im Radio zu hören.[8]
Erst 2013 gab es im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt an der Kunstuniversität Graz öffentliche Aufführungen seiner Werke, darunter aus seinem Zyklus von Liedern des steirisch-slowenischen Dichters Ernst Goll.
Zu den Werken von Josef Wagnes zählen Lieder nach Gedichten von Bruno Ertler, Eduard Mörike, Max Geißler und Paula von Preradovic, ein Bläserquartett sowie mehrere Klavierfantasien. Die Autographen von Wagnes' Kompositionen befinden sich als Dauerleihgabe der Familie im Archiv der Kunstuniversität Graz.